Johannes-Diakonie Mosbach

  1. Wer wir sind
  2. Standorte
  3. Seelsorge
  4. Mitarbeit
  5. Produktpalette
  6. Info-Material
  7. Links
  8. Presse
  9. Ansprechpartner
  10. Spenden
  11. Impressum

 

 

 

 

 

PRESSEINFORMATION vom 16.3.2005

„Hier wird hervorragende Arbeit geleistet“

Landrat Detlef Piepenburg zu Gast im Frühförderzentrum Neckarelz – Kreis um Unterstützung bei Bemühung um Kostendeckung gebeten

Mosbach. Auf Einladung der Johannes-Anstalten Mosbach war Landrat Detlef Piepenburg dieser Tage zu Gast im Frühförderzentrum (FFZ). Die Johannes-Anstalten unterhalten diese Einrichtung, die der Versorgung von Kindern mit Entwicklungsstörungen und drohender Behinderung dient, seit 1991 in der Heidelberger Straße 20 in Neckarelz. Seit dem 1. Januar 2005 ist der Kreis zusammen mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Verhandlungspartner für die Johannes-Anstalten und ihre Einrichtungen.

Dr. Alexander Vater, Leiter des Geschäftsbereichs Beschäftigung und Gesundheit der Johannes-Anstalten, der neben dem Landrat auch Renate Körber, Fachbereichsleiterin Soziales im Landratsamt, und ihren Kollegen Peter Roos begrüßte, stellte die Einrichtung kurz vor. Um Hemmschwellen gering zu halten, liege sie bewusst außerhalb des Anstaltsgeländes „mittendrin“ in Neckarelz.

Im Mittelpunkt des Informationsbesuches stand das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) mit circa 1.800 Behandlungsfällen pro Jahr, hinter denen rund 900 Kinder stehen. 75 Prozent von ihnen kommen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, erläuterte FFZ-Leiter Dr. Wolfgang Broxtermann. Das Altersspektrum reicht vom „Frühchen“ bis zum jungen Erwachsenen, die Bandbreite der Diagnosen von der Hyperaktivität bis zur Epilepsie, von der Teilleistungsstörung bis zur Schwerstmehrfachbehinderung.

Das Frühförderzentrum, zu dem neben dem SPZ noch eine interdisziplinäre Frühförderstelle mit integrierter sonderpädagogischer Beratungsstelle gehört, verfügt über umfassende Möglichkeiten medizinischer und psychologischer Diagnostik sowie über eine
enorme Bandbreite therapeutischer Angebote: von Krankengymnastik einschließlich Reittherapie über Ergotherapie und Logopädie, Heilpädagogik, Sozialtraining und sonderpädagogische Früherziehung bis zur Psychotherapie im kleinen Umfang und medikamentösen Therapie. Kooperationspartner sind die Humangenetik und die Orthopädie der Uniklinik Heidelberg, außerdem bildet das Frühförderzentrum ein Netzwerk mit Kinderärzten und -kliniken, Kindergärten und Schulen, Landratsämtern, Therapiepraxen, Erziehungsberatungsstellen und Kinderhospizen.

Das FFZ beschäftigt aktuell 22 Mitarbeitende, unter anderem zwei Neuropädiater, drei Psychologen, zwei Sonderschulpädagoginnen, fünf Krankengymnastinnen, zwei Heilpädagogen, zwei Logopädinnen, eine Ergotherapeutin, eine EEG-Assistentin und vier Sekretariatskräfte.

Probleme bereitet die Kostenunterdeckung im Sozialpädiatrischen Zentrum. Die von den Krankenkassen gewährte Quartalspauschale in Höhe von 273 Euro reicht bei weitem nicht aus, denn sie berücksichtigt ausschließlich medizinische Leistungen. Daher müssen die Johannes-Anstalten seit Jahren ein erhebliches Defizit ausgleichen. Ihre Hoffnung ist, dass der Kreis künftig den von den Kassen nicht gedeckten Sozialhilfeanteil der Kosten trägt.

„Hier wird hervorragende Arbeit geleistet“, zeigte sich der Landrat nach den Ausführungen und einem Rundgang durch das Haus beeindruckt. Für eine Kostenübernahme bestehe von Seiten des Kreises aber keine rechtliche Verpflichtung, stellte er klar. Er sicherte aber einen offenen und fairen Umgang mit der Problematik zu. Dass die Leistungen des Frühförderzentrums auch im Hinblick auf Senkung von Folgekosten gesehen werden, betonte Renate Körber: „Der Bereich, wo man Eingliederungshilfe senken kann, sind die Neuzugänge.“ Dies auch der Politik zu vermitteln, sei nun die vorrangige Aufgabe, ergänzte ihr Kollege Peter Roos.


PRESSEINFORMATION vom 16.3.2005

Neues Leitungsteam in den Lahrer Werkstätten

Bisheriger Gesamtleiter Thomas Fick wechselt zur Lebenshilfe Sinsheim

Mosbach/Lahr. Wechsel in der Leitung der Lahrer Werkstätten: Ein neues Team hat kommissarisch die Führung der Einrichtung der Johannes-Anstalten Mosbach übernommen. Neuer kommissarischer Gesamtleiter ist Bernhard Meier-Hug, der seit dem 1. Februar bereits Leiter der Werkstatt ist. Ihm zur Seite stehen Katja Kistner als kommissarische Leiterin des Wohnbereichs und Erwin Stiegeler, wie bisher stellvertretender Werkstattleiter. Der bisherige Gesamtleiter Thomas Fick wechselt aus familiären Gründen nach nur drei Jahren im Amt zur Lebenshilfe Sinsheim.

Katja Kistner und Erwin Stiegeler arbeiten schon länger in den Lahrer Werkstätten. Bernhard Meier-Hug wechselte von den Caritas-Werkstätten St. Georg in Freiburg nach Lahr.

Weil mit dieser Interimslösung die durch den Weggang von Thomas Fick entstandene Lücke schnell geschlossen werden konnte, war Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, am Dienstag (15. März) mit dem berühmten „lachenden und weinenden Auge“ zur Abschiedsfeier nach Lahr gekommen. Fick verlasse die Einrichtung in einer Phase der Neuorientierung, in welcher sich durch die Kommunalisierung der Eingliederungshilfe die gesamte Behindertenhilfe in Baden-Württemberg befinde. Für die künftige Positionierung der Lahrer Werkstätten im Ortenaukreis habe er hervorragende Vorarbeiten geleistet, Konzepte für Neubauten und Sanierungen vorangetrieben und viel für das Klima am Standort Lahr getan. Dafür bedankte sich Adler „aus vollstem Herzen“.

Sich immer wieder neu auf den Weg zu machen und nicht starr in alten Ansichten zu verharren, sei ein lebendiger Weg des Glaubens, stellte Pfarrer Eckhard Weißenberger in einer kurzen Besinnung fest. Dies gab er sowohl dem Vorgänger als auch dem Nachfolger als Ermutigung mit auf den Weg.

„Schneller als gedacht und geplant“ verlasse er die Lahrer Werkstätten, bekannte Fick und blickte auf eine „recht bewegte Zeit“ zurück. Sein Dienstantritt fiel mit der QM-Zertifizierung zusammen. In der Werkstatt konnte die Auftragslage konsolidiert werden, eine neue Dienstleistungsgruppe wurde ins Leben gerufen, eine neue Lagerhalle und eine neue Gruppe im Förder- und Betreuungsbereich sind entstanden. Auch im Wohnbereich wurden die Belegungszahlen stabil gehalten, Verbund- und Gruppenleitungen sowie neue Wohnformen wie Betreutes und Begleitetes Wohnen eingeführt. Eine ganze Reihe von Verwaltungsaufgaben wurde von Mosbach auf Lahr übertragen.

„Jeder und jede hat seinen Beitrag geleistet, dass die Lahrer Werkstätten einen guten Schritt vorangekommen sind“, stellte Fick fest. Für die künftige Entwicklung wünschte er der neuen Leitung viel Geschick und einen langen Atem. Die Präsenz bei den Kommunen werde künftig zum entscheidenden Faktor. Als wesentliches Element aber müsse zum Wissen und Verstand das Herz hinzukommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigte er, mehr Mut zu neuen Wegen zu haben.

Die Nachricht vom Weggang Ficks habe eingeschlagen wie eine Bombe, berichtete Werner Hug von der Mitarbeitervertretung. Er dankte dem bisherigen Gesamtleiter dafür, den Mitarbeitenden Freiräume für Kreativität und persönliche Entfaltung gelassen zu haben. Die Hoffnung, sich auch künftig bei Bedarf hilfesuchend an den Vorgänger wenden zu dürfen, drückte Bernhard Meier-Hug aus. Er wünschte Thomas Fick einen guten Start in Sinsheim.

Ironisch-heitere Beiträge steuerten Uwe Wacker und Ambros Hog, beide im Arbeitsbereich der Lahrer Werkstätten tätig, zu der Feier bei. Für den Heimbeirat verabschiedete sich Astrid Hug mit herzlichen Worten von Thomas Fick, denen nichts hinzuzufügen war: „Sie waren ein netter Mensch.“


PRESSEINFORMATION vom 15.3.2005

So funktioniert das also mit dem Osterei

Schulkindergarten „Kleckse“ besuchte die Geflügelfarm Repp

Mosbach. Unter dem Motto „Wie kommt der Hase zum Ei?“ war der Schulkindergarten „Kleckse“ der Johannes-Anstalten Mosbach dieser Tage zu Gast auf der Geflügelfarm Repp in Großheubach.

Als Osterhasen verkleidet, färbten die Mitarbeiter 3000 Eier pro Stunde. Auch die Gäste durften Eier zeichnen und durch die Färbemaschine schicken. Für die Kinder war es ein großes Erlebnis, zu sehen, wie der „Osterhase“ die Eier färbt.

72.000 Eier erhalten so täglich ihr buntes Kleid und werden an die Märkte weitergegeben. Die Geflügelfarm hat 2000 Hühner in artgerechter Freilandhaltung im bundesweit ersten mobilen Hühnerstall.

Auch die maschinelle Nudelherstellung interessierte die Kinder und die begleitenden Eltern sehr. Für die staunenden Kinder war das Geheimnis um den Eier legenden Osterhasen endlich gelüftet.

Der Schulkindergarten „Kleckse“ der Johannes-Anstalten Mosbach ist eine Frühfördereinrichtung für Kinder im Alter von circa drei bis sieben Jahren aus dem Neckar-Odenwald-Kreis. Lehrer und Therapeuten unterstützen die Kinder in Kleinstgruppen oder Einzelförderung in ihrer gesamten Entwicklung. Aufgenommen werden können auch vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder.


PRESSEINFORMATION vom 14. März 2005

„Visitation“ in der Johannesgemeinde

Kirchliche Arbeit in den Johannes-Anstalten Mosbach unter der Lupe

Mosbach. Was in der Wirtschaft Qualitätsmanagement heißt, ist im kirchlichen Bereich mit der „Visitation“ zu vergleichen. Eine Kommission der Evangelischen Landeskirche Baden unter Leitung von Dekan Dirk Keller besuchte kürzlich zu diesem Zweck das Evangelische Pfarramt bei den Johannes-Anstalten Mosbach. Der Kommission gehörten Kirchenrat Martin Gerhardt sowie die Bezirkskirchenräte Hanna Gebhard, Gunnar Ischir und Gunnar Kuderer an. Die Kirchenvertreter machten sich bei der Visitation ein Bild von der seelsorgerlichen Arbeit des Pfarrerehepaares Birgit und Richard Lallathin, um die kirchliche Arbeit dort neu zu bewerten.

Nach Gesprächen mit allen an der kirchlichen Arbeit Beteiligten, dem beratenden Vorstand der Johannes-Anstalten, dem Andachtskreis und der Leitung des Berufsbildungswerkes fand am Sonntag ein Gottesdienst mit anschließender Gemeindeversammlung statt. Predigtthema aus dem Johannesevangelium war das Bibelwort vom Weizenkorn, das in die Erde fällt, stirbt und dann viel Frucht bringt. Zum Schluss erhielten die Gottesdienstbesucher einen Pflanztopf, in den sie Weizenkörner säen konnten. Die in den folgenden Tagen aufgehende Saat veranschaulicht das Bibelwort.

In der Gemeindeversammlung meldeten sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Johannes-Anstalten Mosbach lebhaft zu Wort. Sie brachten ihre Vorschläge und Anliegen ein, und es entstand eine rege Diskussion über Gottesdienstzeiten, die Integration von Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften und vieles mehr.

Dekan Dirk Keller drückte im Gottesdienst seine Anerkennung für die segensreiche Arbeit, die in der Johannesgemeinde geleistet wird, aus. Er selbst sei gerne in den Johannes-Anstalten Mosbach und erlebe den lebendigen Gottesdienst mit Freude. Die Kommission, so deutete er an, arbeite an Vorschlägen für die weitere kirchliche Arbeit, die in Kopperation mit den Gemeinden der Region und mit Seelsorgern anderer christlicher Einrichtungen stattfinden soll. Mit Spannung wird nun der Abschlussbericht erwartet.


PRESSEINFORMATION vom 14.3.2005

Älteste Bewohnerin wurde 90

Ida Zimmermann feierte ihren Geburtstag mit vielen Gästen

Schwarzach. Im Haus Schönblick auf dem Schwarzacher Hof ging es am 11. März zu wie in einem Taubenschlag: Den ganzen Tag über kamen Gäste vorbei, um Ida Zimmermann zu ihrem 90. Geburtstag zu gratulieren.

Die älteste Bewohnerin der Johannes-Anstalten Mosbach lebt dort seit 80 Jahren. Entsprechend groß war die Zahl derjenigen, die ihr Glückwünsche und Geschenke brachten. Neben Theo Haaf, Bürgermeister der Gemeinde Schwarzach, und Dr. Peter Rösinger, Geschäftsbereichsleiter Wohnen, kamen zahlreiche Freunde, Bewohner und Mitarbeitende der Einladung der Jubilarin nach und feierten mit ihr den Geburtstag bei Kaffee und Kuchen. Besonders freute sich Ida Zimmermann über das „Hof Quintett“, das ihr unter anderem das Geburtstagsständchen „Wie schön, dass Du geboren bist“ brachte. Auch freute sie sich über ihr Leibgericht, das sie sich für diesen besonderen Tag gewünscht hatte: Nudelsalat.

Ida Zimmermann, die in Basel geboren ist, hatte viele Jahre bei den Johannes-Anstalten in Mosbach gewohnt. Hier erlebte sie auch die Kriegsjahre und die Deportationen von Heimbewohnern. 1952 zog sie auf den Schwarzacher Hof, wo sie im Haus Schönblick ihr neues Zuhause fand.

Im Laufe ihres Lebens war sie verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen. In jungen Jahren arbeitete sie in der Küche und reinigte in den Wohnbereichen der Johannes-Anstalten Mosbach Zimmer. Auch Wäsche flickte und nähte sie. Später verpackte sie Kerzen, Seifen und Wäscheklammern in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Heute noch macht sich Ida Zimmermann in ihrer Wohngruppe nützlich und sortiert die Wäsche. Sie liest gerne die Tageszeitung und liebt es, Strümpfe zu stricken. Geistliche Stärkung holt sie sich täglich aus dem Neukirchener Kalender. Mit wachem Blick verfolgt die Seniorin das Alltagsgeschehen, und mit alten Bekannten außerhalb des Schwarzacher Hofs pflegt sie den Briefkontakt. So las sie auch gleich aufmerksam die vielen Glückwunschkarten, die sie an diesem Tag erhalten hat.


PRESSEINFORMATION vom 3.2.2005

"Sehne mich süchtig"

Theaterstück zur Drogenproblematik im Berufsbildungswerk Mosbach beleuchtete auch die Hintergründe – BBW schafft Stelle für Suchtbeauftragte

Mosbach. „Das Gelabere über die Risiken von Drogenkonsum nervt, da höre ich einfach nicht mehr hin! Schließlich bin ich alt genug und habe keine Lust, an Langeweile zu sterben. In meinem Bekanntenkreis nimmt jeder irgendwas. Das gehört einfach dazu. Außerdem – wir kennen uns aus und haben’s im Griff, und ICH kann sowieso jederzeit damit aufhören.“ So rechtfertigt Pat in dem Theaterstück „Sehne mich süchtig“ ihren Drogenkonsum.

Mit „Sehne mich süchtig“ wurde ein eindrucksvolles Theaterstück der Bühne „theaterspiel“ zum Thema Sucht geboten, das auch die Hintergründe zu beleuchten versucht. Gastgeber war das Berufsbildungswerk (BBW) der Johannes-Anstalten Mosbach, das dieses Theaterstück im Rahmen der Suchtprävention sowohl seinen eigenen Jugendlichen als auch den eingeladenen Mosbacher Schulen und dem Mosbacher Jugendhaus präsentierte.

Pat ist die Jüngste von drei Geschwistern einer Familie, in der nur wenig miteinander geredet wird. Vor allem Ängste, Probleme und Gefühle sind Tabuthemen. Simon und Lene, die beiden älteren Geschwister, haben das Haus bereits verlassen und erhalten nur mühsam die Fassade aufrecht, glückliche und „alltagstaugliche“ Menschen zu sein.

Bei einem Familienfest sehen sich die Geschwister, die nur wenig Kontakt haben und auch wenig übereinander wissen, wieder und spielen den Erwartungen der Eltern gemäß „heile Familie“. Nur Pat beschließt, ihre eigene Party zu feiern. Wie jedes Wochenende puscht sie sich mit Ecstasy auf. „Weil’s Spaß macht, weil’s alle machen und weil es ‚da oben im Kopf dann einen klitzekleinen Moment ruhiger wird’.“ So hat auch sie einen trügerischen Ausweg aus ihrem tristen Dasein gefunden. Mit ihren Freunden und der Droge gelingt es ihr schon seit einiger Zeit, den Alltag mit all seinen Problemen scheinbar hinter sich zu lassen.

Doch dieser Trip endet im Krankenhaus. „Erst habe ich mich erbrochen, dann bin ich umgekippt. Meine Freunde waren selber drauf. Als sie den Notarzt riefen, war es schon fast zu spät.“ Hier herrschte betroffenes Schweigen unter den Zuschauern. Zu zwei Vorstellungen des Theaterstücks waren rund 550 Jugendliche gekommen, um zu sehen, wie Pat, gespielt von Beate Albrecht, ihr Problem in den Griff bekommt.

Wie punktgenau die Schauspieler den Ton getroffen haben, zeigen die Reaktionen des Publikums: konzentrierte Ruhe und eine interessante Fragerunde nach jeder Vorstellung. So wurden die drei Darsteller vor allem nach ihren eigenen Erfahrungen mit Suchtmitteln befragt. Ungeniert standen sie Rede und Antwort, und die Beweggründe Pats, sich überhaupt auf Drogen einzulassen, erschienen auch deshalb so glaubwürdig, weil Beate Albrecht, Gründerin der Bühne „theaterspiel“, dieses Stück nach ihren eigenen Erfahrungen mit Drogen geschrieben hat. Ebenso überzeugten Renate Frisch (Lene) und Carlos Garcia Piedra (Simon) durch Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Aber umgekehrt zeigten sich auch die Schauspieler beeindruckt von den Zuschauern. Sie erlebten vor einem zahlenmäßig überdurchschnittlich großen Publikum eine für Jugendtheater untypische konzentrierte Aufmerksamkeit.

Das Berufsbildungswerk reagiert auf die zunehmende Sucht- und Drogenproblematik junger Menschen, indem eigens die Stelle einer Suchtbeauftragten geschaffen wurde, die Jugendliche mit Suchtproblemen pädagogisch begleitet. Ebenso wird präventiv eine kritische Auseinandersetzung mit Suchtmitteln und deren Risiken unterstützt. Bereits in der Vergangenheit wurde mit suchtgefährdeten Jugendlichen professionell gearbeitet. Durch die geschaffene Stelle geht man im BBW nun neue Wege und stellt sich den zunehmend Sucht fördernden Strukturen in der Gesellschaft und der steigenden Anzahl der suchtgefährdeten bzw. drogenerfahrenen Jugendlichen noch gezielter.

Text: Anja Eller, BBW


PRESSEINFORMATION vom 28.02.2005

Sozialausschuss des Kreistages besucht die Johannes-Anstalten Mosbach

Diskussion über neue Aufgaben für Kreise und kreisfreie Städte in der Behindertenhilfe

Mosbach. Auf Einladung von Geschäftsführer Reinhard Adler kam der Sozialausschuss des Neckar-Odenwald-Kreises dieser Tage zusammen mit Landrat Detlef Piepenburg zu einer Informationsveranstaltung in die Johannes-Anstalten Mosbach. Dabei wurden die neuen Aufgaben diskutiert, die auf die Kreise und kreisfreien Städte durch die Verwaltungsreform zukommen.

Die Auflösung der Landeswohlfahrtsverbände Baden und Württemberg zum 1. Januar 2005 und die damit verbundene Kommunalisierung der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen erfordere, so Adler, eine umfassende Information über die Lebensverhältnisse vor Ort. Der neu gegründete Kommunalverband für Jugend und Soziales mit Sitz in Stuttgart ist künftig zusammen mit den Kreisen zuständig für die Leistungs- und Entgeltverhandlungen.

Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Adler informierten sich die Gäste in einem Rundgang in den Mosbacher Werkstätten am Sportplatz über die vielfältigen Arbeitsangebote für die behinderten Beschäftigten. Die Mosbacher Werkstätten beschäftigen zurzeit rund 470 Menschen mit Behinderungen, sie arbeiten dabei mit 70 Firmen zusammen.

Anschließend besuchten die Gäste einige Wohngruppen im Haus Hase. Dort wohnen Menschen mit mittleren bis schweren Behinderungen. Sichtlich betroffen zeigten sich die Gäste von der Enge in den dennoch sehr gemütlich ausgestatteten Wohngruppen. Es war den Gästen nicht bekannt, dass sich zuweilen drei erwachsene Bewohner ein Zimmer mit 18 Quadratmetern teilen müssen.

Anschließend stellte Adler die Johannes-Anstalten Mosbach mit ihrer Geschichte, den Zielen, Angeboten und Standorten vor. Besonderes Interesse fand die Dezentralisierungsstrategie, die Geschäftsbereichsleiter Dr. Peter Rösinger darlegte. Durch Förderung von Eigenverantwortung werden selbstbestimmtes Leben und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft unterstützt und ambulante Wohnformen weiterentwickelt. Überrascht hat die Aussage, dass ein besonders hoher Bedarf für die Betreuung von Menschen mit so genanntem „herausfordernden Verhalten“ vorliegt. So kommen auf einen freien Platz in diesem Wohnbereich bereits 53 Aufnahmeanträge.

Dr. Alexander Vater, Geschäftsbereichsleiter für Beschäftigung und Gesundheit, stellte die Werkstätten vor und deren zu erwartende Entwicklung. Die Anzahl der benötigten Plätze steige auch  hier, dies könne, so Vater, aus den Schülerzahlen errechnet werden.

Landrat Piepenburg bedankte sich für die umfassenden Informationen. Besonders beeindruckt waren die Gäste, dass die Johannes-Anstalten Mosbach sehr differenziert über die weitere Entwicklung und den Bedarf an Unterstützung für Menschen mit Behinderung in der Region nachdenken und entsprechende strategische Maßnahmen entwickelten. Dennoch war nicht zu überhören, dass sich die Gäste um die Finanzierung der Eingliederungshilfe sorgen und einige Themen aus einem anderen Blickwinkel sehen als die Gastgeber.


PRESSEINFORMATION vom 28.02.2005

Diakoniechef zu Gast in den Johannes-Anstalten Mosbach

Mosbach. Dr. Ernst Schön, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Baden und Mitglied der Unternehmensleitung der Freudenberg-Gruppe in Weinheim, besuchte dieser Tage die Johannes-Anstalten Mosbach, eine der größten Mitgliedseinrichtungen des Diakonischen Werkes Baden.

Dr. Schön war beeindruckt von den vielfältigen Angeboten der Johannes-Anstalten für Menschen mit Behinderungen jeden Alters. Mit den Bereichen „Wohnen“, „Beschäftigung und Gesundheit“ sowie „Berufsbildungswerk“ und „Schulen“ sind sie eine der großen Einrichtungen der Behindertenhilfe in Deutschland. Sie betreuen je nach Erfordernis stationär, teilstationär oder ambulant. Neben dieser Kernaufgabe kümmern sich die Johannes-Anstalten Mosbach auch um kranke Menschen. Sie unterhalten mehrere Kliniken, in Mosbach die Neuropsychiatrische Klinik und die Klinik für Innere Medizin und in Schwarzach die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Gast vom Dezentralisierungskonzept der Johannes-Anstalten Mosbach, das Geschäftsführer Reinhard Adler erläuterte.


PRESSEINFORMATION vom 26.1.2005

Zweites Angehörigentreffen

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie auf dem Schwarzacher Hof lädt ein

Schwarzach. Beinahe täglich wird in den Medien über psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen berichtet; vieles verunsichert und irritiert. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach möchte mit dem Angehörigentreffen ein regelmäßiges Forum für betroffene Eltern und Angehörige schaffen, welches ihnen den Austausch untereinander und den Dialog mit Fachleuten der Klinik ermöglicht.

Das zweite Angehörigentreffen der KJPP findet am Freitag, 18. Februar, von 17 bis 19 Uhr im Ergotherapieraum im Erdgeschoss der Klinik statt. Alle Interessierten sind willkommen.


PRESSEINFORMATION vom 26.1.2005

Flohmarkt und Elternkaffee

Schulkindergarten "Kleckse" der Johannes-Anstalten Mosbach lädt ein

MOSBACH. Der Schulkindergarten "Kleckse" der Johannes-Anstalten in Mosbach, Neckarburkener Straße 2-4, veranstaltet am Samstag, 26. Februar, von 13.30 bis 17 Uhr einen großen Flohmarkt. Es werden vor allem Spielsachen angeboten. Für das leibliche Wohl gibt es Kaffee und Kuchen.

Außerdem lädt der Schulkindergarten am Freitag, 18. Februar, ab 10.30 Uhr zu einem Elternkaffee ein. Zu dieser Veranstaltung sind neben den Eltern auch andere Interessierte willkommen, die sich über den Schulkindergarten informieren möchten.

Der Schulkindergarten ist eine Frühfördereinrichtung für Kinder im Alter von circa drei bis sieben Jahren aus dem Neckar-Odenwald-Kreis. Lehrer und Therapeuten unterstützen die Kinder in Kleinstgruppen oder Einzelförderung in ihrer gesamten Entwicklung. Willkommen sind auch vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder. Der Transport der Kinder erfolgt mit Kleinbussen.


PRESSEINFORMATION vom 16. Januar 2005

Diakoniker aus Überzeugung

Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, 60 Jahre alt

Mosbach. Seinen 60. Geburtstag feierte am 16. Januar Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach. In Reichenau/Kreis Zittau nahe Görlitz geboren, legte Adler 1965 sein Abitur in Velbert ab und studierte nach dem Wehrdienst von 1967 bis 1971 Wirtschaftswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Dort blieb der Diplom-Ökonom nach dem Studienabschluss wissenschaftlicher Mitarbeiter und übernahm verschiedene unternehmensberaterische Aufgaben in der Eisen- und Stahlindustrie. Ab 1976 war er als Zentral-Planer und Controller in der Bauindustrie tätig.

1980 ging Adler für zehn Jahre als kaufmännischer Leiter zur Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit in Eschborn, dem Bundesunternehmen der Entwicklungshilfe. Während dieser Zeit reifte in ihm der Entschluss, seine Managementerfahrungen in den kirchlich-diakonischen Dienst zu stellen. Doch zuvor erreichte ihn 1991 der Ruf, sich am Aufbau Ost in den neuen Bundesländern zu beteiligen. So wirkte er bis 1995 bei der Treuhandanstalt in Berlin, der späteren Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, als Geschäftsführer einer Sanierungs- und Finanzierungsgesellschaft sowie als Leiter der Bereiche Controlling und Vertragsmanagement.

Danach setzte er schließlich doch noch seinen ursprünglichen Plan in die Tat um: 1995 kam Adler als Geschäftsführer zu den Hoffnungstaler Anstalten im brandenburgischen Lobetal, um zwei Jahre später zu den Johannes-Anstalten nach Mosbach zu wechseln. Hier setzte er als alleinverantwortlicher Geschäftsführer schon bald eine Neuorganisation der Einrichtung mit standortübergreifenden Geschäfts- und Fachbereichen in die Tat um. Seinem erklärten Willen, die Wohn- und Lebensqualität der Menschen mit Behinderungen zu verbessern, verdanken die Johannes-Anstalten eine rege Bau- und Sanierungstätigkeit und eine beinahe stürmische Entwicklung in den vergangenen Jahren.

In Zeiten knapper Kassen ist es dem bekennenden Christen und überzeugten Diakoniker vor allem ein Anliegen, darauf hinzuweisen und hinzuwirken, dass Ökonomie und Diakonie kein Widerspruch sein müssen.


PRESSEINFORMATION vom 14.1.2005

Bewohner der Johannes-Anstalten spenden für Flutopfer

Mosbach. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Johannes-Anstalten Mosbach lässt die Not der Menschen in den Katastrophengebieten um den Indischen Ozean nicht ungerührt. So sammelten die Frauen und Männer der Außenwohngruppe Brennersmühle bei ihrer Silvesterfeier für die Flutopfer.

Über 90 Euro kamen zusammen. Sie übergaben den Betrag an Ulrike Paeper, Vorsitzende des Vereins Partnerschaft in einer Welt. Er unterstützt die Fluthilfe der Organisation CARDS in den indischen Überschwemmungsgebieten.