Johannes-Diakonie Mosbach

  1. Neurologisch-Psychiatrische Klinik
  2. Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP)
  3. Klinik für Innere Medizin
  4. Frühförderzentrum
  5. Heimärztliche Dienste
  6. Therapeutisches Reiten
  7. Medizinisch-Psychologischer Dienst
  8. Physiotherapie
  9. ABC der Psychiatrie
  10. Qualitätsmanagement

 

 

ABC der Psychiatrie

Wichtige Begriffe kurz erklärt

 

Inhalt

Die Stichworte finden Sie in alphabetischer Reihenfolge. Zur leichteren Orientierung haben wir versucht, einige Stichworte inhaltlich unter einem Überbegriff zusammenzufassen. Diese unterscheiden sich farblich.

 

 

Sucht und Abhängigkeit

 

Abhängigkeit

                                           

bitte lesen Sie auch die Seiten

Alkoholismus, Drogen, Sucht

 

Die Abhängigkeit eines Menschen, umgangssprachlich auch Sucht genannt, zeigt sich im unbezwingbaren Verlangen nach einer bestimmten Substanz (stoffgebunden) oder Verhaltensweise (stoffungebunden). Durch die Einnahme eines Stoffes möchte er sich besser fühlen oder ein Missempfinden beseitigen. Bei einer stoffungebundenen Abhängigkeit hat ein Mensch den Drang, eine bestimmte Tätigkeit auszuüben: zum Beispiel spielen, essen, putzen, arbeiten oder einkaufen. Etwa fünf Prozent aller Deutschen sind stoffgebunden abhängig, die meisten von einer legal verfügbaren Substanz wie Alkohol oder Medikamenten: Rund 2,5 Millionen der Deutschen sind alkoholabhängig und 1,4 Millionen medikamentenabhängig, dagegen sind lediglich 120.000 von einer illegalen Droge wie zum Beispiel Kokain abhängig.

 

 

Aus dem Alltag

 

ADHS

 

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Sie macht sich vorwiegend im Kindesalter bemerkbar. Etwa drei bis zehn Prozent der Kinder sind davon betroffen. Wesentliches Merkmal ist die Störung der Aufmerksamkeit, die nicht dem Stand der Entwicklung des jeweiligen Kindes entspricht. Das heißt, ein Kind reagiert sehr impulsiv und lässt sich leicht ablenken, weil seine Aufmerksamkeit immer wieder von etwas anderem in Anspruch genommen wird. Die Kinder haben Lernschwierigkeiten, Probleme mit der Konzentration und der Disziplin. Sie spielen nur selten mit Gleichaltrigen und beschäftigen sich lieber mit Jüngeren. Sie können nur begrenzte Zeit zuhören und machen in Tests viele Flüchtigkeitsfehler. Ihre intellektuellen Fähigkeiten werden deshalb oft unterschätzt. Häufig haben die Kinder gleichzeitig ein starkes Verlangen, sich zu bewegen. Es fällt ihnen schwer, ruhig sitzen zu bleiben, sie sind geschickt beim Rennen und Klettern. Dabei sind sie furchtloser, als es ihrer Entwicklung entspricht. In Phasen, in denen sie sich ohnehin viel bewegen, zum Beispiel im Sommer, ist ihr Bewegungsdrang

weniger stark ausgeprägt. Trotz der intensiven körperlichen Betätigung haben die Kinder nur ein geringes Schlafbedürfnis.

 

 

Aus dem Alltag

 

Aggression

 

Aggression und damit die Bereitschaft zur Gewalt nimmt in unserer Gesellschaft ganz allgemein zu. Die Mehrheit der gewalttätigen Menschen ist nicht psychisch krank. Psychisch kranke und gestörte Menschen sind nicht häufiger gewalttätig als andere, auch wenn spektakuläre Medienberichte in der Öffentlichkeit ein anderes Bild entstehen lassen. Allerdings sind manche psychiatrischen Erkrankungen wie die paranoiden schizophrenen Psychosen (Schizophrenie) mit einem erhöhten Risiko für Gewalttaten verbunden.

 

 

Sucht und Abhängigkeit

 

Alkoholismus

 

bitte lesen Sie auch die Seiten

Abhängigkeit, Delir, Drogen,

Entgiftung, Entwöhnung,

 Psychotherapie, Sucht

 

Alkoholismus, die Abhängigkeit von Alkohol, ist in Deutschland die häufigste Suchterkrankung. Etwa zweieinhalb Millionen Deutsche, das entspricht circa drei Prozent der Bevölkerung, sind alkoholabhängig, Männer sechs- bis siebenmal häufiger als Frauen. Bei Alkoholikern beeinflusst Alkohol den Tagesablauf und das soziale Leben drastisch. Alkohol beeinträchtigt die körperliche und geistige Gesundheit, die Beziehungen zu anderen Menschen, das Sozialleben und die Arbeit. Der plötzliche Entzug der Droge kann zu dramatischen Entzugserscheinungen führen (Delir). Alkoholismus wird häufig von Ärzten übersehen, viele Betroffene leugnen ihr Trinken auch bei direkter Nachfrage.

 

Alkoholiker werden auf speziellen Suchtstationen eines Krankenhauses behandelt. Die Therapie beginnt immer mit Alkoholentzug. Das Ziel ist völlige

Abstinenz, nicht das kontrollierte Trinken. Eine Entgiftung dauert wenige Wochen, dabei müssen alle Körperfunktionen medizinisch überwacht werden. Anschließend folgt die Entwöhnung, die eigentliche Suchttherapie. In dieser Zeit werden die Betroffenen etwa zwei bis sechs Monate in speziellen Fachkliniken behandelt. Vor allem mithilfe einer Psychotherapie lernen sie dort, ihre Sucht zu bewältigen. Das soziale Umfeld der Alkoholabhängigen, ihre Partner und Angehörige werden meist in die Therapie mit einbezogen. Dennoch ist die Gefahr eines Rückfalls sehr groß, höchstens 50 Prozent schaffen den Absprung.

 

 

 

Psychische Störungen

 

Alzheimer- Krankheit         

 

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Demenz, Gerontopsychiatrie

 

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Sie beginnt meist im sechsten bis siebten Lebensjahrzehnt und entwickelt sich langsam schleichend. Die ersten Anzeichen sind scheinbar zufällige Vergesslichkeit, später kommen Denk- und Wahrnehmungsstörungen hinzu, der Verlust der Urteilsfähigkeit, Gesichtsfeldausfälle und Koordinationsstörungen bis hin zum Verlust des Wissens um die eigene Person.

 

 

Psychische Störungen

 

Amnesie

 

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Delir, Demenz, Geronto-

psychiatrie

 

Eine Amnesie ist die Beeinträchtigung der Erinnerungsfähigkeit. Sie wird verursacht durch eine vorübergehende oder andauernde Erkrankung bestimmter Hirnregionen, die für Erinnerungen oder deren Verarbeitung zuständig sind.

 

 

Psychische Störungen

 

Angst

 

bitte lesen Sie auch die Seiten

Depression, Manie, Neurosen Panikstörung, Phobien, Schizophrenie

 

Angst ist ein menschliches Gefühl, das zum Leben dazugehört. Sie stellt sich ein, wenn eine Gefahr erwartet wird, auf die sich die Psyche vorbereitet. Sie ist eine der menschlichsten und häufigsten Gefühle. Angststörungen gehören zu den meist verbreiteten seelischen Erkrankungen unserer Zeit. Die genaue wissenschaftliche Definition ist jedoch schwierig. Auch für die Einteilung verschiedener Arten von Angst gibt es zahlreiche wissenschaftliche Versuche. Angst wird begrifflich nicht immer scharf von Furcht und Schreck unterschieden. Sie kann sich auf einen bestimmten Gegenstand richten (Furcht) oder unbestimmt bleiben. Angst ist ein Ausdruck äußerer oder innerer seelischer Bedrohung. Sie reicht von einfachem Erschrecken, das in einer Situation angemessen und sinnvoll ist, bis hin zu einer scheinbar sinnlosen, alles beherrschenden Existenzangst. Zu den wichtigsten Angstformen gehört die Panikattacke. Bei heftiger Angst oder bei Panikattacken leiden die Betroffenen vor allem unter körperlichen Beschwerden. Häufig kommt ein Gefühl der Benommenheit oder Unwirklichkeit hinzu. Manchmal leiden die Betroffenen unter den körperlichen Erscheinungen, ohne sich der Angst bewusst zu sein. Unter krankhafter Angst leiden Patienten bei nahezu allen Psychosen wie bei Schizophrenie, manisch-depressiven Erkrankungen (Manie/Depression), Neurosen und manchmal auch bei körperlichen Erkrankungen wie Asthma oder Engegefühl des Herzens (Angina Pectoris).

 

 

Psychische Störungen

 

Anpassungs- und Belastungsstörung

 

Eine Anpassungs- oder Belastungsstörung ist eine mögliche Reaktion auf ein belastendes Ereignis wie zum Beispiel ein Todesfall, eine Trennung oder eine schwere Erkrankung. Die Betroffenen leiden sehr unter dem Ereignis und sind emotional stark beeinträchtigt. Häufig kämpfen sie mit depressiven Verstimmungen und Ängsten. Viele sind davon überzeugt, dass sie alltäglichen Situationen und Anforderungen nicht mehr gewachsen sind.

 

 

Psychische Störungen

 

Autismus

 

bitte lesen Sie auch die Seiten

Angst, Neurosen, Panik, Persönlichkeitsstörungen, Schizophrenie

 

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die das Verhalten, das Sozialleben und die Kommunikation beeinflusst. Das Krankheitsbild ist nicht einheitlich, Autismus in der frühen Kindheit und bei Erwachsenen unterscheidet sich. Autistischer Rückzug in das eigene Innenleben kommt auch als ganz normaler Charakterzug in unterschiedlicher Ausprägung vor, außerdem findet er sich bei Menschen mit Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie. Menschen mit Autismus können Außenreize nicht nach Bedarf unterdrücken, sondern sind einer ständigen Informationsflut hilflos ausgesetzt. Für sie bleibt alles immer neu, Stunde für Stunde. Sie sind überfordert und verängstigt. Deshalb fehlt ihnen die Fähigkeit zur Anpassung, wie sie der moderne Alltag erfordert. Wenn sich etwas zu verändern droht, geraten sie in Angst und Panik. Autisten gelten als schweigsam und still, wirken oft so, als wenn sie unter einer Glasglocke leben. Die Betroffenen leben in einer eigenen Gedanken- und Vorstellungswelt und scheinen in ihrer gefühlsmäßigen Leere völlig unbeeinflussbar. Manche Autisten haben überdurchschnittliche Begabungen, ihre Fähigkeit zu abstraktem und logischem Denken ist außergewöhnlich stark ausgeprägt. Beim frühkindlichen Autismus fällt vor allem eine Störung der Sprachentwicklung auf. Autistische Kinder können zwar sprechen, haben aber oft kein Interesse oder keinen Bedarf an einer Sprachentwicklung. Bei

autistischen Kindern ist eine frühzeitige Diagnose schwierig. In Selbsthilfegruppen können sich die Angehörigen gegenseitig mit Rat und Tat unterstützen.

 

 

Aus dem Alltag

 

Baby- Blues

 

bitte lesen Sie auch die Seiten

Angst, Depression, Psychose

 

Mit der populären Bezeichnung „Baby-Blues“ ist ein kurzfristiges Stimmungstief gemeint. Es tritt bei 50 bis 80 Prozent der jungen Mütter in den ersten zehn Tagen nach der Entbindung auf und hält meist drei bis fünf Tage an. Charakteristisch sind Traurigkeit, häufiges Weinen, Erschöpfung, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Schlaf- und Ruhelosigkeit, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Symptome verschwinden in kurzer Zeit meist ganz von selbst. In Ausnahmefällen hält der Zustand länger als zwei Wochen an, daraus kann sich eine so genannte Wochenbettdepression entwickeln. Manchmal kommen Ängste hinzu, die sich um das Wohlergehen des Babys drehen. Die schwerste Form der psychischen Störung einer Mutter nach der Geburt ist die so genannte Postpartale Psychose.

 

Mehr dazu im Internet unter: www.mutter-kind-behandlung.de

 

 

Behandlung

 

Bezugsperson/ Bezugspflege

 

Eine Bezugsperson, meist ein Mitglied des Pflegeteams, kann fast immer persönlichen, vertrauensvollen Kontakt zu einem psychisch kranken Menschen aufnehmen und so Zugang zu ihm finden und ihm beistehen. Gerade in einem psychiatrischen Krankenhaus bedeutet die Ausübung des Pflegeberufs, nicht nur Menschen zu helfen, sondern auch Mensch zu sein. Die Patienten spüren, dass ein Anderer mitfühlt, aber nicht mitleidet oder sich selbst aufgibt. Der erste Kontakt zur Bezugsperson findet im Krankenhaus bereits beim Aufnahmegespräch statt. Hier erhält der Patient erste Informationen über das Leben auf der Station. Während der folgenden – meist mehrwöchigen – Behandlungszeit ist die Bezugsperson ständige Ansprechpartnerin für persönliche Sorgen und Probleme des Patienten. Für Therapeuten ist die Bezugsperson ein sehr wichtiges Teammitglied, das über den Behandlungsverlauf des Patienten immer gut orientiert ist, zum Beispiel über die Wirkung der medikamentösen Behandlung und der Psychotherapie.

 

 

Psychische Störung

 

Borderline- Störung

 

bitte lesen Sie auch die Seite

Persönlichkeitsstörungen

 

Die Borderline-Störung ist vielschichtig und ihre Auswirkungen sind beschwerlich bis zermürbend - nicht nur für die Patienten, sondern auch für das nähere und sogar weitere Umfeld. Die Betroffenen schwanken zwischen gut und böse, sie spalten auch ihre zwischenmenschlichen Beziehungen in gute und böse. Menschen, die sie in einem Moment idealisieren und verklären, verdammen und entwerten sie im nächsten. Ihre Stimmung schwankt extrem, sie sind für ihre Mitmenschen kaum berechenbar.

 

Patienten mit Borderline-Störung neigen dazu, sich selbst zu schädigen, zum Beispiel durch Alkohol-, Nikotin- oder Drogenmissbrauch, oder auch durch ruinöses Glücksspiel. Selbstbeschädigende Handlungen können bis zur Selbstverstümmelung oder Selbsttötung gehen. Charakteristisch ist eine hochgradige Empfindlichkeit gegen Kritik, aber auch chronische Gereiztheit, Zorn, Wut oder Erregungszustände.

 

Eine Borderline-Störung ist in der Regel langwierig bis chronisch, die Heilungsaussichten sind eher ungünstig. Die erfolgversprechendste Behandlung ist eine Kombination aus stützender, begleitender Psychotherapie, pädagogischen Bemühungen und medikamentöser Behandlung.

 

 

Sucht und Abhängigkeit

 

Bulimie/ Ess- Brech- Sucht

 

bitte lesen Sie auch die Seiten
Essstörung, Magersucht

 

Bulimie ist eine Essstörung, die von den Betroffenen selbst oft ironisch „Fress- und Kotzsucht“ genannt wird. In erster Linie sind junge Frauen und Mädchen betroffen. Während einer Essattacke werden Unmengen von Nahrungsmitteln verschlungen, um sie kurz danach oft heimlich wieder zu erbrechen. Die Umgebung nimmt diese Krankheit in der Regel nicht wahr. Die Betroffenen werden meist mit einer Psychotherapie behandelt, die bei rund 40 Prozent zum Erfolg führt.

 

 

Aus dem Alltag

 

Burn- out- Syndrom

 

Burn-out-Syndrom ist ein populärmedizinischer Begriff. Er beschreibt einen Zustand, in dem sich ein Mensch ausgebrannt fühlt. Besonders häufig sind Personen aus Berufen betroffen, die mit anderen Menschen arbeiten und diesen helfen. Die Betroffenen fühlen sich resigniert, hoffnungslos und hilflos, sie begeistern sich nicht mehr für ihre Arbeit und empfinden keine Lebensfreude mehr. Der Zustand ist meist nicht die Folge einzelner Negativ-Erlebnisse, sondern steht am Ende einer schleichenden seelischen oder zwischenmenschlichen Auszehrung. Nicht selten sind diejenigen betroffen, die beim Berufseinstieg besonders begeisterungsfähig und idealistisch waren. Einem Burn-out-Syndrom wird vorgebeugt durch dosiertes Engagement. Für die Behandlung ist es wichtig, dass Betroffene das Burn-out-Syndrom rechtzeitig erkennen und bereit sind etwas zu ändern. Sie sollten ihre Tätigkeit verändern oder sie anders organisieren, sich außerdem verstärkt anderen Interessen zuwenden, die nicht den Beruf betreffen, Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Yoga erlernen und im Berufsalltag häufiger Tätigkeiten ausüben, die gefühlsmäßig weniger belastend sind.

 

Behandlung

 

Compliance

 

Compliance bezeichnet die Therapietreue eines Patienten und bezieht sich zum Beispiel auf die Zuverlässigkeit bei der Einnahme von Medikamenten. Sie hängt von vielen Faktoren wie Alter, Geschlecht und Persönlichkeit eines Menschen, aber auch von den Nebenwirkungen des Medikaments und von der Überzeugungskraft des Arztes ab.

 

 

Sucht und Abhängigkeit

 

Delir

 

bitte lesen Sie auch die Seiten
Alkoholismus, Entgiftung, Halluzinationen, Sucht

 

Das Delir ist eine seelische Störung, die durch starke Trübung des Bewusstseins gekennzeichnet ist. Die Betroffenen verlieren völlig die Orientierung über Ort und Zeit, sie sind sehr ängstlich und unruhig. Oft leiden sie unter optischen Halluzinationen (z.B. sehen sie die sprichwörtlich „weißen Mäuse“). Ein Delir hält meist einige Tage an. Bei einigen Betroffenen bleiben überdauernde Störungen des Gedächtnisses bestehen. Die Ursachen sind sehr verschieden, zum Beispiel kann es bei Fieber zum Delir kommen. Am häufigsten ist das Alkoholdelir, das so genannte Delirium tremens. Es tritt bei rund 15 Prozent aller Alkoholiker auf, denen nach mehrjährigem Alkoholismus plötzlich der Alkohol entzogen wird. Neben den oben benannten Anzeichen finden sich erhebliche körperliche Beeinträchtigungen wie Herzrasen sowie starkes Zittern, im Volksmund auch „Mandolinenfieber“ genannt. Ein Alkoholdelir wird fast immer im Krankenhaus behandelt, oft tritt es dort bei der Entgiftung in einer Suchtstation zum ersten Mal auf. Das Alkoholdelir ist lebensbedrohlich, die Patienten müssen intensiv überwacht und gepflegt werden. Zu Beginn des Delirs müssen vor allem die lebenswichtigen Körperfunktionen aufrecht erhalten werden, was hauptsächlich durch Medikamente gelingt. Nach zwei bis fünf Tagen ist die kritische Zeit überstanden, danach sollte eine Therapie der Sucht folgen.

 

 

Psychische Störungen

 

Demenz

 

bitte lesen Sie auch die Seiten
Alzheimer-Krankheit,Geronto- psychiatrie, Hirnorganisches Psychosyndrom

 

Durch die allgemein gestiegene Lebenserwartung hat die Zahl alter Menschen deutlich zugenommen. Damit nehmen auch Krankheiten zu, die vor allem im Alter auftreten wie beispielsweise die so genannte Demenz: Von den über 65-Jährigen erkranken fünf bis sieben Prozent an einer Demenz, einem geistigen Zerfall. Davon wiederum leiden 30 bis 40 Prozent an Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit. In Deutschland sind rund eine Millionen Menschen betroffen, mit wachsender Tendenz. Die psychischen Folgen einer Demenz sind schwer wiegend, die Betroffenen verlieren ihre Fähigkeit zu denken, ihre Sprache und die Orientierung. Der damit verbundene Verfall der Persönlichkeit ist besonders für die Angehörigen eine große Belastung. Bis heute ist keine überdauernde, wirksame Behandlung möglich. Nur bestimmte Folgeerscheinungen können mit Medikamenten gemildert werden. Wird ein Betroffener im Krankenhaus gepflegt, dann sollten vor allem die grundlegenden Lebensfunktionen und -bedürfnisse erhalten bleiben. Der Versuch, psychische Restfunktionen zu aktivieren, ist oft die einzige Möglichkeit, gegen das Fortschreiten der Krankheit anzukämpfen.

 

Psychische Störungen

 

Depression

 

bitte lesen Sie auch die Seiten
Bezugsperson, Manie, Psycho­pharmaka, Psychose, Psychotherapie, Schizophrenie, Selbsttötung

 

Eine Depression ist eine psychische Krankheit, die nicht mit depressiven Verstimmungen oder der Trauer nach einem Schicksalsschlag verwechselt werden darf. Die Zahl der Betroffenen wird in Deutschland auf rund vier Millionen geschätzt. Sie leiden unter einer depressiven Psychose oder Melancholie, oft kombiniert mit einer Manie. Schwere Depressionen kommen auch als Begleiterscheinung anderer Krankheiten wie zum Beispiel einer Schizophrenie vor, sie sind dann jedoch in Zusammenhang mit dieser Krankheit zu sehen.

Eine Depression führt in der Regel zu ausgeprägter Antriebs- und Interesselosigkeit und einem „Gefühl der Gefühllosigkeit“. Den Betroffenen erscheint alles sinnlos, ihnen macht nichts mehr Freude, sie neigen zum Grübeln und sind oft entscheidungsunfähig. Körperliche Krankheitsanzeichen sind diffuse Schmerzen, schwere Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und sexuelle Störungen. Die Patienten werden in aller Regel im Krankenhaus behandelt, um sie von allen Verpflichtungen zu entlasten. Das ist bei einer Depression besonders wichtig, auch um die Gefahr der Selbsttötung zu vermindern. Die Patienten werden meist mit Antidepressiva (Psychopharmaka) behandelt, auch Schlafentzug und eine Lichttherapie wirken heilsam. Am wichtigsten sind psycho- und soziotherapeutische Maßnahmen (Psychotherapie) und der Kontakt zu einer Bezugsperson.

 

 

Sucht und Abhängigkeit

 

Drogen

 
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