Johannes-Diakonie Mosbach

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PRESSEINFORMATION vom 22. März 2006

Die Erde dreht sich zärtlich

Konzert mit der Gruppe „Habakuk“ in der Johanneskirche

Mosbach. Am Freitag, 31. März, gastiert in den Johannes-Anstalten Mosbach die Gruppe „Habakuk“ aus Frankfurt. Habakuk spielen und singen neue geistliche Lieder. Das Konzert beginnt um 18 Uhr in der Johanneskirche und geht etwa bis 20 Uhr.

Die Gruppe Habakuk hat im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Am Anfang stand die Begeisterung für geistliche Pop-Musik, wie sie von Peter Janssens beim Kirchentag 1975 in Frankfurt vorgestellt wurde. Seit damals haben Habakuk über 800 Konzerte im In- und Ausland gegeben, bei 18 Evangelischen Kirchentagen und Katholikentagen mitgewirkt sowie 14 eigene Studioproduktionen und mehr als 500 Lieder erarbeitet.

Die jüngste, im vergangenen Jahr erschienene Produktion ist eine CD mit 15 Liedern. Sie trägt den Titel „Die Erde dreht sich zärtlich“, der auch diesem Konzert seinen Namen gegeben hat. Die Gruppe Habakuk lädt zum Hören und teilweise auch zum Mitsingen der Lieder ein. Der Singkreis und die Orffgruppe der Johannesgemeinde werden Teile des Konzertes mitgestalten.

Zu diesem besonderen kirchenmusikalischen Ereignis in der Johanneskirche wird herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Zur Deckung der Unkosten wird nach dem Konzert um eine Spende gebeten.


PRESSEINFORMATION vom 20. März 2006

Die Sorgen um die Zukunft

Neuropsychiatrie der Johannes-Anstalten Mosbach spricht erneut Angehörige geistig behinderter Menschen mit Psychiatrieerfahrung an

Mosbach. »Kann Behinderung bewältigt werden? – Die Sorgen um die Zukunft«. Unter dieser Fragestellung spricht die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach am Freitag, 24. März, um 15 Uhr im Mitarbeiterspeisesaal (Besprechungsraum) erneut Angehörige von geistig behinderten Menschen mit Psychiatrieerfahrung an.

Referent ist Stephan Friebe, Diplom-Pädagoge und Dozent der Fachschule für Sozialwesen, Schwarzacher Hof. Kontakt: Neurologisch-Psychiatrische Klinik, Diplom-Psychologe Rolf Müller, Neckarburkener Straße 2-4, 72821 Mosbach, Tel. 06261/88-300. Die Veranstaltung ist kostenfrei.


PRESSEINFORMATION vom 14. März 2006

Neuropsychiatrische Klinik lädt wieder
Angehörige psychisch Kranker ein

Angehörigengruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat

Mosbach. Zum dritten Treffen der Angehörigengruppe unter Leitung von Dipl.-Psychologin Renate Reber und Stationsarzt Wolfram Weiß lädt die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach Angehörige psychisch kranker ehemaliger und anderer Patientinnen und Patienten ein. Es findet statt am Dienstag, 21. März, von 15 bis 17 Uhr im Besprechungsraum der Neuropsychiatrischen Station, Zimmer 310 im 3. Stock der Klinik. Die weiteren Treffen sind an jedem dritten Dienstag im Monat.

Im Mittelpunkt stehen Informationen über verschiedene Krankheitsbilder, der Umgang mit psychisch Erkrankten sowie der Austausch in der Gruppe.

Informationen und Anmeldungen unter Tel. 06261/88-300, Sekretariat der Klinik.


Aus der RHEIN-NECKAR-ZEITUNG vom 10. März 2006

Selbstbestimmung behinderter Menschen soll gefördert werden

Sozialministerin Dr. Monika Stolz besuchte Schwarzacher Hof – Probleme erörtert – „Förderungsstau“

Schwarzach. (cka) Vier Wochen nach ihrem Amtsantritt gab die baden-württembergische Sozialministerin Dr. Monika Stolz ihre Visitenkarte im Neckar-Odenwald-Kreis ab. Am Weltfrauentag weilte sie im Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten und im Kreiskrankenhaus Mosbach, um sich in beiden Institutionen über Sorgen und Nöte zu informieren.

Im Schwarzacher Hof empfing Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, neben der Ministerin auch MdEP Dr. Thomas Ulmer, Ersten Landesbeamten Michael Knaus, Schwarzachs Bürgermeister Theo Haaf sowie zahlreiche Kommunalpolitiker. Adler stellte in Stichworten den größten Arbeitgeber im NOK vor, der an 33 Standorten in 16 Gemeinden insgesamt 2700 Personen beschäftigt, die an 5900 Betreuungsplätzen (Wohnen und Beschäftigung) 3200 Menschen betreuen.

Seit September 2004 verstehen sich die 125 Jahre alten Johannes-Anstalten als regionaler und überregionaler Anbieter von Leistungen für Menschen mit Behinderungen und Menschen mit vergleichbarem Unterstützungsbedarf. Die Institution betrachtet sich als offen für neue Bedarfslagen, auch außerhalb ihrer Kernfelder Wohnen, Beschäftigung, Berufsausbildung von Jugendlichen, Schulbildung, Gesundheit und Seelsorge.

Die brisante Situation im Geschäftstellenbereich Wohnen erläuterte Dr. Alexander Vater, stellvertretender Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Beschäftigung und Gesundheit, anhand der Kosten der „Eingliederungshilfe“ für Menschen mit Behinderung, die im Zehn-Jahresvergleich von 1995 bis 2004 um 70 Prozent anstiegen. Im selben Zeitraum wuchs die Anzahl dieser Hilfe für volljährige Empfänger um 50 Prozent. Gründe dafür sind u.a. erhebliche Zugänge bei den geburtenstarken Jahrgängen bei Entlassschülern und die gestiegene Lebenserwartung geistig behinderter Menschen.

In den letzten beiden Jahren hätten sich die Bedingungen der Menschen mit Behinderungen durch neue Gesetze verschlechtert, wodurch auch Bedingungen für den Ausbau ambulanter bzw. offener Hilfen unattraktiver würden. Durch die Einführung eines (Bundes-)Teilhabegeldes würde die Selbstbestimmung, Teilhabe und Unabhängigkeit behinderter Menschen erhöht und die finanzielle Belastbarkeit der Kommunen verringert. Das Bundesteilhabegeld, dem Minister Müntefering eine klare Absage erteilte, würde die Kommunen um ca. 1,38 Mrd. Euro entlasten.

Nach Auflösung der beiden Wohlfahrtsverbände müsse erreicht werden, dass unabhängig vom Wohn- und Aufenthaltsort für Menschen mit Behinderung vergleichbare Lebensverhältnisse angeboten werden. Als positives Beispiel stellten sowohl Adler als auch Dr. Vater die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der NOK-Verwaltung und den Johannes-Anstalten heraus.

Ein weiterer Schuh drücke bei der Investitionsfinanzierung der Behindertenhilfe. In diesem Bereich bestehe ein erheblicher Investitionsstau für Modernisierungen, Neubauten von Wohngebäuden und Werkstätten, weil Fördermittel nicht ausreichend zur Verfügung stünden. Bedarfsnotwendige Maßnahmen würden verzögert und so der heimischen Bauwirtschaft Aufträge vorenthalten.

Die Förderung der Eigenverantwortung von Menschen mit Behinderungen gehöre ebenso zu den zentralen Aufgaben der Einrichtung wie eine von Selbstständigkeit, Selbsthilfe und Selbstbestätigung orientierte Eingliederung. Nachdem Albert Stelzle, Fachbereichsleiter Berufsbildungswerk Mosbach, Handlungsbedarf für die Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation Jugendlicher angemahnt hatte, machte Rudolf Link, Fachbereichsleiter Schulen, die Ministerin noch auf ein förderungswürdiges Projekt aufmerksam: die gemeinsame Ausbildung von Heilerziehungspflegern und Altenpflegern mit dem Ziel der Doppelqualifikation. Das Projekt berücksichtige Anliegen der Praxis, weil zunehmend mehr Altenpfleger mit Problemen behinderter Menschen konfrontiert sein werden und umgekehrt mehr Heilerziehungspfleger mit dem Problem alt gewordener behinderter Menschen.

Sozialministerin Dr. Monika Stolz bekannte sich zur Verantwortlichkeit der Politik. Generell sei die Idee der Kommunalisierung der Eingliederungshilfe richtig gewesen. Nach der Umsetzungsphase könne in der Evaluation noch nachjustiert werden. Im Handgepäck hatte sie keine Investitionszusagen. Der augenblickliche Förderungsstau bei bereits genehmigten Investitionsprojekten in Höhe von mehreren Mio Euro läge aber nicht am Wollen, sondern am Können. Abschließend signalisierte Dr. Stolz auch für die Zukunft Gesprächsbereitschaft.

Claus Kaiser


PRESSEINFORMATION vom 28. Februar 2006

Bündnisse schmieden gegen soziale Kälte

Besuch aus Berlin: Reger Austausch von Politikern und Führungskräften der Johannes-Anstalten Mosbach

Mosbach. Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft standen im Mittelpunkt des Besuches von Gerd Andres, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMA), der sich mit Landrat Dr. Achim Brötel und SPD-Landtagskandidat Karl-Heinz Joseph ein Bild von der aktuellen Situation in den Johannes-Anstalten Mosbach machte. Er wurde begleitet von einer Delegation der SPD. Der Gast aus Berlin erfuhr in einem regen Austausch viele Sorgen, Anregungen und Wünsche der Gastgeber.

Dr. Alexander Vater, Stellvertreter des Geschäftsführers, hieß die Gäste willkommen. Er stellte kurz die Johannes-Anstalten Mosbach mit ihrer breiten Angebotspalette in den Bereichen „Wohnen“, „Beschäftigung“, „Schulen“, „Gesundheit“ und „Berufsbildungswerk“ vor. Die Johannes-Anstalten betreuen 3100 Menschen mit Behinderungen und Menschen mit vergleichbarem Unterstützungsbedarf und beschäftigen 2500 Mitarbeitende.

Breiten Raum nahm die künftige Finanzierung der Behindertenhilfe ein. Da Kommunen und Kreise knapp bei Kasse sind, haben die Verbände, so der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB), neue Finanzierungskonzepte entwickelt. Wie Dr. Vater, der auch Vorstandsmitglied im BeB ist, darlegte, hat der Gesetzgeber mit dem neuen SGB XII zu Rehabilitation und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben die Eingliederungshilfe geregelt und mit dem SGB IX ein gemeinsames Dach für Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen geschaffen. Trotzdem sei, so Vater, das öffentliche Interesse mehr auf die Kosten als auf die im Gesetz verankerten Inhalte gerichtet.

Der Kostenanstieg für die Eingliederungshilfe sei auf die zahlenmäßige Zunahme behinderter Menschen in unserer Gesellschaft zurückzuführen. Durch die Ermordung von über 300.000 behinderten und psychisch kranken Menschen im Nationalsozialismus sei eine ganze Behindertengeneration nahezu ausgelöscht worden. Nun nähere sich die erste Nachkriegsgeneration der Pensionsgrenze. Die Gesamtfallzahlen der Eingliederungshilfe haben sich deshalb erhöht, in den letzten fünf Jahren um 21 Prozent. Dr. Vater plädiert dafür, ein steuerfinanziertes Leistungsgesetz zu schaffen, damit die Integration und Teilhabe behinderter Menschen auch in Zukunft möglich bleibe.

Im Moment sieht Staatssekretär Andres keine Chance für ein bundesfinanziertes Leistungsgesetz. Ein „Hin- und Herschieben der Kosten zwischen Bund, Land und Kreisen“ hält er nicht für sinnvoll. Es müsse eine grundsätzliche Neuregelung der Sozialkosten geben. Landrat Dr. Brötel sieht eine besondere Verantwortung der Deutschen für die Belange behinderter Menschen, gerade vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte. Er schlug vor, ein Kostenbündnis von Bund, Land und Kreisen zu schließen gegen die „soziale Kälte“ in unserer Gesellschaft.

Dr. Peter Rösinger skizzierte die künftige Entwicklung des Geschäftsbereiches Wohnen. Auch er betonte, dass eine Zunahme der Fallzahlen für die Kostensteigerung verantwortlich sei, nicht, wie oft angenommen, eine Erhöhung der Pflegesätze. Das Kostenproblem könne nicht allein mit neuen Angeboten wie Ambulantisierung und Persönliches Budget gelöst werden. Zudem habe die Kommunalisierung zu einer Erhöhung der Verwaltungskosten geführt. Weitere Problemfelder seien die Zunahme von Menschen mit schweren Verhaltensproblemen und schweren Behinderungen sowie der Sanierungsbedarf vieler älterer Gebäude. Bereits genehmigte und dringend nötige Bauprojekte, wie z.B. der Heimneubau in Buchen, könnten nicht realisiert werden, weil die Finanzierung nicht gesichert sei.

Albert Stelzle, Leiter des Berufsbildungswerkes (BBW), stellte seinen Bereich als „Intensivstation“ für Jugendliche mit einer Lern- und Mehrfachbehinderung vor, die eine ganzheitliche Betreuung mit Ausbildung, Schule, Reha-Fachdiensten und Internat brauchen. Zurzeit bildet das Berufsbildungswerk 350 Jugendliche in dualen Ausbildungsgängen aus. Stelzle bemängelte, dass die Arbeitsagentur in der Ausbildung am Berufsbildungswerk zu sehr die Kostenseite und weniger den Ausbildungserfolg sehe. Es sei langfristig kostengünstiger für die Gesellschaft, eine Ausbildung mit akzeptablen Vermittlungsquoten zu finanzieren als lange Arbeitslosigkeit.

Er wünsche sich zudem mehr Verlässlichkeit der Arbeitsverwaltung. So seien zum Beispiel berufsvorbereitende Maßnahmen am Berufsbildungswerk kurzfristig nicht mehr belegt worden. Man habe sich auf die veränderte Belegung nicht rechtzeitig einstellen können. Stelzle forderte ein unabhängiges Sachverständigengremium, das strittige Themen zwischen der Bundesagentur und den BBWs klären solle.

Staatssekretär Andres räumte ein, dass die BBWs Verlässlichkeit für ihre Angebote brauchen, dies sei mit der zuständigen Arbeitsagentur vor Ort zu regeln. Grundsätzlich sei die Bundesagentur dafür zuständig, Menschen schnell, kostengünstig und effektiv in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Karl-Heinz Joseph, Landtagskandidat und Bürgermeister in Walldürn, findet die Ausbildungserfolge des BBWs beachtlich, sie seien in der Region sehr anerkannt. Seine Gemeinde habe mit Absolventen des BBW als Gemeindebedienstete sehr positive Erfahrungen gemacht.

Die Gastgeber waren sich darüber einig, dass die Finanzierung nicht allein auf der Kostenseite zu lösen sei. Es müsse neue Finanzierungskonzepte geben, welche die im Gesetz verankerten Grundsätze Selbstbestimmung, Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und Ausgleich von Benachteiligung beinhalte, zum Beispiel das „Bundesteilhabegeld“ für Menschen mit Behinderungen, wie dies von Behindertenverbänden vorgeschlagen werde.


PRESSEINFORMATION vom 24. Februar 2006

„Die Kleckse“ sind jetzt auch in Rittersbach

Schulkindergarten der Johannes-Anstalten Mosbach eröffnet Außenklasse im Katholischen Kindergarten

Mosbach/Rittersbach. Der Mosbacher Schulkindergarten „Die Kleckse“, eine Einrichtung der Johannes-Anstalten Mosbach, hat eine Außengruppe im Katholischen Kindergarten in Rittersbach eröffnet.

Aufgenommen werden neben Jungen und Mädchen aus Rittersbach auch Kinder aus den umliegenden Ortschaften. Sie werden von zu Hause abgeholt und wieder zurückgebracht. Interessierte Eltern können sich unter Tel. 06261/88503 oder per E-Mail (E-Mail an den Kindergarten "Die Kleckse") bei Hans-Peter Waldherr, Leiter des Schulkindergartens, melden.

Die wohnortnahe Förderung bietet den Vorteil der Eingebundenheit und Pflege der sozialen Kontakte in der vertrauten Gemeinschaft. Durch vielschichtige Berührungspunkte soll eine enge Zusammenarbeit mit dem Regelkindergarten erreicht werden. Daneben bestehen weiterhin wie im Schulkindergarten Rückzugs- und Fördermöglichkeiten in einem kleinen behüteten Rahmen, der für viele Kinder wichtig ist.

Kinder mit besonderem Förderbedarf werden im Schulkindergarten in kleinen Gruppen mit ca. sechs bis sieben Kindern betreut. Lehrer und Therapeuten unterstützen meist in Einzelförderung die Kinder ab dem Alter von 2,5 Jahren nach individuellem Förderkonzept in ihrer gesamten Entwicklung. Sprach-Kommunikationsförderung, Psychomotorik, Sport und Schwimmen, Wahrnehmungsförderung und kognitives Training, Physiotherapie und lebenspraktisches Training, Selbstständigkeitsübungen und rhythmisch-musikalische Erziehung sind Schwerpunkte der Förderung. Auf Anraten ihres Arztes können die Kinder auf Rezeptbasis auch Ergo-Therapie und Logopädie im Schulkindergarten erhalten.

In der Vorschulgruppe, in die auch vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder aufgenommen werden, lernen die Kinder, mit den Anforderungen der jeweiligen Schulen zurechtzukommen.

Der Transport der Kinder aus dem Kreis erfolgt mit Kleinbussen. Die Kosten trägt der Landkreis. Ein Kindergartenbeitrag entfällt. Im Schulkindergarten Mosbach sowie auch in Rittersbach ist eine Ganztagsbetreuung mit Mittagessen möglich.

„Kinder lernen mit allen Sinnen. Wir geben ihnen Zeit, zu erfahren und zu begreifen. Sie brauchen Geborgenheit und Schutz, wollen angenommen sein und sich wohl fühlen. Kinder brauchen Freiräume und Grenzen. Wir helfen ihnen aufzuholen, Eigenständigkeit zu entwickeln und begleiten sie“, fasst Schulkindergartenleiter Hans-Peter Waldherr das Konzept zusammen.


PRESSEINFORMATION vom 17. Februar 2006

Alle haben wieder Arbeit

Nach dem Großbrand hat sich die Lage in den Schwarzacher Werkstätten für die Beschäftigten wieder entspannt

Schwarzach. Nach dem Großbrand in den Schwarzacher Werkstätten der Johannes-Anstalten Mosbach, bei dem am Abend des 5. Februar ein Millionenschaden entstanden ist (wir berichteten), hat sich die Lage für die Beschäftigten wieder entspannt.

Schon zwei Tage nach dem verheerenden Feuer, bei dem ein Großteil des älteren Gebäudetraktes komplett zerstört worden ist, waren mehr als die Hälfte der betroffenen 220 Beschäftigten und Mitarbeitenden der Johannes-Anstalten wieder mit Arbeit versorgt. „Die Arbeitsgruppen in den nicht betroffenen Räumen sind ein bisschen zusammengerückt“, schildert Rüdiger Pluschek, Koordinator der Werkstätten der Johannes-Anstalten, die Situation. Dankbar zeigt er sich für die Unterstützung durch den Wohnbereich des Schwarzacher Hofes.

Durch weiteres Improvisieren – unter anderem wurden ein Gymnastikraum und ein Raum der Fachschule für Sozialwesen im „Waldhaus“ zweckentfremdet – wurde inzwischen eine Lösung für alle Betroffenen gefunden. Mittelfristig, so Pluschek, sei die Auslagerung von 70 Beschäftigungsplätzen durch Anmietung einer Ersatzimmobilie geplant.

Ein Gebäudeteil wurde bei dem Feuer so stark beschädigt, dass es komplett abgerissen werden muss. Darüber hinaus stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an Gebäude und Maschinen an. Ein großes Lob für sehr gute Kooperation zollt Pluschek den Spezialfirmen, die mittlerweile mit den Abriss- und Reinigungsarbeiten begonnen haben.

Andere Einrichtungen und Organisationen, zum Beispiel die Beschützende Werkstätte Heilbronn, die Arbeiterwohlfahrt Mosbach und die Industrie Service Odenwald GmbH, haben den Johannes-Anstalten Mosbach Hilfe angeboten.

Das Feuer war am späten Abend des 5. Februar im Holzlager hinter dem Werkstattgebäude ausgebrochen. Die Feuerwehren aus Aglasterhausen, Breitenbronn, Daudenzell, Michelbach, Neunkirchen, Neckarkatzenbach, Ober- und Unterschwarzach waren mit mehr als 120 Einsatzkräften vor Ort, konnten aber trotz hervorragender Arbeit nicht verhindern, dass die Flammen auf das Werkstattgebäude übergriffen. Vor allem im älteren Gebäudetrakt und in der Abteilung Pulverbeschichtung entstanden große Schäden. 200 Beschäftigungsplätze wurden ein Raub der Flammen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizei wird weiterhin von Brandstiftung ausgegangen.

Insgesamt haben in den Schwarzacher Werkstätten rund 800 Menschen mit Behinderungen eine Beschäftigung in den Bereichen Montage, Schreinerei, Pulverbeschichtung, Wachswarenfertigung, Verpackung, Thermotransferdruck und Textil.


PRESSEINFORMATION vom 6. Februar 2006

Ein Schaden in Millionenhöhe

ist gestern Abend beim Großbrand in den Schwarzacher Werkstätten der Johannes-Anstalten Mosbach entstanden. Gegen 19 Uhr hatte ein Heimbewohner den Brand gemeldet. Kurze Zeit später stand das gesamte Holzlager hinter dem Werkstattgebäude in Flammen. Die Feuerwehren aus dem Neckar-Odenwald-Kreis waren mit mehr als 100 Einsatzkräften vor Ort, konnten aber trotz hervorragender Arbeit nicht verhindern, dass die Flammen auf das Werkstattgebäude übergriffen. Verheerende Schäden entstanden vor allem im älteren Gebäudetrakt und in der Pulverbeschichtung. Hier kann vorerst nicht mehr gearbeitet werden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Personen kamen nicht zu Schaden.

In den Schwarzacher Werkstätten arbeiten rund 800 Menschen mit Behinderungen in den Bereichen Montage, Schreinerei, Pulverbeschichtung, Wachswarenfertigung, Verpackung, Thermotransferdruck und Textil.


PRESSEINFORMATION vom 3. Februar 2006

Neuropsychiatrische Klinik lädt wieder
Angehörige psychisch Kranker ein

Angehörigengruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat

Mosbach. Angehörige psychisch kranker Patientinnen und Patienten wünschen sich häufig Informationen über verschiedene Krankheitsbilder wie Depressionen, Schizophrenien, Angst- und Persönlichkeitsstörungen etc., über Umgang mit ihren Angehörigen oder wollen sich einfach in der Gruppe darüber austauschen, was sie bewegt.

Zum zweiten Treffen der Angehörigengruppe unter Leitung von Dipl.-Psychologin Renate Reber und Stationsarzt Wolfram Weiß lädt die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten Mosbach Angehörige psychisch kranker ehemaliger und anderer Patientinnen und Patienten ein. Es findet statt am Dienstag, 21. Februar, von 15 bis 17 Uhr im Besprechungsraum der Neuropsychiatrischen Station, Zimmer 310 im 3. Stock der Klinik. Die weiteren Treffen sind an jedem dritten Dienstag im Monat.

Informationen/Anmeldungen unter Tel. 06261/88-300, Sekretariat der Klinik.


PRESSEINFORMATION vom 28. Januar 2006

Mit dem Theater der Sucht und Gewalt begegnen

Im Berufsbildungswerk der Johannes-Anstalten geht die Sucht- und Gewaltprävention auch mal unkonventionelle Wege

Mosbach. Sucht- und Gewaltphänomene zu thematisieren, zu verhindern und zu behandeln, ist auch in den Johannes-Anstalten alltägliche Aufgabe. Im Berufsbildungswerk wurde mit einer Theateraufführung von ehemals Drogenabhängigen so mancher jugendliche Problempunkt ins Rampenlicht geholt.

Falsch verstandene Freundschaft – das ist ein Knackpunkt in vielen Beziehungen, die in illegale Verstrickungen oder auch nur auf eine etwas schiefe Bahn geraten. Das ist im Leben so. Und auf der Bühne ist es nicht anders. Die Schauspieler der Stuttgarter Theaterensembles „Wilde Bühne“ halten ihren Zuschauern einen Spiegel vor, in den sie selbst schon geschaut haben. Denn die Darsteller selbst haben einst in einem Teufelskreis aus Lebensfrust, Drogenabhängigkeit und Gewalt gesteckt. Authentisch war darum ihr Spiel um Resignation und Gruppenzwänge, echte und vermeintliche Freundschaft, Realitätsverweigerung und Kriminalität.

Ihre Zuschauer in zwei Mosbacher Aufführungen waren rund 360 jugendliche Auszubildende des Berufsbildungswerks der Johannes-Anstalten (BBW) nebst ihren Lehrern. Denn auch hier sind Sucht- und Gewaltprävention Aufgaben, mit denen Ausbilder, Pädagogen und Therapeuten neben ihren Ausbildungs- und Entwicklungsaufträgen konfrontiert sind. Und sogar in „verdichteter Weise“, wie BBW-Leiter Albert Stelzle die besondere Situation der Bildungseinrichtung beschrieb. „Bei uns sind junge Menschen mit Beeinträchtigungen unterschiedlicher Art zusammengezogen, die neben dem Lernen auch die Psyche und das Verhalten betreffen.“ Im BBW seien daher alle stärker und permanent gefordert. Zum ganzheitlichen Ansatz der individuellen Betreuung gehören aber auch solche Sonderprogramme wie die Theateraufführung.

Schon im letzten Jahr war mit dem Wittener Ensemble „theaterspiel“ der eher unkonventionelle Weg einer Thematisierung auf der Bühne beschritten worden. Zu der Aufführung in der Johannes-Kirche konnten sogar Jugendliche aus Mosbacher Schulen und dem Jugendhaus eingeladen werden. Das war heuer leider nicht möglich, weil die Kapazität in der BBW-Aula auf 180 Plätze begrenzt ist.

Überwiegend junge Männer im Alter zwischen 16 und 25 Jahren hatten sich eingefunden, lümmelten sich lässig auf den Stühlen, ihre Erwartungen an das bevor stehende Theaterstück „Mensch Kalle“ betont herunterspielend. Mit je einem markanten Satz stellten sich die vier Hauptdarsteller den Zuschauern vor: Hardy, das draufgängerische Großmaul, Toni, die verständnisvolle Tagebuchschreiberin, Kalle, der Schulden machende Rumhänger mit Hang zur Pulle und Mäggie, die quirlige, unsichere Traumtänzerin. Diese Clique ist auf Wohl und Wehe miteinander verstrickt. „Schnell, laut und hart“ – Hardy Vorstellungen, wie Musik sein müsse, ist auch der Charakter des von der „Wilden Bühne“ inszenierten Stückes. Am Schluss landet Kalle im Knast, Tony lügt ihm ein Alibi hin und das Stück endet wie es begann. Sprache, Musik und zuweilen auch das Handeln sind von witzig-schroffen Duktus, der bei den Zuschauern gut ankommt. Wieder- und Anerkennungseffekte werden mit Pfiffen und Applaus belohnt.

„Nichts gelernt?“ möchte man fragen bei diesem Schluss, der eigentlich ein Neuanfang sein könnte. Ob das so sein könnte, diskutierten nach der Theateraufführung Schauspieler und Auszubildende in fünf Gruppen; Lehrer und Mitarbeiter gingen in eigene „Klausur“. Mit Veranstaltungen dieser Art will man im BBW brennende Themen auch weiterhin anpacken, als Bestandteil eines Präventionskonzepts, das „bei uns immer akut ist“ (Stelzle). Im Herbst ist eine Aufführung geplant, die das heiße Eisen Rechtsradikalismus anfasst.

Ursula Brinkmann


 

PRESSEINFORMATION vom 26. Januar 2006

Die Sorgen um die Zukunft

Neuropsychiatrie der Johannes-Anstalten Mosbach spricht erneut Angehörige an

Mosbach. »Kann Behinderung bewältigt werden? – Die Sorgen um die Zukunft«. Unter dieser Fragestellung spricht die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach am Freitag, 10. Februar, um 15 Uhr im Mitarbeiterspeisesaal (Nebengebäude) erneut Angehörige von geistig behinderten Menschen mit Psychiatrieerfahrung an.

Referent ist Stephan Friebe, Diplom-Pädagoge und Referent der Fachschule für Sozialwesen, Schwarzacher Hof. Kontakt: Neurologisch-Psychiatrische Klinik, Diplom-Psychologe Rolf Müller, Neckarburkener Straße 2-4, 72821 Mosbach, Tel. 06261/88-300. Die Veranstaltung ist kostenfrei.