Johannes-Diakonie Mosbach

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PRESSEINFORMATION vom 23. Juni 2009

Am Ende steht der lachende, weiße König

Ausstellung »Kunst und Psyche« der KJPP in der Sparkasse Neckartal-Odenwald

Mosbach. Eine gute Ausstellungseröffnung ist wie die Bilder, die sie zeigt: Ihre Bedeutung beginnt beim räumlichen Rahmen, geht über das Selbstverständnis der Kunstrichtung, und schließlich gibt sie einen immer tieferen Einblick in das Motiv und Denken der Künstler. »Von Rede zu Rede kommen wir den Bildern immer näher«, kommentierte ein Redner den Verlauf der Vernissage: Mit ihr eröffnete die Ausstellung »Kunst und Psyche« der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Johannes-Anstalten Mosbach (KJPP) am 22. Juni in der Sparkasse Neckartal-Odenwald in Mosbach. Am Ende der Einführung stand der Künstler als lachender, weißer König im Mittelpunkt.

Den Rahmen der Ausstellungseröffnung bildete die Begrüßung der etwa 60 Gäste durch Sparkassendirektor Gerhard Stock, der gleichzeitig Verwaltungsratsmitglied der Johannes-Anstalten Mosbach ist. Unter den Gästen: Bürgermeister Michael Keilbach, Stadt- und Stadtseniorenräte, Oberbürgermeister a. D. Gerhard Lauth, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Mosbach Wolfgang Obermeier, Leiter mehrerer Schulen und Repräsentanten öffentlicher Einrichtungen, die Vorsitzende des Fördervereins Kinder und Kunst Ella Eckstein, Vertreter der Johannes-Anstalten Mosbach sowie von der Sparkasse der ehemalige Vorstandsvorsitzenden Manfred Schillinger, das ehemalige Vorstandsmitglied Alfred Uihelein sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Regionaldirektor Andreas Schulze voran. Stock verband mit der Ausstallung den Wunsch, dass sie Aufmerksamkeit für psychisch kranke Kinder und Jugendliche wecke.

In den Johannes-Anstalten Mosbach finden sie seit langem diese Aufmerksamkeit, und gleich mit zwei Bilderschauen richteten sie im Sommer den Fokus auf die Situation von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen: in der Salinenklinik in Bad Rappenau (Bericht auf folgender Seite) und in der Sparkasse in Mosbach. Hierauf wies Dr. Vater, Stellvertreter des Geschäftsführers der Johannes-Anstalten Mosbach, in seiner Vorstellung des Sozialunternehmens hin.

Nach den Ausführungen über den Rahmen erläutert Dr. Karsten Rudolf, Chefarzt der KJPP, das Selbstverständnis, mit dem Patienten in der Klinik beim Malen begleitet werden: Psychiatrie und Psychotherapie seien ein Kommunikations- und Beziehungsfach, das auf Sprache angewiesen sei. Die Kunst unterstütze es, indem sie die innere Welt der Menschen erfahren lasse. Kunst docke an Talente und Ressourcen an und ermögliche, Kontakt zu jungen Patienten aufzunehmen. Zudem schaffe sie die Voraussetzung, Kontakte nach außen herzustellen und Menschen aus dem klinischen Umfeld herauszubringen. »Machen Sie Werbung für die Ausstellung!«, schloss er deshalb.

Am Ende der Ausstellungseröffnung standen das künstlerische Motiv und Denken der Künstler im Zentrum. Kirsten Weidinger, Heilerzieherin an der KJPP, erläuterte diese, indem sie einen künstlerischen Schaffensprozesses nachstellte: Am Anfang steht das Kind vielleicht ängstlich und unsicher vor einem weißen Blatt Papier. Erst zaghaft, aber dann immer mutiger malt es. Schließlich entsteht ein buntes und farbenschweres Bild, und das Kind fragt: »Darf ich das nächste Mal an dem Bild weitermalen?« In der folgenden Phase deckt es das freundliche Bild mit dunklen Farben ab. Doch dann wieder ein Lichtblick beim Malen, das Weidinger prozessorientiert begleitet und in seinen Impulsen stärkt: Das Kind sagt: »Ich entscheide, wann das Bild fertig ist!« – und pinselt einen weißen, lachenden König über den düsteren Untergrund.

Dann spielte das junge Gitarren-Duo Hannah Reger und Dominik Hehl von der Musikschule Mosbach ein weiteres seiner sanftmütigen Intermezzi, die nicht nur die Reden verbanden.

Das Projekt »Kunst und Psyche« startete 2007 mit finanzieller Unterstützung der Aktion Opferwoche der Diakonie an der KJPP. Inzwischen gehört es dort zum therapeutischen Regelangebot, das Ergotherapeutin Simone Hafner und Kirsten Waidinger betreuen. Es unterstützt mit unterschiedlichen Techniken und Mitteln, dass sich Kinder und Jugendliche während ihres stationären Aufenthalts gesundheitlich positiv entwickeln. Das Projekt »Kunst und Psyche« versteht sich als Ergänzung zum multiprofessionellen Therapie- und Pädagogikangebot der KJPP. Es wird weiterhin auch durch Spenden ermöglicht, für die die KJPP allen Förderinnen und Fördern herzlich dankt.

Die Bankverbindung lautet: Sparkasse Neckartal-Odenwald, Konto: 3002144, BLZ: 674 500 48 mit dem Verwendungszweck: KJPP.