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Wilde Bühne e.V. im Berufsbildungswerk Mosbach

Authentisches Bühnenstück zur Suchtprävention im BBW Mosbach aufgeführt

Die Wilde Bühne e. V. – das Soziokulturelle Forum für ehemalige Drogenabhängige aus Stuttgart hat im BBW Mosbach 2006 sein Theaterstück „Mensch Kalle“ aufgeführt.

Es ist die Geschichte von Jugendlichen zwischen Resignation und Hoffnung, in der es um Freundschaft, Verliebtsein, Geheimnisse und Regeln geht, aber auch um Trinken und Drogenkonsum.

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"Das BBW unterstützt mit der Aufführung des Theaterstücks die kritische Auseinandersetzung mit Suchtmitteln und deren Risiken. Die steigende Anzahl der suchgefährdeten bzw. drogenerfahrenen Jugendlichen zwingt dazu, sich der Problematik auch auf unkonventionelle Weise zu stellen", so Anja Eller, Suchtbeauftragte im BBW, die Jugendliche mit Suchtproblemen begleitet und die Schauspieler ins Haus geholt hat.

Ein geschichtsloser Ort irgendwo am Rande der Gesellschaft. Ebenso am Rande steht die Clique von Meggie, Hardy, Toni und Kalle. Alle halten sich mit kleinen Tricks über Wasser, hängen rum, träumen insgeheim vom großen Thrill und schlagen sich gerade so durch. Die vier Darsteller erzählen die Geschichte der Jugendlichen zeitgemäß, schwungvoll, ab und an laut, aber immer glaubhaft.

Dabei verstanden es die Schauspieler, das jugendliche Publikum sowie ihre Lehrer, Ausbilder, Erzieher und Therapeuten des BBW in raschen Szenenfolgen die unterschiedlichsten Gefühle wie Freundschaft, Liebe, Vertrauen aber auch Gewaltbereitschaft, Aggression und Häme miterleben zu lassen.

Im Anschluss an die Theatervorführung diskutierten die Schauspielerinnen und Schauspieler mit den Jugendlichen über die Inhalte des Stücks. Dabei berichteten sie auch über ihren Einstieg in die Drogenkarriere und die Bewältigung der Sucht, was zu zahlreichen Fragen des jugendlichen Publikums führte. Auf der Grundlage des Theaterstücks wurden die Auszubildenden und Schüler zur Reflexion von Gruppenprozessen herangeführt und auf mögliche Suchtursachen und –gefahren aufmerksam gemacht. So sollen die Jugendlichen für ihre eigene Gefährdung sensibilisiert werden und die Verführungen erkennen. „Was dieses Theaterensemble so außergewöhnlich, authentisch und glaubwürdig macht, ist die eigene überwundene Drogenabhängigkeit der Akteure“, so BBW Leiter Albert Stelzle, der weitere Aktivitäten zur Suchtprävention ankündigte.

Für ehemalige Drogenabhängige stellt die „Wilde Bühne“ ein Forum dar, welches bundesweit auf einzigartige Weise Prävention, Nachsorge und Kultur miteinander verbindet.

12. April 2006

Ansprechpartnerin:

Ute Kahle
06261 / 88 - 449
E-Mail an Ute Kahle