Johannes-Diakonie Mosbach

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PRESSEINFORMATION vom 29. Juni 2005

Bewährte und neue Ausbildungen

Berufsbildungswerk Mosbach informiert auf der Lehrstellenbörse in Buchen

Neckar-Odenwald-Kreis. Über seine bewährten und neuen Ausbildungsangebote informiert das Berufsbildungswerk Mosbach am Samstag, 9. Juli, in der Zeit von 9 bis 16 Uhr auf der Lehrstellenbörse der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte Buchen (ÜAB).

Das Berufsbildungswerk Mosbach ist eine berufliche Rehabilitationseinrichtung und besteht seit 1977. Träger des BBW sind die Johannes-Anstalten Mosbach. Das Angebot des BBW umfasst die Berufsausbildung und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Lern- und/oder Mehrfachbehinderung. Die Lerninhalte, Ausstattung und begleitenden Hilfen sind auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen ausgerichtet. Dabei sind Ausbildungswerkstätten, Berufschule, differenzierte Wohnformen, Freizeitangebote und begleitende Fachdienste mit dem Ziel der ganzheitlichen Förderung unter einem Dach zusammengefasst. Versierte Fachkräfte der Rehabilitation wie Ausbilder, Sonderpädagogen, Berufschullehrer, Erzieher, Sozialpädagogen, Ärzte und Psychologen arbeiten interdisziplinär zusammen, um Jugendliche und junge Erwachsene ganzheitlich, individuell und differenziert nach ihren persönlichen Fähigkeiten und Neigungen zu fördern.

Das Berufsbildungswerk Mosbach bietet zur Zeit 17 Ausbildungen in staatlich anerkannten und sondergeregelten Berufen gemäß Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung an. Hierzu gehören Berufe in den folgenden Berufsfeldern und -bereichen: Holztechnik, Farbe und Raumgestaltung, Ernährung und Hauswirtschaft, Metalltechnik, Gartenbau, Wirtschaft und Verwaltung sowie Fachhelfer/in für Reinigungstechnik  und Fachkraft für Gebäude- und Umweltdienstleistungen.

Die Auszubildenden lernen in kleinen Ausbildungsgruppen, die nach Ausbildungsjahren gegliedert sind. Im ersten Ausbildungsjahr werden Grundkenntnisse und -fertigkeiten vermittelt, die im zweiten Ausbildungsjahr ergänzt und vertieft werden. Im dritten Ausbildungsjahr findet häufig eine Spezialisierung statt. Bei guten Leistungen können Auszubildende Zusatzqualifikationen erwerben.

Die Lehr- und Lernprozesse in der Ausbildung sind praxisorientiert ausgerichtet. Durch verschiedene Ausbildungsmethoden wie zum Beispiel der Projektarbeit lernen Auszubildende, Ziele zu formulieren, praktische Tätigkeiten zu planen, diese mit den entsprechenden Arbeitsmitteln auszuführen und durch die Anleitung zur Selbstkontrolle Verantwortung für Ergebnisse zu übernehmen. Zur Ergänzung der praktischen Ausbildung arbeitet das Berufsbildungswerk Mosbach mit Kooperationspartnern zusammen. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr stellt das Absolvieren externer Ausbildungsabschnitte in Betrieben eine wichtige Erfahrung für die Auszubildenden dar. Sie werden dadurch schrittweise auf die betriebliche Wirklichkeit vorbereitet. Daneben können Jugendliche an der Austauschpartnerschaft mit einer ungarischen Berufsbildungseinrichtung teilnehmen, um eine andere Kultur und Lebensweise kennen zu lernen. Im Rahmen von Ausbildungsprojekten werden abwechselnd in Mosbach und in Ungarn produktorientierte berufliche Inhalte unter Berücksichtigung der unterschiedlichen kulturellen Rahmenbedingungen erarbeitet.

Seit dem Ausbildungsjahr 2004/2005 bildet das BBW Mosbach die Fachkraft im Gastgewerbe und den Fachwerker/in für Gebäude- und Umweltdienstleistungen aus. Die Fachkraft im Gastgewerbe ist in verschiedenen Bereichen der Gastronomie tätig. Sie betreut, bedient und berät Gäste in Hotels und Gaststätten, Besucher von Kantinen, Cafeterien und Werksküchen. Wer Freude am Umgang mit Menschen hat, kontakt- und kommunikationsfähig ist, sich auf sich auf verschiedene Kundenbedürfnisse einstellen und serviceorientiert arbeiten kann, ist in diesem Dienstleistungsberuf richtig. Die Arbeitsplätze befinden sich in der Küche, im Service, im Wirtschaftsdienst und in Magazinen. Das Berufsbildungswerk Mosbach bietet diese Berufsausbildung, je nach Vorraussetzungen, zwei- oder dreijährig an.

Der Fachwerker für Gebäude- und Umweltdienstleistungen ist als qualifizierter Helfer für hausmeisterliche Tätigkeiten zuständig. Im Rahmen der dreijährigen Berufsausbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten in der Haustechnik, der Metalltechnik und in der Garten- und Anlagenpflege vermittelt. Im dritten Ausbildungsjahr wird der Schwerpunkt Metalltechnik oder Garten- und Anlagepflege vertieft. Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Belastbarkeit sind Eigenschaften, die Interessenten für diese Berufsausbildung mitbringen sollten.

Ab dem Ausbildungsjahr 2005/2006 bietet das BBW Mosbach zwei neue Ausbildungsgänge an: die Berufsausbildung zum Fahrradmonteur und zum Bauten- und Objektbeschichter. Die Ausbildung zum Fahrradmonteur dauert drei Jahre. Sie umfasst die Montage, Pflege, Wartung und Reparatur von Fahrrädern, Schadensbeurteilung und Kostenermittlung für Reparaturen, Warenkunde und Lagerhaltung von Fahrrädern, Zubehör und Bauteilen. Nach abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung besteht die Möglichkeit zur Fortsetzung der Ausbildung im Beruf „Zweiradmechaniker der Fachrichtung Fahrradtechnik“.

In der Berufsausbildung zum Bauten- und Objektbeschichter werden Fertigkeiten und Kenntnisse zur Herstellung, Bearbeitung, Behandlung und Gestaltung von Oberflächen vermittelt. Bauten- und Objektbeschichter sind im Neubau wie auch bei der Sanierung und Modernisierung von Wohnungen, Gebäuden und anderen Objekten tätig. Sie führen Putzarbeiten durch, verlegen Decken-, Wand- und Bodenbeläge, bauen Dämmstoffe ein, verarbeiten Wärmedämm-Verbundsysteme und montieren Trockenbaumaterialien und Systembauelemente. Sie setzen die passenden Geräte, Werkzeuge und Maschinen ein, bauen Arbeitsgerüste auf und ab, bedienen Hubarbeitsbühnen, Förder- und Transporteinrichtungen. Die Ausbildung ist Teil einer Stufenausbildung: nach Abschluss zum Bauten- und Objektbeschichter kann der Berufsabschluss zum Maler und Lackierer erworben werden.

Sonderberufsfachschule für Jugendliche mit besonderen Lern- und Leistungsproblemen

Für Schulabgänger ohne Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis die auf besondere schulische Hilfen angewiesen sind, bietet das BBW Mosbach seit dem Schuljahr 2004/2005 eine einjährige berufsvorbereitende Vollzeitschule. In dieser Sonderberufsfachschule können Jugendliche mit besonderen Lern- und Leistungsproblemen ihre Allgemeinbildung erweitern sowie Kenntnisse und Fertigkeiten in verschiedenen Berufsfeldern erwerben. Dabei erhalten sie die Grundlage für eine künftige Berufsausbildung.

Schnupperpraktika

Für interessierte Schülerinnen und Schüler besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Schnupperpraktika den Ausbildungsalltag im Berufsbildungswerk Mosbach kennen zu lernen. Am 25. September lädt das BBW Mosbach ab 11 Uhr zum Tag der offenen Tür im Rahmen des 125-jährigen Jubiläums der Johannes-Anstalten Mosbach ein. Ausbildungswerkstätten, Internat und Schule sind geöffnet, damit den Auszubildenden und Reha-Fachkräften bei dieser Gelegenheit über die Schulter geschaut werden kann.

Text: Ute Kahle


PRESSEINFORMATION vom 28. Juni 2005

BBW-Auszubildende beteiligen sich am »Festival für junge Politik«

„Berlin ist dufte“

… dass diese alte Erkenntnis noch stimmt, erlebten jetzt 12 Auszubildende des Berufsbildungswerks der Johannes-Anstalten Mosbach, als sie vier ereignisreiche Tage in der Hauptstadt verbrachten. Angereist waren die BBWler mit ihrer Lehrerin Erika Federer und Internatsmitarbeiter Elmar Hammerich zu »Berlin 05 - dem Festival für junge Politik«.

Das Festival war der Höhepunkt der Kampagne »Projekt P - Misch dich ein«. Diese Kampagne, die seit über einem Jahr läuft, soll Jugendliche für Politik interessieren und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, selbst in ihrem Umfeld politisch aktiv zu werden. Sie wurde ins Leben gerufen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für Politische Bildung.

Das Festival lockte mehr als 10 000 Jugendliche aus der ganzen Bundesrepublik auf das Freizeitgelände Wuhlheide in Berlin. Dort hatte man die Wahl zwischen mehr als 300 Veranstaltungen. Nachdem man sein Infopaket und sein T-Shirt abgeholt hatte, konnte man Workshops, Diskussionen oder Filmveranstaltungen besuchen. Die Mosbacher interessierten sich zum Beispiel für den Workshop »Was tönt da Braunes aus den Boxen«, der sich mit rechtsextremen Songs Musik beschäftigte, und nahmen teil am Workshop »Sicherheit nach dem 11. September: Wie wirken die neuen Antiterrorgesetze?«. Sie sahen sich den Film »Sophie Scholl - die letzten Tage« über die Widerstandsgruppe Weiße Rose an, waren bei der Premiere des Kurzfilmes »Zwischen den Welten", in dem die schwierige Situation von türkischen Mädchen in Berlin thematisiert wird, und nutzten die Gelegenheit, anschließend mit den Laien-Darstellern und der Filmemacherin zu diskutieren. Sie besuchten die verschiedenen Infozelte, beispielsweise von der Bundeszentrale für Politische Bildung, vom Chaos-Computer-Club, von Greenpeace, von Africome oder von der Grünen Jugend.

Auch an der großen Bühne drängten sich die Jugendlichen, denn da gab es viel Prominenz: Sir Bob Geldof, Tocotronic, Clueso oder die »Fantastischen Vier«, die begeistert gefeiert wurden.

Natürlich durften auch die touristischen Höhepunkte eines Berlin-Besuchs nicht fehlen. Beim Besuch der Kuppel des Reichstagsgeländes hatte man Glück, nur eine halbe Stunde dauerte es, bis alle die strengen Sicherheitsschleusen passiert hatten. Vom Brandenburger Tor aus wurde das neue Holocaust-Mahnmal besichtigt, danach stand der Potsdamer Platz auf dem Programm.

Am nächsten Tag besichtigte man den Checkpoint Charlie, einen ehemaligen Sektorenübergang, die dort noch stehenden Mauerreste und die Kreuze, welche die »Arbeitsgemeinschaft 13. August« zum Gedenken an jedes einzelne Maueropfer aufgestellt hat. Auch von oben, aus dem Fernsehturm am Alexanderplatz, betrachtete man Berlin, und mancher wunderte sich über die riesigen Ausmaße. Und unten auf dem Alexanderplatz war die Weltzeituhr vor lauter Bautätigkeit fast nicht zu sehen.

Am nächsten Tag waren der Kürfürstendamm, das Europa-Center, der U-Bahnhof Wittenbergplatz und das KaDeWe Ziel der Erkundungen. Und dann ging es mit dem ICE wieder in die Heimat zurück, voll mit vielen neuen Eindrücken und der Erkenntnis: »Berlin war dufte!«

Text: Erika Federer
 


PRESSEINFORMATION vom 22. Juni 2005

Buchübergabe an scheidenden Landrat

Anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens  haben die Johannes-Anstalten Mosbach die Schrift „Ein soziales Dienstleistungsunternehmen in der Diakonie – Chancen und Risiken der zukünftigen Herausforderungen“ herausgeben. Das erste Exemplar wurde am Montag, 20. Juni, von Geschäftsführer Reinhard Adler und seinem Stellvertreter Dr. Alexander Vater an den scheidenden Landrat Detlef Piepenburg übergeben.

Das erste Kapitel des 212 Seiten umfassenden Buches ist der Geschichte der Johannes-Anstalten Mosbach gewidmet, ihrer Entwicklung von der einstigen „Anstalt für schwachsinnige Kinder“ zum modernen sozialen Dienstleistungsunternehmen, das heute über 3.100 Menschen mit Behinderungen begleitet, fördert und assistiert und mit mehr als 2.550 Mitarbeitenden der weithin größte Arbeitgeber ist. Beiträge aus den Geschäfts- und Fachbereichen stellen eine Standortbestimmung der Johannes-Anstalten Mosbach im Jahr 2005 dar.

Namhafte Experten aus der Sozial- und Rehabilitationswissenschaft befassen sich mit der aktuellen Entwicklung der Behindertenhilfe in Deutschland, die vor allem vom Paradigmenwechsel von Betreuung und Fürsorge zu Assistenz, Teilhabe und Selbstbestimmung geprägt ist. Darüber hinaus werden verschiedene Aspekte diakonischer Unternehmenspolitik im Spannungsfeld zwischen Diakonie und Ökonomie thematisiert.

Präsentiert wird das Buch erstmals beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen, den die Johannes-Anstalten am 7. Juli begehen. Anwesend werden unter anderem Dr. h.c. Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD, und Andreas Renner, Minister für Arbeit und Soziales des Landes Baden-Württemberg, sein.

Das Buch (ISBN-Nr. 3-00-016183-X) ist unter anderem in Mosbach bei „Kindlers Buchhandlung“ und „Bücher am Käfertörle“ sowie in Aglasterhausen bei „Bücherschiff“ und „Fundgrube“ zum Preis von 9,90 Euro erhältlich.


PRESSEINFORMATION vom 22. Juni 2005

Zwischen Legalisierung und Restriktion

2. Schwarzacher Hof-Symposium am 1. Juli zum Thema »Jugend und Sucht«

Schwarzach. Nach der positiven Resonanz auf das letztjährige 1. Schwarzacher Hof-Symposium veranstaltet die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach (KJPP) am Freitag, 1. Juli, von 9 bis 17 Uhr eine Fachveranstaltung zum Thema „Jugend und Sucht“.

Die publizierten Statistiken über Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen sind alarmierend. Sinkendes Alter bei Erstkonsum, steigende Konsumentenzahlen, zunehmende Fälle von Intoxikationen in den Kinderkliniken, Schulbesuche unter Drogeneinfluss etc. sind nur einige Fakten, die Fachleute veranlassen sollten, Konzepte zwischen Legalisierung und Restriktion zu etablieren.

Rund ein Drittel der Jugendlichen rauchen regelmäßig und haben Erfahrungen mit Cannabis, mehr als ein Drittel betreiben einen riskanten Alkoholkonsum im Sinne von „Rauschtrinken“. Trotz erfreulicher Trends einer sinkenden Raucherquote und verminderten Konsums der beliebten „Alcopops“ darf man nicht vergessen, dass das Einstiegsalter für Suchmittelkonsum in den letzten Jahren deutlich und rapide sank. Zudem ist eine wachsende Akzeptanz für Cannabis und Konsumbereitschaft für Amphetamine und Ecstasy bei Jugendlichen zu beobachten.

Vor diesem Hintergrund besorgniserregender Entwicklungen in der Jugendkultur bietet das 2. Schwarzacher Hof-Symposium ein Forum, wichtige Aspekte der Suchtstörungen bei Jugendlichen zu thematisieren und interdisziplinär zu diskutieren. Geschäftsführer Reinhard Adler und Chefarzt Dr. Karsten Rudolf werden die Teilnehmer um 9.30 Uhr im Haus Luther begrüßen.

Referenten sind Elke Böhme, Badischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation (blv.) e. V., Prof. Dr. med. Franz Resch, Universitätsklinik Heidelberg, Zentrum für Psychosoziale Medizin (ZPM), Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. med. Christian Fleischhaker, Universitätsklinik Freiburg, Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik, Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Dr. med. Wolfram Metzger, Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau, Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters.

Diese Referenten bieten einen repräsentativen Überblick über relevante Erkenntnisse zu Sucht bei Kinder und Jugendlichen. Ihre Themen lauten: »Prävention bei Jugendlichen« (10 Uhr), »Entwicklungspsychopathologie und Risikoverhalten bei Suchtstörungen« (11 Uhr), »Komorbiditäten und Folgeerkrankungen bei Suchtstörungen« (13.15 Uhr), »clean-kick - Niedrigschwelliger Drogenentzug für Jugendliche« (14 Uhr).

In der Mittagspause und nach Abschluss der Referate besteht die Möglichkeit zur Klinikbesichtigung. Die KJPP zählt 40 Betten auf vier Stationen. Sie ist damit die größte Klinik der Johannes-Anstalten Mosbach und die drittgrößte ihrer Art in Baden-Württemberg. In der KJPP sind alle gängigen Psychotherapie-Verfahren etabliert. Dazu kommen Bewegungstherapie, Heilpädagogik, Reittherapie, Rollenspielgruppe, Entspannungsverfahren, figuratives Psychodrama mit Puppen, PC-gestütztes sensomotorisches und neuropsychologisches Training. Komplettiert wird das Angebot durch pädagogische und erlebnispädagogische Aktivitäten. Schulpflichtige Patienten werden in der hauseigenen Klinikschule unterrichtet.


PRESSEINFORMATION vom 20. Juni 2005

Der verlorene Sohn als Kindermusical

Aufführungen am kommenden Sonntag in der Johanneskirche und am 9. Juli in Dallau

Mosbach/Dallau. Die biblische Geschichte vom „verlorenen Sohn“ ist demnächst als Kindermusical für groß und klein zu erleben. Die Jungscharen und der Kinderchor aus Dallau proben schon eifrig und freuen sich, ihre Besucher auf eine musikalische Reise mitzunehmen. Sanfte Töne und fetzige Klänge machen die biblische Geschichte lebendig.

Die Aufführungen finden statt am Sonntag, 26. Juni, um 10.30 Uhr in der Johanneskirche der Johannes-Anstalten Mosbach und am Samstag, 9. Juli, um 20 Uhr in der Schulturnhalle Dallau. Der Eintritt ist jeweils frei.


PRESSEINFORMATION vom 14. Juni 2005

Macht. Angst. Gewalt.

8. Fachtagung der Fachschule für Sozialwesen der Johannes-Anstalten Mosbach am 16. und 17. Juni 2005 auf dem Schwarzacher Hof

Schwarzach. Mit dem Thema ihrer mittlerweile 8. Fachtagung nähert sich die Fachschule für Sozialwesen auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach diesmal einer Problematik mit hoher Komplexität und auch Brisanz.

In der betreuerischen Beziehung gehören Macht, Angst und Gewalt zu Alltagsphänomenen. Dennoch werden sie nur selten öffentlich thematisiert. Im Rahmen der Fachtagung soll versucht werden, eine realistische Einschätzung vorzunehmen, wie Macht, Angst und Gewalt auf beiden Seiten, auf der der Betreuenden wie auf der der Betreuten, vorkommen, wie sie zusammenhängen und wie sich Wege finden lassen, ehrlich mit sich, den anderen und mit diesen Phänomenen umzugehen und wie auf diese Weise auch Eskalationen vorzubeugen ist.

Dazu wurden kompetente Referenten unterschiedlicher Disziplinen eingeladen, die sich den Phänomenen Macht, Angst und Gewalt von verschiedenen Seiten her nähern.

Prof. Dr. Christian Büttner, Projektleiter an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und Honorar-Professor an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, wird das Eröffnungsreferat »Angst und Gewalt in pädagogischen Beziehungen« halten und dabei versuchen, grundlegende Zusammenhänge zu klären. Es wird dabei u.a. um die tiefere Bedeutung der betreuerischen Beziehung, den institutionellen Rahmen und handlungstheoretische Begründungen gehen.

Prof. Dr. Georg Feuser, Professor für Behindertenpädagogik an der Universität Bremen, wird sich mit exemplarischen Verweisen den Phänomenen aus der Perspektive der behinderten Menschen nähern und zeigen, dass schwerst herausfordernde Verhaltensweisen für die Psyche des Betreffenden höchst bedeutungsvoll sind. Aufgezeigt werden auch angemessene Möglichkeiten der Intervention bei und Prävention von Gewaltanwendung.

Dr. Wolfgang Schmidbauer, Psychoanalytiker und Buchautor aus München, wird in einem Referat mit dem Titel »Machtphantasie und Burnoutrisiko« die Probleme der Helfer mit Angst, Macht und Gewalt beschreiben. Dabei wird es sowohl um Machtphantasien als auch um Ohnmachtsängste in den helfenden Berufen gehen, um Burnoutrisiken wie auch um Möglichkeiten der Burnoutprophylaxe.

Moti Arbel, Direktor des Levzeller Instituts für geistig behinderte Menschen in Herzlia (Israel), hat ein Konzept zur körperlichen Intervention bei aggressiven Verhaltensweisen entwickelt. Er wird sein Konzept vorstellen, bei dem sowohl körperliche Techniken im direkten Kontakt mit aggressiven Menschen erprobt und eingeübt werden als auch ausführliche Gespräche zu den ausgelösten Gefühlen und den Umgang auf der Beziehungsebene stattfinden. Hierzu gehören auch praktische Übungen.

Carlos Escalera, Mitarbeiter des Fachdienstes Intensivpädagogik der Ev. Stiftung Alsterdorf, wird ein Referat zum Thema »Die normale, alltägliche Gewalt: Hilfen zur professionellen Begleitung von Menschen in Gewaltsituationen« halten. Dabei geht es darum, zunächst einmal Gewalt tatsächlich als alltägliches und nicht als außergewöhnliches Phänomen zu begreifen und konkret zu begegnen.

Neben dem Vortrag wird es auch immer Gelegenheit zu einer anschließenden Diskussion geben. Außerdem ist am Nachmittag des ersten Tages eine Podiumsdiskussion mit den Referenten und weiteren Gästen geplant.

Zur Begrüßung der Teilnehmer am Donnerstag, 16. Juni, um 9.30 Uhr durch Geschäftsführer Reinhard Adler wird Detlef Piepenburg, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, ein Grußwort sprechen.


PRESSEINFORMATION vom 2. Juni 2005

120 neue Beschäftigungsplätze
für Menschen mit Behinderungen

Johannes-Anstalten: Erweiterte Mosbacher Werkstätten werden eingeweiht –
3,16 Millionen Euro investiert

Mosbach. Es ist geschafft: Der Erweiterungsbau der Mosbacher Werkstätten für Menschen mit Behinderungen („Werkstatt am Sportplatz“) ist fertig. Heute (Donnerstag, 2. Juni 2005) feiern die Johannes-Anstalten Mosbach Einweihung.

Das Programm beginnt um 14.30 Uhr mit dem Bläser- und Paukenensemble der Johannes-Anstalten Mosbach unter der Leitung von Hubert Schäfer. Zur Begrüßung spricht Geschäftsführer Reinhard Adler, es folgt eine Besinnung mit Pfarrer Richard Lallathin. Den Festvortrag hält Regierungsdirektorin Bettina Cleavenger vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziales. Anschließend sind der Singkreis und die Orffgruppe der Johanneskirche, Leitung Peter Bechtold, zu hören.

Grußworte sprechen: Dr. Burkhard Kühn, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Johannes-Anstalten, Michael Heck, Sozialplaner des Kommunalverbandes Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS), der Nachfolgeorganisation des Landeswohlfahrtsverbandes Baden, Jürgen Spatz, Direktor der Agentur für Arbeit, Tauberbischofsheim, Detlef Piepenburg, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, sowie Gerhard Lauth, Oberbürgermeister der Stadt Mosbach. Die symbolische Schlüsselübergabe erfolgt durch Architekt Jürgen Ebert.

Auf einer Nutzungsfläche von rund 2.000 Quadratmetern sind direkt neben dem alten Werkstattgebäude weitere 120 moderne Beschäftigungsplätze in den Bereichen Montage, Verpackung und Werkzeugbau entstanden. Damit bieten die Mosbacher Werkstätten jetzt mehr als 500 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen an. Es handelt sich um das letzte Projekt eines Pakets von drei Erweiterungsbauten im Werkstattbereich der Johannes-Anstalten in Mosbach und Schwarzach. Überbelegungen konnten somit deutlich abgebaut werden.

Die Kosten für den Erweiterungsbau belaufen sich auf gut 3,16 Millionen Euro. Neben Eigenmitteln der Johannes-Anstalten Mosbach sind erhebliche Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit, des Landeswohlfahrtsverbandes Baden (jetzt: KVJS) und des Bundes eingesetzt worden. Ein langer Planungs- und Genehmigungsweg musste zurückgelegt werden. Erste Überlegungen wurden bereits 1979 angestellt. Mitte der 1990er Jahre lag die Baugenehmigung vor. Die Finanzierung nahm dann allerdings aufgrund allgemeiner Mittelknappheit weitere acht Jahre in Anspruch. Und auch der Bau selbst lief nicht ohne Verzögerungen ab. Vom ersten Spatenstich am 5. Juni 2003 bis zum Tag der Einweihung sind fast genau zwei Jahre vergangen.

Umso freudiger wird nun die lang ersehnte Einweihung und das Ende von teils drangvoller Enge in den Mosbacher Werkstätten gefeiert. Besprechungs- und Pausenräume, die aufgrund der Raumknappheit nach und nach zu Werkstatträumen umfunktioniert werden mussten, wurden nun zurück gewonnen. Ein verglaster Gang verbindet den alten mit dem neuen Trakt, so dass beides zu einem harmonischen Ganzen verschmilzt.


PRESSEINFORMATION vom 30. Mai 2005

Besucher zeigten sich hitzebeständig

Buchener Werkstätten präsentierten sich am Tag der offenen Tür

Buchen. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Johannes-Anstalten Mosbach stellen sich ihre Einrichtungen der Öffentlichkeit vor. Am 29. Mai veranstalteten die Buchener Werkstätten einen Tag der offenen Tür, und der Andrang übertraf alle Erwartungen: Trotz der Hitze kam eine unerwartet große Zahl an Gästen.

Die Eröffnungspredigt hielt Pfarrerin Birgit Lallathin. In dieser ermunterte sie die Gottesdienstbesucher, in der Bibel zu lesen: „Daran kann einer erkennen, ob er Jesu Willen tut. Das ist diakonisches Handeln. Unabhängig von Verstand und Geistesgaben.“ Der Singkreis und die Orffgruppe der Johannesgemeinde unter Leitung von Peter Bechtold gaben dem Gottesdienst musikalisch Farbe.

Danach hatten die Gäste Gelegenheit, die angenehm kühlen Räume der Buchener Werkstätten kennen zu lernen. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen, Gulaschsuppe oder dem philippinischen Fleischspieß – ein original zubereitetes Geheimrezept –, konnten die Besucher das vielseitige Programm nutzen: der JMK-Big-Band unter der Leitung von Alexander Monsch zuhören, mit der Orientalischen Bauchtanzgruppe vom Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach unter der Leitung von Margit Amimer ins Morgenland reisen, auf dem Parcours die Schwierigkeiten des Rollstuhlfahrens kennen lernen, die Kinder-Bastelstube im Förder- und Betreuungsbereich besuchen, die Bild-Präsentation der Werkstätten anschauen oder am Schätzspiel teilnehmen und vielleicht einen Preis gewinnen (1452 war die zu erratende Zahl an Korken!).

In den Arbeitsräumen konnten sich die Besucher von Mitarbeitenden die gegenwärtige Arbeit in den Bereichen Metall, Montage und Verpackung zeigen und erklären lassen: Kunststoffteile für die Autoindustrie zusammensetzen, Vakuumfilter bearbeiten und endkontrollieren, Entriegelungstasten für Rasierapparate auf Lackierhilfen setzen, Manometer und Widerstandsträger montieren, im Metallbereich vornehmlich Teile nach Zeichnungen fertigen und vieles mehr. Wichtig bei der Auftragsarbeit sei die Flexibilität. Die wesentliche Voraussetzung hierfür sei, dass die Gruppenleiter die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Beschäftigten kennen, um die Auftragsarbeiten planmäßig erfüllen zu können. Aber auch Eigenprodukte aus den Werkstätten für Behinderte und dem Farmprojekt der Johannes-Anstalten Mosbach wurden präsentiert, und viele Besucher nutzten die Gelegenheit und kauften etwa Tabletts, Vogelhäuser, Gartendekorationen und Laternen.

Die Buchener Werkstätten haben ihre Arbeit 1987 im seinerzeit neu errichteten Gebäude mit 59 Beschäftigten aufgenommen. Heute sind es über 130 Menschen mit Behinderungen, die dort arbeiten und ausgebildet werden oder die Förder- und Betreuungsgruppe besuchen. 22 Mitarbeitende arbeiten mit den und für die Beschäftigten. Die meisten in den Werkstätten beschäftigten Menschen sind „Externe“; sie wohnen bei ihren Angehörigen vor allem im Altkreis Buchen. Einige haben ihr Zuhause im Haus Bergesruh in Hettigenbeuern und in den Außenwohngruppen in der Buchener Linsengasse. Aufgrund der Überbelegung und der weiter steigenden Nachfrage nach Arbeitsplätzen planen die Johannes-Anstalten Mosbach für 2006/2007 einen Erweiterungsbau. Als Ziel gesetzt ist die Erweiterung auf 160 Plätze. 24 Plätze sind für den neu geplanten Förder- und Betreuungsbereich vorgesehen. Ebenfalls in der Pipeline befindet sich ein Wohnheimneubau in Buchen als Ersatz für das in die Jahre gekommene Wohnheim Haus Bergesruh.


PRESSEINFORMATION vom 9. Mai 2005

Eine zwanzigjährige Erfolgsgeschichte

Erwachsenenbildung für Menschen mit Behinderungen: Kooperation von Bildungszentrum Mosbach und Johannes-Anstalten Mosbach feiert Jubiläum

Mosbach. Mit einem kunterbunten Programm wurde dieser Tage das 20-jährige Jubiläum der Mosbacher Erwachsenenbildung für Menschen mit Behinderungen im Speisesaal des Wirtschaftsgebäudes der Johannes-Anstalten Mosbach gefeiert. Etwa 200 Besucher kamen, sahen und machten – programmgemäß oder spontan - mit. Damit erlebte die Erfolgsgeschichte der Kooperation von Berufsbildungszentrum Mosbach und Johannes-Anstalten - in 20 Jahren besuchten über 7500 Menschen mit Behinderungen 725 Kurse - einen Höhepunkt.

Projektleiterin Maria Boerner führte durch das Programm der Festveranstaltung, an der zahlreiche Ehrengäste teilnahmen. Zunächst begrüßte sie Oberbürgermeister Gerhard Lauth, Dr. Almut Rumstadt, Leiterin des Bildungszentrums Mosbach, Stephan Eckert, Pastoralreferent der Katholische Kirchengemeinde St. Cäcilia Mosbach, Manfred Amend, Ulrich Habersang und Birgit Liebig von den Johannes-Anstalten sowie die Kursleitenden und Kurzteilnehmenden. Ihnen allen dankte sie für die Unterstützung und Gestaltung des Festprogramms.

Lauth dankte in seinem Grußwort den Projektverantwortlichen, Eltern und Ehrenamtlichen, Kursleiterinnen und Kursleitern für ihren engagierten Einsatz. Er genieße es immer wieder, zu Gast in den Johannes-Anstalten Mosbach zu sein und dort die warme Herzlichkeit der Menschen zu spüren. Dr. Rumstadt überbrachte den Dank, die Grüße und die Glückwünsche der Diözese Freiburg, zu der das Bildungszentrum gehört. Aber sie hatte auch eine Überraschungsgeschenkt als Dank für die Kursleiterinnen und Kursleiter mitgebracht: Für sie wird es bald ein Sommerfest geben.

Manfred Amend, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen, bedankte sich stellvertretend für die Johannes-Anstalten Mosbach bei allen, die zum Gelingen des Bildungsprojektes beigetragen hätten und immer noch beitragen. Ihnen überbrachte er Grüße von Geschäftsführer Reinhard Adler und Geschäftsbereichleiter Dr. Peter Rösinger. Amend betonte den besonderen Wert von Bildung und brachte dies mit einem Zitat der Gesellschaft für Erwachsenenbildung und Behinderung e. V. Deutschland auf den Punkt: „Sich bilden ist Mensch sein, Mensch sein ist sich bilden“. Gerade Menschen mit Behinderung bräuchten besondere Bildungschancen, so Amend.

Projektleiterin Maria Boerner erläuterte das Bildungsangebot, das gegenwärtig 21 Kurse umfasst: vom Märchentheater-, Bastel-, Mal-, Musik-, Spiel- und Plauder- bis zum Sport- und Tanzkurs. Es gibt aber nicht nur Kreativ- und Bewegungsstunden, sondern auch lebenspraktische Kurse wie z.B. Umgang mit Geld sowie Geschichten lesen und schreiben. Aber auch die Bücherstube und regelmäßige Theaterfahrten in Kooperation mit den Offenen Hilfen der Johannes-Anstalten Mosbach – mit inzwischen etwa 800 Teilnehmenden - stehen auf dem Programm.

Das unterhaltsame zweieinhalbstündige Programm bot eine farbige und lebhafte Kostprobe des Kursangebotes: Gestärkt mit Kaffee und Kuchen tanzten und sangen die Kursteilnehmenden auf der Bühne und spielten Theater, zeigten Gymnastikübungen und führten Sketche auf. Zusammen mit Profis, der Tanzgruppe „Donauschwaben“ aus Masseldorn, tanzten die Laien zu modern aufgepeppter Volksmusik. Zum Schluss gab es eine lange Polonaise, in die sich auch Rollstuhlfahrer einreihten. Über die Begeisterung freuten sich die beteiligten Kursleiterinnen und -leiter Ulrike Allstädt, Maria Boerner, Gabriele Brauch, Heidi Brauch, Claudia Corell, Sonja Freudenberger, Ingrid Glaser, Yvonne Höppler, Heidrun Lichtenfels, Roland Ludäscher und Annette Polmann.

Das Projekt „Erwachsenenbildung für Menschen mit Behinderung“ hat Wolfgang Weltin vom Bildungszentrum Mosbach zusammen mit Reinhold Walter und Ulrich Habersang von den Johannes-Anstalten Mosbach 1986 in Mosbach gestartet. Vorbild war das Heidelberger Bildungsprojekt für Menschen mit Behinderungen, zu dem Professor Herbert Höss und Magrit Wilder den Anstoß gegeben haben. Die Leitung des Mosbacher Projektes ging später an Dr. Hildegard Schymroch und danach an Maria Boerner über. Von Anfang an war die Nachfrage nach den Kursen sehr stark. Bis heute ist die Begeisterung der Kursteilnehmenden außerordentlich hoch - der überzeugendste Dank an alle Kursleitenden.


PRESSEINFORMATION vom 3. Mai 2005

Neuestes Produkt: ein kunstvoller Wandteppich

Berufsbildungswerk Mosbach: Ungarnaustausch trägt weitere Früchte – Fortsetzung des Sokrates-Comenius-Projekts beantragt

Mosbach. Der Austausch zwischen dem Berufsbildungswerk der Johannes-Anstalten Mosbach (BBW) und dem Dr. Nagy László Gyógypedagógiai Intézmény in Köszeg/Ungarn floriert weiterhin. 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie fünf Mitarbeitende aus Ungarn waren jetzt für zwei Wochen zu Gast im BBW.

Es handelte sich um den Gegenbesuch der Ungarn im Rahmen des Fremdsprachenprojekts Comenius im Sokratesprogramm der EU. Früchte trägt es nicht nur im Hinblick auf die Horizonterweiterung aller Beteiligten, sondern auch in Form wertvoller Projektprodukte: Nachdem im September vergangenen Jahres in Köszeg ein kleiner Park gestaltet und feierlich übergeben wurde (wir berichteten), durfte das BBW jetzt einen kunstvoll gearbeiteten Wandteppich entgegennehmen.

Die jungen Leute aus Ungarn waren in die Werkstätten für Gartenbau, Farbe, Hauswirtschaft, Metall und Holz eingebunden. Täglich erhielten sie eine Stunde Deutschunterricht. Zum Ende des Besuchs wurde an die deutschen Teilnehmer aus dem BBW wie bereits im Vorjahr das Berufsqualifikationsdokument „Europass“ übergeben. Die ungarischen Teilnehmer erhielten zur Dokumentation ihrer Teilnahme den „Qualipass“.

Ziel des Projekts mit dem Titel „Brücken in die Zukunft - Berufsbildung als Integration“ ist es, den jungen Menschen eine Begegnung mit einem anderen europäischen Land zu ermöglichen, um die dortige Sprache sowie die Lebens- und Arbeitsweise kennen zu lernen und einen Einblick in die andere Kultur zu bekommen.

Der neue Projekt-Antrag für den Jahrgang 05/06 ist bereits gestellt. Die Planungen sind abgeschlossen, der hoffentlich positive Bescheid der EU steht noch aus. Sowohl für die Jugendlichen als auch für die Mitarbeitenden beider Einrichtungen bringt das Sokrates-Comenius-Projekt wertvolle Erfahrungen fürs Leben mit sich.


PRESSEINFORMATION vom 3. Mai 2005

„Therapie ist Alltag und Alltag ist Therapie“

Krankengymnastik- und Massagepraxis auf dem Schwarzacher Hof jetzt mit Kassenzulassung

 

Schwarzach. Die Krankengymnastik- und Massagepraxis auf dem Schwarzacher Hof hat ihre Kassenzulassung erhalten und kann ihre Leistungen jetzt abrechnen. Dies bot Gelegenheit, Mitarbeitende verschiedener Bereiche der Johannes-Anstalten Mosbach am 29. April zum Empfang zu laden, zu dem Dr. Alexander Vater, stellvertretender Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Beschäftigung und Gesundheit, sie begrüßte. Bevor die 30 Mitarbeitenden sich in den Räumen umschauen, Fragen an ihre Kollegen aus der Praxis stellen und sich selbst beispielsweise einmal auf den Schlingentisch legen durften, stellte Franz Sommerauer, Leiter der Krankengymnastik- und Massagepraxis, die Arbeit dort und in den renovierten Räumen der benachbarten Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) vor.

Das Leistungsprogramm richtet sich an die Heimbewohner der Johannes-Anstalten, extern lebende Menschen mit Behinderungen und Gäste im Kurzzeitheim Michelbach. Es umfasst die Physiotherapie und Physikalische Therapie wie auch die Hilfsmittelversorgung sowie Betreuer- und Angehörigen-Beratung, die das weiter gefasste Therapieangebot und die individuelle Förderung der Patienten in den Johannes-Anstalten unterstützen. Die Leistung zielt darauf ab, die Mobilität und Leistungsfähigkeit der Menschen mit Behinderungen zu erhalten und wiederherzustellen.

Schwerpunkte sind neurologische Erkrankungen, z.B. Infantile Zerebralparese (frühkindliche Hirnschädigung), Schlaganfälle, Schädelhirntraumen, Parkinson und orthopädische Erkrankungen, wie z.B. Arthrose, Bandscheibenprolaps, Verletzungen des Bewegungsapparates, postoperative und posttraumatische Zustände. Die Therapie wird in den Alltag der Patienten integriert und inhaltlich mit anderen Maßnahmen abgestimmt. Dies ist für Sommerauer wichtig, denn seine Devise lautet: „Therapie ist Alltag und Alltag ist Therapie“. Deshalb freut er sich über die gute Abstimmung der Arbeit im Haus als auch mit anderen Bereichen der Johannes-Anstalten. Aber auch die kurzen Wege zu anderen Einrichtungen stellte er als vorteilhaft heraus. Nicht zuletzt hätten sich das neue Gebäude und die erneuerten Räume erfreulich auf die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden ausgewirkt, und auch die Patienten zeigten, dass sie gerne zur Therapie kämen. Dies liege auch daran, dass hohe Ansprüche an die Aus- und Fortbildung der Therapeuten gestellt würden.

Vor zweieinhalb Jahren ist die Krankengymnastik- und Massagepraxis in das Haus Haselbusch eingezogen. Zuvor waren die Dienstleistungen im Haus Vogelsang erbracht worden. Das „Therapiehaus“ wurde ermöglicht mit Hilfe der Mitarbeitenden der Bauabteilung, des Controllings, der Handwerksbetriebe, des Zentraleinkaufs, der Zentralen Abrechnungsstelle sowie von Hermann-Josef Mönikes, Koordinator im Fachbereich Gesundheit, Franz Sommerauer und den Therapeuten. Ihnen allen dankte Dr. Vater für ihre hervorragende Arbeit.

Text: Dirk Adler

 


PRESSEINFORMATION vom 22. April 2005

„Arbeitswelt ist besser als man glaubt“

Klasse WKG 5 der Sonderschule Mosbach erzielt 2. Preis beim 47. Schülerwettbewerb zur Förderung der politischen Bildung

Mosbach. Beim 47. Schülerwettbewerb des Landtags von Baden-Württemberg zur Förderung der politischen Bildung hat die Sonderschule der Johannes-Anstalten in Mosbach mit der Klasse WGK 5 einen zweiten Preis erzielt. Zusammen mit Referendarin Sina Maier wählten die Schülerinnen und Schüler das Thema „Jugendliche und ihre Berufsaussichten“. Sie entwickelten einen Fragebogen, den sie an Jugendliche im Berufsbildungswerk Mosbach verteilten. Immerhin 24 Rehabilitanden, 20 junge Männer und vier junge Frauen, machten mit.

Schwerpunktmäßig ging es darum, wie viele ihren Traumberuf erreicht haben und wie vielen ihre Arbeit Spaß macht, auch wenn es nicht ihr Traumberuf ist. Ergebnis: 15 junge Männer haben ihren Traumberuf erreicht, fünf nicht, und 17 macht die Arbeit Spaß. Zwei junge Frauen arbeiten in ihrem Traumberuf, zwei nicht, und trotzdem haben alle vier Spaß an der Arbeit. Die Sonderschüler, die ihrem Beitrag den Titel „Das Leben nach der Schule – Traum oder Alptraum?“ gaben, kamen angesichts dieser Auswertung zum Fazit: „Die Arbeitswelt ist besser als man glaubt.“

Besser als viele andere eingereichte Arbeiten fand jedenfalls die Jury diesen Beitrag und belegte ihn mit einem zweiten Preis. Diesen Erfolg erzielten die Mosbacher Sonderschüler im direkten Vergleich mit 118 Schulen, darunter Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen und nur noch eine weitere Sonderschule.

Schulleiter Mario Kiefer übergab die Urkunden und das Preisgeld in Höhe von je 30 Euro heute (22. April) an die strahlenden Preisträger Diana Krupp, Jennifer Rosenlehner und Indira Harder. Leider durften nur drei Teilnehmer zum Wettbewerb gemeldet werden. Mitgearbeitet haben aber auch Emanuel Tilinca, Theresia Richter und Gülseren Sevin. Für sie gab es zwar keine Urkunde, aber aus dem Schuletat wurde auch ihnen ein Preisgeld in gleicher Höhe spendiert.


PRESSEINFORMATION vom 18. April 2005

„Ein tolles Haus“

Riesenandrang beim Tag der offenen Tür: Das neue Haus Tannenburg der Johannes-Anstalten Mosbach begeisterte die Besucherinnen und Besucher

Mosbach/Simmersfeld. Der Andrang beim „Tag der offenen Tür“ im Haus Tannenburg in Simmersfeld am 17. April war enorm: „Viel mehr Gäste hätten wir nicht bewältigen können“, freute sich Heimleiterin Christine Waidelich trotz der vielen Arbeit über das große Interesse am Neubau. Sie hatte sprichwörtlich alle Hände voll zu, denn sie ließ es sich nicht nehmen, so viele Besucher wie möglich im Eingangsbereich persönlich zu begrüßen. Von dort aus konnten die Gäste das Haus erkunden, das im Oktober vergangenen Jahres von den Johannes-Anstalten Mosbach eingeweiht worden war: Nach rechts gelangten sie in den Förder- und Betreuungsbereich, geradeaus in die Wohnbereiche und nach links zum Festzelt und in die Informationsräume.

Im Förder- und Betreuungsbereich waren nicht nur die Krankengymnastik- und Werkräume zu besichtigen. Hier konnten die Gäste auch Werkprodukte wie Garderobenaufhänger und Hausdekorationen kaufen. Vor allem die jüngeren Besucher legten aber auch selbst Hand an, sägten Blumen aus Holz aus und malten Bilder.

Von den Wohnbereichen zeigten sich die Gäste angetan: Die Helligkeit und Größe der Tagesräume und die individuell gestalteten Zimmer überraschten sie. Wer Ruhe suchte, fand sie in den Snoezelenräumen. Wo sonst Menschen mit Behinderungen entspannen und Sinnesanregungen finden, pausierten an diesem Tag Gäste bei gedämpftem Licht und leiser Musik auf dem Wasserbett. Manche Besucher waren von den Räumen des Haus Tannenburg derart hingerissen, dass sie diese für Familienfeste und Kindergeburtstage anmieten wollten. Die jüngeren Besucher konnten sich auf der Hüpfburg im Garten austoben; etliche von ihnen waren erstaunt, dass die Bewohner mit dem gleichen Spielzeug spielen wie sie selbst.

Lebhaft ging es aber nicht nur im Haus Tannenburg zu, sondern auch im Festzelt, das die Feuerwehr von Simmersfeld für den „Tag der offenen Tür“ aufgestellt hatte. Hier beköstigten die Mitarbeitenden die Besucher bei Live-Musik vom „Schwarzacher Hof Sextett“.

Wer den Mitarbeitenden seine Fragen nicht bereits beim Rundgang gestellt hatte, konnte dies in den Informationsräumen nachholen. Hier erfuhren die Besucher alles über das Angebot und die Geschichte des Haus Tannenburg: Es bietet neben 48 Wohnplätzen für Menschen mit schweren Behinderungen die Tagesstruktur und zwei Kurzzeitplätze. 1974 wurde das Haus Tannenburg von den Johannes-Anstalten Mosbach übernommen und 2004 wegen Baufälligkeit durch einen Neubau mit Wohn- und Förderbereich sowie einem Logistikgebäude ersetzt. „Ein tolles Haus“, fasste ein Besucher seinen Eindruck zusammen, und die Mitarbeitenden freuten sich über den Anklang, den der „Tag der offenen Tür“ fand. Dieser war seit Januar von einem motivierten Mitarbeiterteam aus den Bereichen Hauswirtschaft, Wohngruppen, Hausmeisterei sowie Förderung und Betreuung vorbereitet worden, wie Ulrike Kreis, Leiterin des zuständigen Arbeitskreises, lobte.

Jetzt freuen sich die Mitarbeitenden zusammen mit den Bewohnern über einen weiteren Erfolg, den dieser Tag mit sich gebracht hat: Für einen Grillplatz im Garten haben die Gäste am „Tag der offenen Tür“ im Rahmen des Jubiläums „125 Jahre Johannes-Anstalten Mosbach“ reichlich gespendet.

Text: Dirk Adler


PRESSEINFORMATION vom 12.04.05

„Es war schön, zu dieser Mannschaft zu gehören“

Pfarrer Eckhard Weißenberger von Bewohnern und Mitarbeitenden des Schwarzacher Hofes der Johannes-Anstalten Mosbach würdevoll verabschiedet

Schwarzach. Bis auf den letzten Platz war der Luthersaal gefüllt, als Pfarrer Eckhard Weißenberger jetzt von seiner Gemeinde auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach verabschiedet wurde. Auch Gäste aus Schwarzach sowie aus der näheren und weiteren Umgebung waren anwesend. Es wurde deutlich, dass die Gottesdienstbesucher seinen Fortgang mehr als bedauerten, einige nahmen bewegt Abschied. Nach vierjähriger engagierter Tätigkeit auf dem Schwarzacher Hof wird Pfarrer Weißenberger im Sommer eine Kirchengemeinde in Südbaden als Gemeindepfarrer übernehmen.

Weißenbergers Abschiedspredigt basierte auf einem Lied, das im Gottesdienst gesungen wurde: „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt…“. Er verglich die Entwicklung der Johannes-Anstalten Mosbach mit der eines Schiffes, das mal ruhige und mal stürmische See zu bewältigen hat. Es gab schwere Zeiten in der 125-jährigen Geschichte der Johannes-Anstalten Mosbach, Zeiten, in denen das Leben behinderter Menschen als nicht lebenswert definiert wurde. Heute, so Weißenberger, leben wir in einer guten Zeit, in der die Bewohner ihren Begabungen und Stärken entsprechend unterstützt werden, wie in einer gut funktionierenden Schiffsmannschaft. Er dankte allen Mitarbeitenden für ihren Einsatz für die Bewohnerinnen und Bewohner und gestand, „es war schön, zu dieser Mannschaft zu gehören“.

Geschäftsführer Reinhard Adler erinnerte in seiner Abschiedsrede an die feierliche Amtseinführung im Herbst 2001, bei der Eckhard Weißenberger sechs Wochen nach seinem Amtsantritt bereits „angekommen und angenommen“ war. Er habe sich der Herausforderung gestellt, Menschen mit und ohne Behinderung seelsorgerisch und menschlich zu betreuen. Als Christ in der Diakonie befinde man sich im Spannungsfeld der Diakonie zwischen kirchlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, so Adler. Auf dieses Spannungsfeld habe Weißenberger immer wieder hingewiesen und seinen Einfluss zugunsten der Bewohner genutzt.

Bewegt dankte Natalie Kopf im Namen des Heimbeirates und Werkstattrates für Weißenbergers aktives Wirken in der Gemeinde. Mit den Worten „Schön, dass Du bei uns warst“ verabschiedete sich Jo Bauer im Auftrag der Mitarbeitervertretung. Nicht Trauer, sondern Dankbarkeit für die gute Zeit stehe im Vordergrund, so Bauer.

Für die Gemeinde Schwarzach war Bürgermeister Theo Haaf zum Gottesdienst gekommen, er schätzte den geistigen Beistand der Gemeinde und ist dankbar für viele gute Gespräche mit Pfarrer Weißenberger während seiner Dienstzeit in Schwarzach. Zuletzt verabschiedete sich Schuldekanin Barbara Körmann und überbrachte ihren Dank für die aktive Mitarbeit im Kirchenbezirk sowie Grüße von Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal. Beim anschließenden Mittagessen würdigte Dr. Peter Rösinger die Arbeit von Eckehard Weißenberger, der immer „einen guten Draht“ zu den Bewohnern gehabt habe.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Organisten Gottfried Broschwitz und dem Singkreis Schwarzach unter der Leitung von Bernadette Karl.


PRESSEINFORMATION vom 10.4.2005

Mannheimer Gymnasiasten spendeten wieder

900 Euro für Seniorenbetreuung auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach

Schwarzach. Besuch mit Tradition: Alljährlich kommt das Mannheimer Liselotte-Gymnasium mit einer 11. Klasse im Rahmen der „Tage der Orientierung“ auf den Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach. Bei einer Führung durch die verschiedenen Bereiche lernen die Schülerinnen und Schüler den für sie zumeist unbekannten Lebens- und Arbeitsbereich behinderter Mitmenschen kennen. Seit vielen Jahren ist das nun schon so. Lehrerin Inge Reinmann hat diese schöne Tradition inzwischen vom Initiator Günther Saltin übernommen.

Ebenso traditionell ist die Spende, welche die jungen Leute der Klasse 11 b zum Abschluss des Besuches übergaben – dieses Mal 900 Euro, ein Teil des Weihnachtsmarkterlöses, die der Seniorenbetreuung zu Gute kommen. Wofür genau das Geld verwendet wird, steht noch nicht fest, da verschiedene Projekte in Frage kommen. Die letztjährige Spende wurde für eine Sitzgelegenheit im Freien am Haus „Kon-Tiki“ verwendet, auf der sich die Gäste gleich zum Gruppenfoto niederließen.

Die beiden Schülersprecher Florian Hisserich und Matthias Oehmichen übergaben das Geld an Marianne Holzwarth von den Johannes-Anstalten, die sich nicht zuletzt auch dafür bedankte, dass Inge Reinmann in die Fußstapfen von Günther Saltin getreten sei. Albert Wütschner erläuterte kurz seine Arbeit im Rahmen der Seniorenbetreuung und hatte Ida Zimmermann, mit 90 Jahren älteste Bewohnerin der Johannes-Anstalten, zur Spendenübergabe mitgebracht.