Johannes-Diakonie Mosbach

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PRESSEINFORMATION vom 16. Oktober 2009

Aufklärung tut Not

Beate Schulze referierte über „Stigma, Mythen und Vorurteile“ im Umgang mit psychischen Erkrankungen

Mosbach. „Stigma, Mythen, Vorurteile“ – der Titel des Vortrags, den die im Gemeindepsychiatrischen Verbund Neckar-Odenwald zusammengeschlossenen Dienste und Einrichtungen zum Tag der seelischen Gesundheit im vollbesetzten Steiner-Saal der Volksbank Mosbach anboten, fasste bestens zusammen, womit Betroffene psychischer Erkrankungen in ihrem Alltag zu kämpfen haben. Beate Schulze von der Universität Zürich fragte nach dem Warum und zeigte alternative Strategien auf.

Nach einleitenden Worten von Dr. Burkhard Lang, Chefarzt der Neurologisch-psychiatrischen Klinik Beate Schulze im Gespräch mit Dr. Burkhard Lang, Chefarzt der Neurologisch-Psychiatrischen Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach.der Johannes-Anstalten in Mosbach, sowie Grußworten von Martin Wuttke, erster Landesbeamter des Neckar-Odenwald-Kreises, und Michael Keilbach, Bürgermeister von Mosbach, die beide die Bemühungen der Veranstalter lobten und würdigten, begann Beate Schulze ihren Vortrag mit der Feststellung, dass psychische Erkrankungen stetig zunähmen. Zentrale Fragen in ihrem Vortrag waren: Welche Vorurteile gegenüber psychisch Kranken bestehen in der Bevölkerung? Wieso werden Psychotherapie und medikamentöse Behandlung nicht angenommen? Und: Wie kann mit Betroffenen gleichberechtigt umgegangen werden?

Psychisch kranke Menschen würden häufig sowohl privat als auch beruflich benachteiligt. Die Stigmatisierung wirke sich negativ auf Selbstbild und Heilungsprozess aus. Ein klareres Krankheitsverständnis und das adäquate Verhalten des sozialen Umfeldes seien daher von entscheidender Bedeutung. Dem stünden aber Stereotype entgegen, die in der Gesellschaft zur Festigung von Regeln, zum vereinfachten Erfassen von Erfahrungen und zur Überlegenheit gegenüber anderen Menschen eingesetzt würden.

Wie aber kann Stigmatisierung abgebaut werden? Nach Schulze sind vor allem Aufklärung und der Kontakt zu den Betroffenen wichtig. Hilfreich könne es für diese sein, nicht das stigmatisierte Verhalten zu übernehmen und Bewältigungsstrategien zu erlernen. Die Bevölkerung müsse über psychische Krankheiten und den Umgang mit ihnen aufgeklärt werden. Nicht zuletzt müsse die Behandlung durch Ärzte behutsam und selbstkritisch vorgenommen werden.

Der Referentin ist es in ihrem Vortrag recht gut gelungen, einen Überblick über die neueren Forschungsergebnisse zum Thema Stigmatisierung zu liefern und in der Bevölkerung Interesse für dieses Thema zu wecken. Für Auflockerung sorgten der Singkreis und die Orffgruppe der Johannes-Anstalten Mosbach, deren Musik mitreißende Lebensfreude vermittelte. Nach dem Vortrag hatten die zahlreichen Besucher Gelegenheit, sich an den Infoständen der beteiligten Dienste und Einrichtungen zu informieren oder auch ganz konkreten Rat einzuholen.

Das Thema wird im Rahmen eines Schulprojektes in Mosbach und Buchen vertieft. Dort sprechen Fachleute der Psychiatrie, Psychotherapie und Pädagogik mit Schülern über Stigma, Mythen und Vorurteile im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen.