
PRESSEINFORMATION vom 12. August 2009
Mosbach. Bei der diesjährigen Entlassfeier verabschiedete das Berufsbildungswerk (BBW) der Johannes-Anstalten Mosbach dieser Tage in der Johanneskirche 75 Auszubildende. Sie hatten in den über 20 Berufsausbildungen, die das BBW anbietet, erfolgreich ihre Prüfungen abgelegt. Auf ihre Arbeit beispielsweise als Fahrradmonteur, Holzbearbeiterin, Fachlagerist, Beikoch und Gartenbaufachwerkerin wurden sie im BBW nicht nur fachlich vorbereitet, sondern dazu auch in ihren persönlichen und sozialen Kompetenzen gestärkt.
„Wir haben in diesem Jahr Schönes und Schwieriges erlebt“, riefen Jugendliche des BBW im Eingangsgebet des von Pfarrer Richard Lallathin geleiteten Festgottesdienstes in Erinnerung. Was die Absolventen sowie deren Eltern, Angehörige und Freunde aus diesem mitnahmen, war der Einsatz Albert Schweitzers für das friedliche Miteinander der Menschen. Auszubildende hatten sein Leben und Wirken als ein Thema des zurückliegenden Religionsunterrichtes vorgestellt. Im abschließenden Fürbittengebet baten sie dann auch darum, dass „wir mit dem, was wir im BBW gelernt haben, verantwortungsvoll umgehen“ und „das Schöne und Gute in unseren Herzen behalten können“. Das optimistischen Lied „Sunny“ der aus Mitarbeitenden und Jugendlichen gebildete BBW-Band schloss den Gottesdienst und leitete zu den Festreden über.
Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, griff die Stimmung auf und gratulierte den Absolventen zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Er wies aber ebenfalls auf die Herausforderungen des BBW in den vergangenen Jahren hin. Zu diesen gehöre auch, dass „neben ihrer Lernbehinderung zunehmend Jugendliche zu uns kommen, die mehrfach behindert sind, häufig noch verbunden mit zum Teil massiven psychischen und Verhaltensproblemen“. Mit Recht könnten deshalb alle stolz sein, die die Jugendlichen familiär, freundschaftlich und beruflich begleitet hätten. Adler dankte insbesondere Stefan Beil, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Tauberbischofsheim, Angelika Riemer und den Rehabilitations-Beratern von der Arbeitsagentur Mosbach dafür, dass sie auch in Krisenzeiten fair und partnerschaftlich zu den Johannes-Anstalten gestanden hätten – dem Beil in seiner Rede zustimmte.

Dieser betonte, dass eine Berufsausbildung gerade in Krisenzeiten der Wirtschaft eine wichtiges Fundament sei, wenn auch nur ein erster Schritt hin zur Beschäftigung. „Bleiben Sie nicht stehen“, forderte er die Absolventinnen und Absolventen auf. Beil freute sich darüber, dass einige von ihnen bereits einen Arbeitsplatz gefunden hätten.
An die ehemaligen Auszubildenden gewandt, sagte Albert Stelzle, Leiter des BBW: „Sie stehen heute zu Recht im Mittelpunkt.“ Er schloss aber ein: Leistung brauche ein leistungsförderndes Umfeld, welches das BBW Mosbach biete. Deshalb dankte er Ausbildern, Lehrern, Erziehern, Sozialpädagogen, Psychologen, Ärzten und Therapeuten des BBW, dass sie die Grundlage für den weiteren Lebensweg der Absolventen gelegt hätten. „Bei uns steht der ganze Mensch im Mittelpunkt“, brachte er es auf den Punkt. Damit griff er den Zusammenhang fachlicher, sozialer und persönlicher Kompetenzen auf, den auch Beil für das Berufsleben als erforderlich genannt hatte. Die zweite oder dritte Chance, die das BBW Jungendlichen laut Stelzle biete, wird in diesem Jahr nur ein Auszubildender nutzen müssen. Dank sagte Stelzle den Prüfenden aus den Betrieben und Berufschulen der Region sowie die für die Prüfung zuständigen Stellen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, die Geschäftsführer Harald Töltl vertrat. In seine Danksagung schloss er auch die Handwerkskammer Mannheim, das Regierungspräsidium Karlsruhe, die Bundesagentur für Arbeit und die kooperierende Hardbergschule ein, von der Rektor Otto Bischoff anwesend war. Die BBWler bestärkte Stelzle schließlich: „Sie müssen nun die Verantwortung für Ihr eigenes Leben übernehmen.“
Die Ermutigung griff Sebastian Gerggersen, ehemaliger Vorsitzender der Reha-Vertretung des BBW, in Reimform auf: „Wer vorwärts geht und nicht zurück, der findet sein Glück“. Den Reden schloss sich spontan auch Gerda Funda, Mutter eines Absolventen, an. Sie dankte den Vertretern des BBW und der Arbeitsagentur für die gute Unterstützung und Begleitung.
Für herausragende schulische Leistungen zeichnete Reinhard Seibel, Leiter der Sonderberufsschule, Tatjana Gutsche und Daniel Hochmuth aus. Internatsleiter Gerd Otto überreichte für ihre soziale und persönliche Entwicklung, die sie auch ins BBW einbrachten, Patrick Gärtner, Daniel Peppler, Sebastian Greggersen und Markus Keller Geschenke.
Die Absolventen des Bereichs Gartenbau bedankten sich bei Lehrern und Ausbildern mit selbst gefertigten Gestecken und Blumen. Mitarbeitende des BBW wiederum verabschiedeten sich von den Auszubildenden, indem sie diese auf dem Platz vor dem BBW bewirteten, während Hansi Süssenbach mit seinen Schlagern die Feierstimmung weiter hob. (da)