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Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Prävention, Beratung und Begleitung im Berufbildungswerk Mosbach

Theaterstück "Alkohölle"In unserer Gesellschaft ist zu beobachten, dass immer jüngere Menschen mit Suchtmitteln konfrontiert werden und einen Weg finden müssen, mit dieser Konfrontation umzugehen. Jeder Jugendliche findet sich irgendwann einmal in der Situation, "ja" oder "nein" zu einem Suchtmittel sagen zu müssen. Dies trifft sowohl auf legale Suchtmittel wie Alkohol und Zigaretten als auch auf illegale Suchtmittel zu.

Ob die jungen Menschen aus Neugierde "nur mal probieren", mit dem Suchtmittel experimentieren, es missbrauchen oder gar abhängig werden – in der Palette der Handlungsmöglichkeiten ist alles drin! Um sich im Umgang mit Suchtmitteln "richtig" und angemessen entscheiden zu können, brauchen Jugendliche Orientierung und Unterstützung von Erwachsenen. Aus diesem Grund sollen die Fachkräfte im Berufsbildungswerk Mosbach sowohl präventiv als auch intervenierend handeln können.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden im BBW verschiedene Handlungsleitfäden zum Thema entwickelt. Es wurde eigens die Stelle eines Suchtbeauftragten geschaffen, um diesbezügliche Aktivitäten zu koordinieren, Präventionsangebote durchzuführen und suchtmittelkonsumierenden Jugendlichen im Einzelfall konkrete Beratungs- und Hilfsangebote zu machen.

Theaterstück "Alkohölle" im BBW MosbachIn der Präventionsarbeit des Berufsbildungswerks Mosbach werden z. B. regelmäßig Theaterstücke zur Suchtprävention angeboten. So gastierte vor kurzem die Gruppe "Theaterspiel" aus Witten unter der Leitung von Beate Albrecht mit ihrem Stück Alkohölle im BBW.

Alkohol ist nach Nikotin die am häufigsten konsumierte Droge und gesellschaftlich akzeptiert und zum Alltag gehörend auch ein brisantes Thema unter den jungen Erwachsenen im BBW. Im Theaterstück geht es um den schleichenden Übergang vom gelegentlichen Trinken bis zur Alkoholgefährdung, zum Missbrauch und letztendlich zur Abhängigkeit. Bei den Zuschauern soll ein Überdenken des eigenen Konsums angeregt sowie die Gefahren für jugendliche Konsumenten aufgezeigt werden.

"Ich bin doch kein Alkoholiker, ich sauf doch nur am Wochenende und wenn ich will kann ich auch mal ganz ohne Alk auskommen". Solche Aussagen hört man immer wieder von Jugendlichen, die ihren Konsum total unterschätzen. Das Stück bewegt sich sehr nahe an der Realität, da es von der Theatergruppe gemeinsam mit einer Selbsthilfegruppe für trockene Alkoholiker erarbeitet wurde. Eine Rolle im Stück wird von einem trockenen Alkoholiker dargestellt, der den Jugendlichen im anschließenden Reflexionsgespräch zur Verfügung steht und bereit ist, offen aus seinem Leben zu berichten.

Auch illegale Drogen werden im BBW sowohl im Rahmen der Suchtprävention als auch in der konkreten Arbeit im Einzelfall mit den Jugendlichen thematisiert. Suchtfördernde Strukturen nehmen in unserer Gesellschaft immer mehr zu, so dass eine fachkundige Unterstützung der jungen Erwachsenen dringend notwendig ist. Jugendliche verhalten sich hinsichtlich des Konsums illegaler Drogen häufig völlig unkritisch und glauben auch hier, den Umgang kontrollieren zu können. Insofern will das Berufsbildungswerk eine kritische Auseinandersetzung mit Suchtmitteln und deren Risiken unterstützen.

Theaterstück "Mensch Kalle"Auch hierzu fanden bereits mehrere Theaterstücke im Berufsbildungswerk statt. Unter anderem gastierte bereits zweimal die "Wilde Bühne" aus Stuttgart mit Ihrem "Forum Theater" und dem Theaterstück "Mensch Kalle" im BBW. Hier wurde sich ebenso intensiv mit den Themen Gewalt, Aggression und Drogen auseinandergesetzt. Die Besonderheit bei der Wilden Bühne besteht darin, dass alle Schauspieler ehemalige Drogenabhängige sind, was ihrem Spiel eine besondere Intensität und Glaubwürdigkeit verleiht. Aufgrund ihrer eigenen Lebenserfahrung wissen die Schauspieler ganz genau, wie sie die Jugendlichen zu nehmen haben und setzen sich im anschließenden Nachgespräch persönlich mit den Zuschauern auseinander.

Mit entsprechender Vor und Nachbereitung bearbeiten neben den Schauspielern auch die Mitarbeiter des Berufsbildungswerkes die Inhalte der jeweiligen Theaterstücke mit den Jugendlichen. In Zentrum der suchtpräventiven Arbeit steht vor allen Dingen der Selbstbetrug, der sich häufig hinter der vermeintlichen Kontrolle des Konsums verbirgt.

Die Jugendlichen sollen für die Themen Suchtmittel und Gewalt sensibilisiert werden und alternative Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten kennen und vor allen Dingen umsetzen lernen.



Ansprechpartnerin:

Ute Kahle
06261 / 88 - 449
E-Mail an Ute Kahle