
PRESSEINFORMATION vom 8. Juli 2009
Neckarzimmern/Mosbach. Noch sind die Blüten der Weinreben kleine, feste und grüne Kügelchen. Doch spätestens im Herbst sollen sie von Auszubildenden des BBW als fruchtige Trauben gelesen werden: auf dem Weinberg in Neckarzimmern, den Christian Stuber, Bürgermeister der Gemeinde Neckarzimmern, zusammen mit Michael Jann, Oberbürgermeister von Mosbach, und Roland Lauer, Bürgermeister der Gemeinde Obrigheim, dem BBW der Johannes-Anstalten Mosbach am 3. Juli vor Ort übergaben.
Im Gewann Grießle trafen Jann, Stuber und Lauer sowie Albert Stelzle, Leiter des BBW, und Christof Mölkner, Internatsleiter des BBW und Leiter des Weinbauprojektes, auf Jugendliche des Ausbildungsgangs Gartenbaufachwerker/in. Unter der Anleitung von Ansgar Herold, Ausbilder am BBW mit Erfahrung im Weinanbau, hatten sie an diesem Tag schon einiges geleistet: mit dem motorisierten Freischneider Unkraut zwischen den Reben entfernt, mit der Heckenschere die Reben in der Höhe beschnitten und mit der Säge umliegende Hölzer zerkleinert.
Den Weinberg hat die berufliche Bildungseinrichtung von der Stadt Neckarzimmern gepachtet. Deren Bürgermeister Stuber hatte vom gemeinsamen Weinbauprojekt des BBW und einer ungarischen Partnereinrichtung in der Bonschelklinge der Johannes-Anstalten Mosbach erfahren. Das brachte Stuber auf eine Idee: Wäre es dem Berufsbildungswerk Mosbach möglich, Wein herzustellen, den die Gemeinden Neckarzimmern, Obrigheim und Mosbach Gästen als Präsente überreichen könnten? Die Leitung des BBW hielt seinen Einfall für fruchtbar – auch pädagogisch: „Die BBWler können berufliche Erfahrungen anhand konkreter und praktischer Aufgabe sammeln“, erklärte Mölkner. Zehn bis zwölf Jugendliche bildet die Rehabilitationseinrichtung für junge Menschen mit einer Lern- und Mehrfachbehinderung im Rebberg zu Gartenbaufachwerkerinnen und -werkern aus. 20- bis 30-mal an einem heißen Sommertag den Hang rauf- und runterzulaufen, sei das Schwerste an der Arbeit, erzählten die Auszubildenden. Das Tolle an dieser aber sei, Neues zu lernen, Verantwortung im Umgang mit Maschinen zu üben und in diesem Team zu arbeiten – denn einige der Jugendlichen hier sind auch privat befreundet.
Wie groß der diesjährige Ertrag aus dem Weinberg sein wird? – da mochte Herold sich nicht festlegen: „Schon ein Hagel kann die Traubenlese zunichte machen“, weiß der Fachmann. Wenn alles gut geht, wird der Weinbau Pavillon in Gundelsheim, mit dem das BBW kooperiert, die eigentliche Weinherstellung übernehmen. Dann können sich das BBW und seine Jugendlichen mit eigenem Etikett auf den Weinflaschen in der Öffentlichkeit mit den Weinsorten „Müller-Thurgau“ und „Kerner“ präsentieren. Wie werden die Weinflaschen zwischen den Gemeinden aufgeteilt? „Darüber werden wir uns noch einigen – bei einem Gläschen Wein“, witzelte Lauer. (da)