Johannes-Diakonie Mosbach

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PRESSEINFORMATION vom 12. Juli 2009

Auf und neben dem Spielfeld eine Menge geboten

Überregionales 15. Integrations-Turnier der Johannes-Anstalten Mosbach: Schüler mit und ohne Behinderung teilten Fußball-Begeisterung

Schwarzach. „Laufen!“, „Abwehren!“, „Schießen!“ – und das taten die Spielerinnen und Spieler beim 15. Integrations-Turnier, das jetzt an der Schwarzbach Schule der Johannes-Anstalten Mosbach in Schwarzach stattfand. Wenn auch nicht immer so, wie die Lehrerinnen und Lehrer sie vom Rand des Fußballfeldes anfeuerten. Dennoch liefen, wehrten ab und schossen sie – und das mit vollem Einsatz. Auch am Spielfeldrand tat sich eine Menge.

Spieler auf dem Platz laufen dem Fußball hinterher

„Das Turnier bringt Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen zusammen und führt sie nach Schwarzach“, erläutert Wilfried Hans, Lehrer an der Schwarzbach Schule und neben seinem Kollegen Friedrich Rückert Organisator des jährlich stattfinden Sportfestes. „Willst du ein Stück Kuchen kaufen?“, unterbricht ihn eine Schülerin der Schwarzbach Schule, eine Sonderschule für junge Menschen mit Behinderungen. Die Schülerin gehört zu den Teams „Cafe Chaos“ und „Cafe Cool“, das die Gäste und Teilnehmenden des Fußballspiels bewirtete. „Später, Dilara“, sagt Hans, „ich habe gerade meine Geldbörse nicht dabei“, und fährt mit seiner Erläuterung fort: „Das Turnier findet seit 1994 statt. Zu diesem kommen Grundschulen, Förderschulen für Menschen mit Lernbehinderung und Schulen für Menschen mit geistiger Behinderung aus der ganzen Region und darüber hinaus – die längsten Anreise hatte die Kaywaldschule aus Lauffen.“ „Willst du nun Kuchen?“, beharrt Dilara Altay. „Doch, aber später“, geht Hans auf sie ein.

„GSN vor, noch ein Tor!“, kreischen inzwischen die Schülerinnen der Grundschule Neunkirchen für ihr Team. Zuvor hatte Steven Reres, Sonderschulkonrektor der Schwarzbach Schule, das Turnier eröffnet. Die Schülerinnen strecken Plakate für ihre Mitschüler in die Luft, auf denen steht: „Neunkirchen schafft alles!“ und „Tor, Tor, Tor!“. Andere von ihnen winken mit Fähnchen, auf denen in bunten Farben der Namen ihrer Schule zu lesen ist. GSN-Fans mit Plakaten und FähnchenIhre Fan-Ausstattung haben sie nach dem Schulunterricht eigens für diesen Wettkampf gebastelt und bemalt, erzählt ihre Klassenlehrerin Heike Stamm. Die Stimmungsmacherinnen und Fans der Herzen sind sie schon jetzt. „In der Mittagspause kommen auch Beschäftigte der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vorbei, um sich die Fußballspiele anzuschauen“, berichtet Hans. „Jetzt Kuchen?“, fragt ihn Dilara.

„Geh nach vorn!“, „Ran an den Mann!“, „Jawoll!“, rufen die Lehrerinnen und Lehrer ihren Teams auf dem Spielfeld zu. „Alle Mannschaften sind gut“, weiß Semi Ozkorucu, Spieler der Schwarzbach Schule, und beglückwünscht mit Handschlag seine Gegner. Beim Elfmeterschießen legen sich die Spieler der Wingertsbergschule Reihen und der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Aglasterhausen gegenseitig die Arme auf die Schultern, um sich zu ermutigten  – wie ihre großen Vorbilder in der Bundesliga und Nationalmannschaft. „Drei zu vier!“, gibt Lehrer Roland Zuckrigl über die Lautsprecheranlage das Endergebnis bekannt. „Ein Stück Kuchen?“, steht Dilara hinter Hans, der wie Rückert alle Hände damit voll zu tun hat, für den glatten Ablauf des Turniers zu sorgen. „Gleich gerne. Ich habe aber noch immer kein Geld dabei“, vertröstet Hans sie auf später.

 

Dann endlich die Siegerehrung. Bei dieser übergaben der Sonderschulkonrektor und die beiden Die Lehrer und Organisatoren gratulieren einem Spieler der Schwarzbach SchuleOrganisatoren jeder Mannschaft eine Urkunde und einen Lederball, weil „Pokale nur verstauben“, wie Rückert ihnen erklärte und sie dadurch zum Trainieren ermutigte. Die Plätze drei bis eins in der Gruppe der Grundschulen erkämpften sich: Wingertsbergschule Reihen, Friedrich-Heuss-Schule Haßmersheim und Grafeneckschule Helmstadt. Die Platzierungen drei bis eins in der Gruppe der Förderschulen sicherten sich: Kraichgauschule Eppingen, Gebrüder-Grimm-Schule Daudenzell und Carl-Orff-Schule Sinsheim. In der Gruppe der Schulen für Menschen mit geistiger Behinderung freuten sich über den dritten bis ersten Platz: Alois-Wissmann-Schule Buchen, Schwarzbach Schule Schwarzach und Graf von Galen-Schule Heidelberg. Vielleicht erspielen sich die anderen teilnehmenden Mannschaften beim Integrations-Turnier im nächsten Jahr eine bessere Platzierung: Grundschule Schwarzach, Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Aglasterhausen und Grundschule Neunkirchen sowie Kaywaldschule Lauffen am Neckar, Johannesberg Schule Mosbach und Astrid-Lindgren-Schule Neckarsulm.

„Du, Herr Hans“, tritt Dilara an den Angesprochenen heran. „Hier habe ich einen Euro für dich. Jetzt kannst du bei mir ein Stück Kuchen kaufen!“ Das Integrations-Turnier schärfte auch die sozialen Kompetenzen der Beteiligten – und dies nicht nur auf dem Spielfeld. (da)