Johannes-Diakonie Mosbach

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PRESSEINFORMATION vom 20. Juni 2006

Claus Brechter beendet Kandidatenkür

Dritter OB-Kandidat besuchte die Johannes-Anstalten Mosbach

Mosbach. Als letzter der drei Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 2. Juli in Mosbach wurde Claus Brechter heute (20. Juni) von Geschäftsführer Reinhard Adler in den Johannes-Anstalten willkommen geheißen. Der Diplom-Verwaltungswirt Claus Brechter arbeitete zunächst ab 1982 beim Personalamt der Stadt Mannheim, zuletzt als Leiter eines Sachgebietes, das rund 1900 Mitarbeitende betreut. 1990 erfolgte seine Wahl zum Bürgermeister der Stadt Bad Wimpfen. Im Oktober 2005 wurde er zum zweiten Mal wiedergewählt.

Geschäftsführer Adler berichtete dem Gast von den „Entwicklungstendenzen“ nach der Kommunalisierung der Eingliederungshilfe, mit denen die Johannes-Anstalten hart zu kämpfen hätten. Mit der Eingliederungshilfe habe er bislang lediglich über die Kreisumlage zu tun gehabt, sagte Brechter – und habe stets neidisch nach Baden geschielt, wo „alles billiger sei“. Er erkannte die Grenzen von Ambulantisierung an – „wo es nicht klappt, beginnen die Probleme erst.“ Noch lägen nicht die notwendigen Erfahrungen vor.

Für den Standort Mosbach mit seiner nicht einfachen Lage sei es ganz entscheidend, Ziele gemeinsam zu diskutieren. Man könne, so Brechter, nicht von der „Unfehlbarkeit von Verwaltung oder OB ausgehen“. Brechter interessierte sich sehr für das breitgefächerte Angebot der Johannes-Anstalten und erhielt während einer Führung durch die Mosbacher Werkstätten einen Einblick in die Realität.


PRESSEINFORMATION vom 16. Juni 2006

OB-Kandidat Roos zu Gast

Dr. Klaus Dieter Roos informierte sich über die aktuelle Situation des größten Arbeitgebers im Neckar-Odenwald-Kreis

Mosbach. Nach Bürgermeister Michael Jann gab heute (16. Juni) OB-Kandidat Dr. Klaus-Dieter Roos in den Johannes-Anstalten Mosbach seine Visitenkarte ab. Geschäftsführer Reinhard Adler hieß ihn herzlich willkommen, stellte die Einrichtung als größten Arbeitgeber und starken Wirtschaftsfaktor im Kreis vor und betonte die zahlreichen Berührungspunkte mit Stadt, örtlichem Handel, Gewerbe und Banken.

Der Geschäftsführer ging auch auf die bevorstehende große Regionalkonferenz ein, wo zukünftige Entwicklungen und unterschiedliche Vorstellungen diskutiert würden. Mit der Stadt wünsche er sich ein aktives Miteinander und sei auch bereit, im Stadtrat persönlich Rede und Antwort zu stehen. Der Gast wies seinerseits auf zahlreiche Verbindungen mit den Johannes-Anstalten hin.

Dr. rer. nat. Klaus-Dieter Roos, ein Ur-Mosbacher, setzt nach eigenen Worten auf das Gespräch und stellt sich hierfür einen ständigen Arbeitskreis als Forum vor. Der frühere Referent für Wirtschaftsförderung bei der Großen Kreisstadt Mosbach und Geschäftsführer der Landesgartenschau war zuletzt in verschiedenen leitenden Funktionen bei der Stadt Neckarsulm tätig. Nach der Wahl zum Geschäftsführer der Baugenossenschaft Familienheim Mosbach beendete er sein Arbeitsverhältnis in Neckarsulm zum 30. Juni 2006.

Ohne jegliche Berührungsängste nahm Roos die Einladung von Geschäftsführer Adler zur Besichtigung zweier kooperierender Wohngruppen im Haus Neckar an, wo er interessiert den Erläuterungen von Gruppenleiterin Claudia Gercke und Wohnbereichsleiter Herbert Kimmel folgte.


PRESSEINFORMATION vom 14. Juni 2006

Wenn Krankheit Mauern baut …

… können Spenden helfen – Aktion Opferwoche der Diakonie
startet am 18. Juni

Mosbach. Ab dem 18. Juni findet wieder die Aktion Opferwoche der Diakonie der Badischen Landeskirche statt. Unter dem Motto „Wenn Krankheit Mauern baut“ erinnert die Kirche daran, dass Kranksein die körperliche oder geistige Mobilität einschränkt und isoliert. Mit den Spendenmitteln aus der Aktion werden Projekte unterstützt, die Kranken dabei helfen, ihre Isolation zu überwinden.

Im Kirchenbezirk Mosbach wird die Opferwoche mit dem Gottesdienst an kommenden Sonntag, 18. Juni, um 10.30 Uhr in der Johanneskirche eröffnet. Der Gottesdienst wird von Patienten und Mitarbeitenden der Neurologisch-Psychiatrischen Klinik der Johannes-Anstalten Mosbach vorbereitet und gestaltet. Mit Mitteln aus der Aktion Opferwoche wird hier ein Kunstprojekt durchgeführt, das der Integration dient. Dieses Projekt wird im Gottesdienst vorgestellt.

Der Abschlussgottesdienst der Aktion Opferwoche findet am 2. Juli um 10 Uhr in der Stiftskirche in Mosbach statt. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wird Barbara Klein als langjährige Mitarbeiterin des Sozialpsychiatrischen Dienst des Diakonischen Werkes verabschiedet. Ihr wird für ihre Verdienste das Kronenkreuz in Gold überreicht. Barbara Klein wechselt mit einer ganzen Stelle in die Geschäftsführung der ISO, wo sie bereits mit einem Teildeputat beschäftigt war.


PRESSEINFORMATION vom 13. Juni 2006

OB-Kandidat besuchte Johannes-Anstalten

Bürgermeister Michael Jann informierte sich über die aktuelle Situation der Behindertenhilfe und versprach auch künftig ein offenes Ohr

Mosbach. Nicht zum ersten Mal als Bürgermeister, aber zum ersten Mal als OB-Kandidat stattete Michael Jann den Johannes-Anstalten Mosbach gestern (12. Juni) einen Besuch ab. Geschäftsführer Reinhard Adler hieß den Gast willkommen und ging auf die aktuelle Situation der Eingliederungshilfe und die mit ihrer Kommunalisierung im Zuge der Verwaltungsreform verbundenen Probleme ein. Er hob die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises hervor und betonte, dass man auch mit der Stadt Mosbach z.B. in Bauangelegenheiten Hand in Hand gehe.

Eine Führung durch die Mosbacher Werkstätten (WfB) schloss sich an. Leiter Sebastian Stadtmüller erläuterte Bürgermeister Jann die wesentlichen Eckdaten der Werkstätten, in denen 500 Menschen mit Behinderungen eine sinnvolle Beschäftigung finden. Als verlässlicher Partner der Industrie arbeitet die WfB mit ca. 200 Unternehmen zusammen, für die sie hauptsächlich Verpackungs- und Montagearbeiten ausführt.

Bürgermeister Jann dankte für die informative Führung und versprach auch für die Zukunft ein offenes Ohr und Bereitschaft zur Zusammenarbeit.


PRESSEINFORMATION vom 13. Juni 2006

Geschichten der Begegnung erzählt

Gottesdienst unter freiem Himmel und fröhliches Fest zum „Tag der Begegnung“ 2006 in Schwarzach

Schwarzach. Mit einem außergewöhnlichen Gottesdienst unter freiem Himmel begann am Sonntag (11. Juni) der „Tag der Begegnung“ 2006 in Schwarzach im Freilichttheater Birkenhof. In der Kulisse von „Don Camillo und Peppone“ erzählten Bewohnerinnen und Bewohner des Schwarzacher Hofes der Johannes-Anstalten Mosbach, Theaterspieler, Grundschulkinder und der „Freundeskreis am Schwarzacher Hof“ ihre ganz persönlichen „Geschichten der Begegnung“.

Dr. Hans-Werner Scheuing und Carolin Filipp begrüßten gemeinsam die Gottesdienstbesucher am Tag der Begegnung, zu dem die Kath. Pfarrgemeinde St. Martin Schwarzach, die Evang. Kirchengemeinde Schwarzach, das Pfarramt Schwarzacher Hof und der „Arbeitskreis Menschenwürde und Bioethik“ gemeinsam eingeladen hatten.

Pfarrerin Erika Knappmann, Diakon Franz Jünger, Pfarrvikar Philip Kampe und Diakon Markus Wild hielten sich beim Gottesdienst dezent im Hintergrund. Das Wort hatten zunächst Zweitklässler aus der Schwarzacher Grundschule. Zu ihnen kommt jede Woche das schwerbehinderte Mädchen Tugba aus der Schwarzbach Schule des Schwarzacher Hofes.

Begegnung in der Grundschule

„Zu Anfang haben wir ein bisschen Angst gehabt, jetzt aber nicht mehr“, schilderten die Kinder ihre Sicht der Dinge. Mit gemeinsamen Kräften schaffen sie es, Tugba ein paar Schritte zu führen und sicher und sehr liebevoll wieder in den Rollstuhl zu setzen. Tugba halte sich dabei „ganz doll fest, und das tut dann weh, aber sie will uns nicht wehtun. Sie hat nur Angst hinzufallen.“

Anfängliche Ängste und Unsicherheiten haben auch die Viertklässler der Grundschule nach ihren Begegnungen mit Schwarzbach Schülern schnell überwunden und dabei gelernt: „Was uns fremd ist, dürfen wir nicht gleich ablehnen, sondern sollten wir erst einmal kennen lernen.“ Jetzt freuen sich alle auf die vielen gemeinsamen Unternehmungen.

Begegnung im Theater

Ali Wütschner vom Schwarzacher Theaterensemble, dem die Rolle des Don Camillo wie auf den Leib geschrieben ist, berichtete von der Selbstverständlichkeit, mit der Bewohnerinnen und Bewohner des Schwarzacher Hofes zum Ensemble dazugehören. Sie lebten anders in ihrer Rolle. Oft, so Wütschner, seien sie zuverlässiger als ihre nicht behinderten Kollegen.

Begegnung am Brunnen

Mitglieder des „Freundeskreises am Schwarzacher Hof“ stellten szenisch die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Brunnen im vierten Kapitel des Johannesevangeliums dar. Pfarrerin Erika Knappmann knüpfte in ihrer Predigt daran an und stellte fest: „Begegnung findet da statt, wo wir Vorurteile überwinden.“

Der Freundeskreis, ein kirchlicher Kreis, der sich seit 17 Jahren trifft, ist ein Beispiel für solch vorurteilsfreie Begegnungen. Helga Spänig erzählte von vielen interessanten Zusammenkünften, teils sogar mit internationalem „Touch“ – übrigens an jedem Mittwoch um 18 Uhr im „Treffpunkt“.

Begegnung mit Gott

„Wir erfahren Bereicherung in der Begegnung miteinander“, resümierte Pfarrerin Knappmann. Die Frage der Begegnung mit Gott dürfe darüber nicht vergessen werden. Wer mit Gott spreche, erhalte natürlich keine Antworten wie Don Camillo, der mit seinem „obersten Dienstherrn“ stets amüsante Dialoge führt. Wer aber wirklich versuche, Antworten zu finden, werde die Stimme Gottes in seinem Herzen hören.

Nach dem bereichernden Gottesdienst, den der Posaunenchor Aglasterhausen-Unterschwarzach und Rudi Frey am Keyboard musikalisch umrahmten, wurde im Birkenhof unter schwungvoller Begleitung des „Schwarzacher Hof-Sextetts“ weitergefeiert und „Begegnung gelebt“.


PRESSEINFORMATION vom 7. Juni 2006

Fußballturnier der Schwarzbach Schule

Am 29. Juni rollt das Leder wieder auf dem Schwarzacher Hof

Schwarzach. Am Donnerstag, 29. Juni, ruht das Leder bei den Fußballweltmeisterschaften in Deutschland. Nicht so auf dem Schwarzacher Hof in der Kleinen-Odenwald-Gemeinde Schwarzach. Dort trägt die Schwarzbach Schule der Johannes-Anstalten Mosbach wieder einmal ihr Fußballturnier aus.

Teilnehmer sind Schulen aus den Schulamtsbezirken Heidelberg, Mannheim, Mosbach und Heilbronn. Turnierbeginn ist um 8.45 Uhr, die Endspiele werden ab 13.45 Uhr ausgetragen.

Für die Bewirtung sorgt in bewährter Weise das Lehrerteam des „Café Chaos“. Die Schulmannschaften hoffen auf tatkräftige Unterstützung durch ein zahlreiches Publikum.


PRESSEINFORMATION vom 7. Juni 2006

Neuropsychiatrische Klinik lädt wieder
Angehörige psychisch Kranker ein

Angehörigengruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat

Mosbach. Zum nächsten Treffen der Angehörigengruppe unter Leitung von Dipl.-Psychologin Renate Reber und Stationsarzt Wolfram Weiß lädt die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach Angehörige psychisch kranker ehemaliger und anderer Patientinnen und Patienten ein. Es findet statt am Dienstag, 20. Juni, von 15 bis 17 Uhr im Besprechungsraum der Neuropsychiatrischen Station, Zimmer 310 im dritten Stock der Klinik. Die weiteren Treffen sind an jedem dritten Dienstag im Monat.

Im Mittelpunkt stehen Informationen und Austausch über verschiedene Krankheitsbilder und den Umgang mit psychisch Erkrankten. Die Gruppe ist jederzeit für neue Mitglieder offen.

Informationen und Anmeldungen unter Tel. 06261/88-300, Sekretariat der Klinik.


PRESSEINFORMATION vom 24. Mai 2006

Kinder mit und ohne Behinderung
lernen gemeinsam

Kunstprojekt: Kooperation zwischen Schwarzbach Schule und Schwarzacher Grundschule soll intensiviert werden

Schwarzach. Seit Jahren besteht zwischen der vierten Klasse der Grundschule Schwarzach und einer Klasse der Schwarzbach Schule des Schwarzacher Hofes (wie die Sonderschule ab sofort heißt) eine Kooperation. Ein Höhepunkt war für die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen und deren Lehrkräfte ein gemeinsames Kunstprojekt.

Das Aufblasen und Bemalen von Luftschläuchen und das Gestalten von Gipsskulpturen durch die begeisterten Schülerinnen und Schüler zeigt, wie einfach und kreativ gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern sein kann.

Im Zentrum stand der gemeinsame Gegenstand, an dem jedes Kind auf der Basis seiner jeweiligen Wahrnehmungs- und Handlungskompetenz agieren und mit anderen kooperieren konnte. Hier wurde deutlich, wie integrative Unterrichtsprojekte soziales Lernen sowohl bei behinderten als auch bei nicht behinderten Schülerinnen und Schülern fördern können.

Im kommenden Schuljahr wird in der Grundschule Schwarzach eine „Außenklasse” für behinderte Einschulungskinder eingerichtet, die in Kooperation mit den anderen Erstklässlern dort durch individualisierte und zieldifferente Unterrichts- und Lernangebote gemeinsam lernen werden. Die gegenseitige Beeinflussung der Kinder liefert, wie dies fundierte Studien belegen, einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung aller und führt zu bewusstem Lernen.

Die beteiligten Lehrkräfte beider Schulen freuen sich auf diese Pionierarbeit, die von den staatlichen Schulämtern unterstützt wird.


PRESSEINFORMATION vom 24. Mai 2006

Ballon- und Konfettiregen zur Namensfeier

Die Sonderschule auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach heißt jetzt „Schwarzbach Schule“

Schwarzach. Zwei Tage nach der „Johannesberg Schule“ in Mosbach hat nun auch die Sonderschule der Johannes-Anstalten auf dem Schwarzacher Hof ihr namenloses Dasein beendet. Mit einem großen Schulfest wurde heute (24. Mai) ihr neuer Namen „Schwarzbach Schule“ gefeiert.

Genauso wie in Mosbach hat auch in Schwarzach die Schülermitverantwortung (SMV) den Löwenanteil am Namensfindungsprozess. „Schwarzbach Schule“ lang nahe, fließt dieses Gewässer doch schließlich auf seinem Weg von Neunkirchen nach Meckesheim am Schwarzacher Hof vorbei. Dass sich ein Spaziergang entlang des Gewässers lohnt, zeigte Schulleiterin Monika Reimelt anhand einiger Bilder, bevor sie den SMV-Vertretern Nicole Müller und Pascale Ewert das Wort überließ.

Die beiden machten es kurz und bündig: „Wir freuen uns über den neuen Namen – lasst uns feiern.“ Das sah Schulrätin Britta Lorenz genauso, und mit einem kurzen Dank an SMV und Schulleiterin Reimelt gab sie den Startschuss für eine bunte, fröhliche Feier. Jungen und Mädchen der Grundstufe trugen ein passendes Gedicht vor, und die Schulband steuerte rockige Töne bei.

Dann wurde es ernst: Zu feierlicher Musik wurde aus einem der oberen Stockwerke ein vom „Kunst-Werk-Haus“ gestaltetes, buntes Transparent mit dem neuen Schulnamen entrollt. Schließlich regnete es auch noch Konfetti und Luftballons, und die Dienstagssänger um Rolf Kräft, Roland Zuckrigl und Steffen Frey stimmten das „Tauflied“ nach der Melodie einer bekannten Volkweise an: „Tief im Odenwald steht ne Sonderschul so namenslos, die heißt jetzt Schwarzbachschul, das finden wir so cool…“.

Über 400 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen besuchen die Sonderschulen der Johannes-Anstalten Mosbach, Bewohner der Wohnstätten und Heime der Einrichtung wie auch externe Schüler. Mehr als 180 Lehrerinnen, Lehrer und Fachkräfte sind in dieser Arbeit engagiert. Die Schulen gliedern sich in Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Werkstufe. Die Werkstufe ersetzt die Berufsschule. Darüber hinaus gibt es entsprechend der Art und Schwere der Behinderungen weitere Differenzierungen.


PRESSEINFORMATION vom 23. Mai 2006

Sonderschulen nicht mehr namenlos

Mit der „Johannesberg Schule“ und der „Schwarzbach Schule“ gingen lang gehegte Schülerwünsche in Erfüllung

Mosbach/Schwarzach. Die Sonderschulen der Johannes-Anstalten Mosbach sind nicht mehr namenlos. Ab sofort heißen sie „Johannesberg Schule“ in Mosbach und „Schwarzbach Schule“ in Schwarzach. Die Namensgebung – vor allem ein Wunsch der Schülerschaft – wird mit Schulfesten an beiden Standorten gefeiert.

Den Anfang machte am Montag (22. Mai) die Johannesberg Schule. Schulleiter Mario Kiefer und der Vorsitzende der Schülermitverantwortung (SMV), Michael Hecht, begrüßten dazu unter anderem die Vorsitzende des Elternbeirates, Heike Zimmer, und Britta Lorenz als Vertreterin der Schulaufsichtsbehörde.

Zwar gebe es in Mosbach keinen wirklichen „Johannesberg“, aber dafür zeigte Schulleiter Kiefer Dias von gleichnamigen Bergen und Orten in Nord- und Südamerika sowie in Schweden. Er betonte, dass die SMV den gesamten Namensfindungsprozess zu verantworten hatte und dankte den beiden Verbindungslehrern Anton Kellner und Christine Schmidt-Schulz für die Unterschützung dabei.

Auf den langen Prozess der Namensfindung ging Anton Kellner ein. Aus vielerlei Gründen hätten sich die Schüler einen Namen für ihre Schule gewünscht. Bei gemeinsamen Aktivitäten wie z.B. Sport- und Schwimmfesten seien andere Schulen auch unter einem eigenen Namen aufgetreten. Zudem gehe aus dem neuen Namen nicht gleich die Schulform hervor – für viele immer noch eine Stigmatisierung.

Anlässlich einer SMV-Sitzung im Dezember 2004 wurde das Thema erstmals konkret angegangen. In verschiedenen Meinungsfindungsprozessen wurden Vorschläge erarbeitet. Da personenbezogene Namen größere Nachforschungen nach sich gezogen hätten, wurde darauf bewusst verzichtet. So kam die „Robert-Wilckens-“ oder die „Karl-Bergner-Schule“ ebenso wenig zum Zuge wie die „Michael-Schumacher-Schule“.

Am Ende kristallisierten sich die „Johannesberg Schule“ und die „Regenbogen Schule“ heraus, wobei erstere nach Zustimmung von Geschäftsführer und Verwaltungsrat das Rennen machte.

Nach über 25-jährigem Bestehen habe die Schule nun endlich einen Namen, freute sich Rudolf Link, Leiter des Fachbereichs Schulen. Dies sei ein unverwechselbarer Name, wie er Links Recherchen zufolge in Deutschland nur noch ein einziges Mal vorkommt – in Oranienburg gibt es eine „St. Johannesberg-Schule“. Schulaufsichtsvertreterin Britta Lorenz fand, „das habt ihr ganz, ganz toll gemacht“, und auch Pfarrerin Birgit Lallathin war voll des Lobes für die erst vor kurzem gewählte, tatkräftige SMV: „Wie sind wir eigentlich all die Jahre ohne euch ausgekommen?“ Sie sprach Segensworte für die Johannesberg Schule.

Am morgigen Mittwoch (24. Mai) wird die Schwarzbach Schule am Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach ihre Namensgebung feiern (Bericht folgt).


PRESSEINFORMATION vom 17. Mai 2006

„Kommt her zu mir, alle!“

Festgottesdienst mit Landesbischof i.R. Klaus Engelhardt zum 25-jährigen Bestehen der Johanneskirche – Widerstände überwunden

Mosbach. Der Fahnenschmuck an der Einfahrt der Johannes-Anstalten und an der Kirche kündigte, ein Jahr nach den großen Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Einrichtung, ein weiteres Highlight an. Ein Vierteljahrhundert Johanneskirche wurde am vergangenen Sonntag (14. Mai) mit einer großen Gemeinde aus nah und fern gefeiert.

Vor 25 Jahren wurde die Johanneskirche vom damals neu gewählten Landesbischof Prof. Dr. Klaus Engelhardt eingeweiht. Zur großen Freude der Gemeinde hatte Engelhardt, inzwischen Altbischof, zugesagt, im Festgottesdienst zu predigen. Zahlreiche Ehrengäste und auch Wegbegleiter waren am Sonntagmorgen in die Kirche gekommen, wo Pfarrer Richard Lallathin sie begrüßte und feststellte, dass im Bläser- und Paukenensemble zum großen Teil noch dieselben Musiker spielen wie bei der Einweihung.

Lange Diskussionen, auch Widerstände, ob ein Kirchenneubau in den Johannes-Anstalten überhaupt sinnvoll sei, waren der Bauphase vorausgegangen, blickte Lallathin zurück. Briefe des damaligen Pfarrers Werner Busch gingen an den Oberkirchenrat, den Ältestenkreis der Stiftsgemeinde, von der die Johannesgemeinde kirchenrechtlich gesehen ein Bestandteil ist, und an den Bezirkskirchenrat. All diese Gremien wurden um Stellungnahmen gebeten – und taten sich sichtlich schwer damit.

Heute bezweifelt wohl niemand mehr, dass die Kirche ein Herzstück der Johannes-Anstalten ist, wo Menschen in Tagesandachten und Sonntagsgottesdiensten immer wieder ihren „Glauben, der in der Liebe tätig wird“, wie es die zentrale Überzeugung der Diakonie ist, stärken können.

In diesem Sinne erlebten die Gäste eine lebendige Feier mit gewohnt schwungvoller moderner wie traditioneller Kirchenmusik des Singkreises, der Orffgruppe, der Mitarbeiterband unter Leitung von Peter Bechtold und des schon erwähnten Bläser- und Paukenensemble unter Leitung von Hubert Schäfer.

„Kommt her zu mir, alle!“ – Diesen zentralen Satz aus dem Tagesevangelium Matthäus im 11. Kapitel stellte Altbischof Klaus Engelhardt in den Mittelpunkt seiner Predigt und erläuterte auf mitreißende Art und Weise die Aktualität der Botschaft Jesu.

Eine Kirche und eine Botschaft ohne geschlossene Fenster und Türen, sondern lebendig und offen in die Gesellschaft hinein, so sehe diakonische Gemeinde aus, einladend an buchstäblich alle, die Mühseligen, Beladenen, die Gehetzten, unter sozialpolitischem Druck Stehenden, die Verantwortung Tragenden, die Behinderten und im Schatten Lebenden.

„Jesus interessiert sich nicht für unsere flotten Antworten, sondern für unsere Fragen, nicht für unsere zur Schau getragene Sicherheit, sondern für unsere Unruhe“, stellte Engelhardt klar. „Es muss Orte geben, an denen dies deutlich wird inmitten unserer auf Hochleistung und Perfektion getrimmten Welt. Die Johanneskirche hier in Mosbach ist ein solcher Ort.“


PRESSEINFORMATION vom 9. Mai 2006

Der Mensch lernt lebenslang

… lautet das Fazit einer Fachtagung für Ärzte und Psychologen bei den Johannes-Anstalten Mosbach

Mosbach. Eine gut besuchte Fachtagung für Ärzte und Psychologen der Region veranstaltete dieser Tage die neurologisch-psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach. Drei Referate boten umfassende Informationen mit Diskussion neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Themen waren: „Aktuelle medikamentöse Therapie depressiver Erkrankungen“, „Die Psychotherapie älterer Menschen“ und „Therapeutisches Reiten bei psychischen Erkrankungen“.

Mit seinem differenzierten Fachvortrag erläuterte Dr. Helmut Renner, Oberarzt an der neurologisch-psychiatrischen Klinik, die vielfältigen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten der verschiedenen Formen depressiver Erkrankungen. Die endogenen Depressionen und manisch depressiven Krankheiten seien besser medikamentös therapierbar als ereignisbedingte Depressionen, so Renner. Er erläuterte auch mögliche Risiken der medikamentösen Therapie, die durch sorgfältige Anamnese und Medikamentengabe minimiert werden könnten.

Renner ging auch auf nichtmedikamentöse Behandlungsmethoden ein, die durchaus wirksam seien, wie Lichttherapie, Wachtherapie, Soziotherapie und Elektrokrampftherapie. Auch pflanzliche Antidepressiva könnten heilen. Besonders interessant war der Vergleich „neuer“ und „alter“ Antidepressiva. Die altbekannten Medikamente müssten öfter eingenommen werden, wirkten intensiver, hätten dadurch aber auch mehr Nebenwirkungen, und sie seien preisgünstiger. Die neuen Antidepressiva müssten bei besserer Wirksamkeit weniger oft eingenommen werden. Sie seien aber auch bedeutend teurer als die herkömmlichen Mittel.

Über stationäre Psychotherapie älterer Menschen in der Allgemeinpsychiatrie sprach Renate Reber, Diplom-Psychologin in der neurologisch-psychiatrischen Klinik. Auch dort werden viele ältere psychisch kranke Menschen behandelt. Renate Reber nutzte für ihre Ausführungen diverse wissenschaftliche Erkenntnisse, auch die der „Berliner Altersstudie“. Die wissenschaftliche Forschung habe bewiesen, dass auch ältere Menschen lebenslang lernen und gut therapierbar seinen. Eine Erkenntnis, die frühere wissenschaftliche Untersuchungen, und vor allem die Freudsche Lehre, nicht sahen. Entscheidend seien vor allem die Motivation und die geistige Leistungsfähigkeit der Patienten.

Dennoch erhielten gemäß der „Psychiatriepersonalverordnung“ von 1990 ältere Menschen weniger Zeitminuten für therapeutische Behandlungen von Ärzten und Psychologen als jüngere. In der Psychotherapie älterer Menschen würden häufig wieder traumatische Erlebnisse wach, Krieg und Flucht und andere Traumata gelangten wieder in das Bewusstsein und müssten verarbeitet werden.

Das therapeutische Reiten auf dem Schwarzacher Hof stellte Ute Grünewald, Physio- und Hippotherapeutin, vor. Es gliedert sich in drei Fachgebiete: Die Hippotherapie ist der Medizin zugeordnet und gehört zu den Aufgaben des Physiotherapeuten. Sie ist eine ärztlich verordnete bewegungstherapeutische Maßnahme. Das heilpädagogische Reiten und Voltigieren wird in Pädagogik, Psychiatrie und Psychotherapie angewandt sowie auch bei Jugendlichen mit Verhaltensproblemen. Das Reiten als Sport für Behinderte ist eine Maßnahme der Rehabilitation und fördert auch die Gesamtpersönlichkeit des behinderten Menschen.

Das Therapeutische Reiten wird in Teamarbeit durchgeführt. Arzt, Reitlehrer, Patient, Helfer und Therapiepferd müssten sinnvoll zusammenwirken, damit die Therapie erfolgreich sei, erläuterte Ute Grünwald. Der Umgang mit Ängsten könne erlernt, die Frustrationstoleranz erhöht und das Selbstwertgefühl aufgebaut werden. Thomas Hartner und Gerhard Nelius stellten eine Auswahl von Dias des therapeutischen Reitens mit Patienten der neuropsychiatrischen Klinik vor.

Zuletzt bedankten sich Chefarzt Dr. Burkhard Lang und Dr. Alexander Vater, Stellvertreter des Geschäftsführers der Johannes-Anstalten Mosbach, für das Interesse. Die Veranstaltung endete mit einem Abendessen, bei dem weitere Fachfragen erörtert wurden.

Die neurologisch-psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten Mosbach macht umfassende Therapieangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Neben zwei Klinikstationen unterhält sie eine Tagesklinik, eine psychiatrische sowie eine neurologische Institutsambulanz und eine kassenärztliche Ambulanz. Weitere Infos sind im Internet unter www.Neuropsychiatrie-Mosbach.de erhältlich.


PRESSEINFORMATION vom 9. Mai 2006

Neuropsychiatrische Klinik lädt wieder
Angehörige psychisch Kranker ein

Angehörigengruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat

Mosbach. Zum fünften Treffen der Angehörigengruppe unter Leitung von Dipl.-Psychologin Renate Reber und Stationsarzt Wolfram Weiß lädt die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach Angehörige psychisch kranker ehemaliger und anderer Patientinnen und Patienten ein. Es findet statt am Dienstag, 16. Mai, von 15 bis 17 Uhr im Besprechungsraum der Neuropsychiatrischen Station, Zimmer 310 im dritten Stock der Klinik. Die weiteren Treffen sind an jedem dritten Dienstag im Monat.

Im Mittelpunkt stehen Informationen über verschiedene Krankheitsbilder, der Umgang mit psychisch Erkrankten sowie der Austausch in der Gruppe.

Informationen und Anmeldungen unter Tel. 06261/88-300, Sekretariat der Klinik.


PRESSEINFORMATION vom 5. Mai 2006

Johanneskirche ein Vierteljahrhundert alt

Jubiläum wird am 14. Mai mit Landesbischof i.R. Klaus Engelhardt gefeiert

Mosbach. Vor einem Vierteljahrhundert haben die Johannes-Anstalten Mosbach ihre Johanneskirche eingeweiht. Das 25-jährige Kirchenjubiläum wird am Sonntag, 14. Mai, gefeiert. Ehrengast wird Landesbischof i.R. Prof. Dr. Klaus Engelhardt sein, für den die Johanneskirche der erste Kirchenbau war, den er als damals neu gewählter Landesbischof einweihen durfte. Er wird die Festpredigt halten.

Im Laufe der Jahre wurde die Johanneskirche zu einem Ort, an dem sich Bewohner, Schüler, Auszubildende, Patienten, Angehörige, Mitarbeitende und Gäste aus der nahen und weiten Umgebung immer wieder gerne einfinden, um besondere Ereignisse im Leben der Johannes-Anstalten zu begehen und Gottesdienste zu feiern.

Am Anfang der Johannes-Anstalten Mosbach vor nunmehr 126 Jahren stand die Überzeugung von Christen, dass der „Glaube in der Liebe tätig werden muss“ (Leitwort der „Inneren Mission“ des 19. Jahrhunderts). Nicht der Traditionspflege wegen hält die diakonische Einrichtung diese Erinnerung mit den Andachten, Gottesdiensten, der seelsorgerlichen und theologischen Arbeit und den Angeboten im Rahmen der Fortbildung wach. Vor allem tut sie dies aus der Überzeugung heraus, dass die Zusammengehörigkeit von Gottesglaube und Nächstenliebe auch in der heutigen Zeit das Fundament ist, auf dem die Johannes-Anstalten Mosbach als Institution stehen und jeder einzelne seine Arbeit tun kann.

Den Sonntag Kantate (lat. singt!) ist als Termin für den Jubiläumsgottesdienst bestens geeignet, denn die Kirchenmusik spielte in der Johannesgemeinde immer eine besondere Rolle. Sowohl Hubert Schäfer, seit vielen Jahren Leiter des Bläser- und Paukenensembles, als auch einige nach wie vor aktive Bläser wirkten schon vor 25 Jahren bei der Einweihung musikalisch mit. Dazu entwickelte sich in den vergangenen zehn Jahren unter Leitung von Peter Bechtold eine sehr reichhaltige musikalische Arbeit unter Einbeziehung vieler Bewohnerinnen und Bewohner im Singkreis und in der Orffgruppe. Sie alle sowie die Band der Johannes-Anstalten werden den Gottesdienst musikalisch mitgestalten.

Die Johannes-Anstalten Mosbach freuen sich darauf, das Kirchenjubiläum mit einer großen Gemeinde aus nah und fern feiern zu dürfen. Beginn ist um 10 Uhr mit einem Empfang in der Johanneskirche, der Festgottesdienst beginnt um 10.30 Uhr.


PRESSEINFORMATION vom 2. Mai 2006

»Seelsorgeteam« wieder komplett

Erika Knappmann als neue Pfarrerin am Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach eingeführt

Schwarzach. Fast ein Jahr lang war die Pfarrstelle am Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach vakant. Zum 1. April trat nun Pfarrerin Erika Knappmann die Nachfolge von Eckhard Weißenberger an. In einem feierlichen Gottesdienst am vergangenen Sonntag (30. April) wurde sie von Schuldekanin Barbara Köhrmann ins neue Amt eingeführt, und viele gute Wünsche für die neue Pfarrerin begleiteten den Gottesdienst und das anschließende Kaffeetrinken.

Erika Knappmanns erster Kontakt mit den Johannes-Anstalten liegt schon gut 30 Jahren zurück. Als Ferienhelferin und Praktikantin wirkte sie bei den gerade neu gegründeten Lahrer Werkstätten. Nun kehrt sie 30 Jahre später zu den Johannes-Anstalten zurück und freut sich, die Lahrer Zeit in bester Erinnerung, sehr auf ihre neuen Aufgaben.

Erika Knappmann wurde 1955 in Lahr geboren. Sie studierte Theologie in Berlin, Marburg und Heidelberg und war zuletzt (seit 1990) Pfarrerin an der Kapellengemeinde der Heidelberger Stadtmission. Bei aller Freude an ihrer Arbeit »nah am Menschen« entschloss sie sich vor zwei Jahren, neben ihren Verpflichtungen als Pfarrerin etwas Neues zu wagen. Sie begann, Sonderpädagogik zu studieren. Das möchte sie, der Doppelbelastung zum Trotze, auch möglichst zu Ende führen. Praxiserfahrungen wird ihr die neue Pfarrstelle auf dem Schwarzacher Hof reichlich bringen.

Ale besonders spannend empfindet Erika Knappmann die Gottesdienstgestaltung für Menschen mit geistiger Behinderung. Leichter als ihre bisherige Arbeit werde das sicherlich nicht werden, aber sie sieht eine große Herausforderung darin, mit der Botschaft des Evangeliums die Herzen zu erreichen.

Dass sie für ihre neuen Aufgaben die besten Voraussetzungen mitbringt, wurde ihr von allen Seiten bescheinigt. »Erika Knappmann ist eine Pfarrerin, die zuhören kann«, zitierte Barbara Köhrmann aus dem Zeitungsartikel anlässlich der Verabschiedung der ehemaligen Kapellengemeindenpfarrerin. Eine sehr schöne Geste war der Segen, den sie Erika Knappmann im Halbkreis der neuen Kolleginnen und Kollegen am Schwarzacher Hof spendete. Passend zu der Stimmung im Gottesdienst stellte Pfarrerin Knappmann das Leitwort »Die Freude des Herrn ist Eure Stärke« in den Mittelpunkt ihrer Predigt.

Auch Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, nannte die neue Pfarrerin »wie geschaffen für dieses Amt«, das sich aus der Vielfalt der Beziehungen entwickele, und ging auf die vielfältigen Herausforderungen ein, die damit verbunden seien. »Gerade die Menschen bei uns erwarten klare Antworten und Orientierung«, betonte er. Zugleich seien Diakonie, Fachlichkeit und Ökonomie als sich ergänzende Werte zu sehen. Bei Pfarrer i.R. Erich Bährle bedankte sich Adler herzlich für die Überbrückung der langen Vakanzzeit.

Fürbitten für die neue Kollegin sprach Birgit Lallathin, Pfarrerin der Johannes-Anstalten in Mosbach. Der Gottesdienst wurde vom Singkreis und der Orffgruppe der Mosbacher Johannesgemeinde sowie vom Posaunenchor Aglasterhausen-Schwarzach und von Gottfried Broschwitz an der Orgel feierlich umrahmt.

Erika Knappmann beginne ihren Dienst zu einer Zeit, wo in der Behindertenhilfe alles in Bewegung und so gut wie nichts mehr selbstverständlich sei, stellte Dr. Peter Rösinger, Geschäftsbereichsleiter Wohnen, beim anschließenden Kaffeetrinken im Speisesaal fest. Er sagte der neuen Kollegin größtmögliche Unterstützung in allen Belangen zu.

Als neuer »Nachbar« grüßte Thomas Kremmsler, Bewohner des Hauses »Odenwald«, in dem auch das Pfarramt untergebracht ist.

Pfarrer Richard Lallathin (Mosbach) freute sich sehr, dass das »Seelsorgeteam« der Johannes-Anstalten wieder komplett ist, und hatte als Begrüßungsgeschenk einen Kompass mitgebracht, weniger zur äußeren denn zur inneren Orientierung gedacht. Als Besonderheit steht in allen vier Himmelsrichtungen der Buchstabe »M«, und somit weist dieser Kompass immer in die Richtung »zu den Menschen«.

»Hier hat der Herrgott eine gute Wahl getroffen«, ist sich der Schwarzacher Bürgermeister Theo Haaf nach ersten Gesprächen mit der neuen Pfarrerin sicher. »Sorgen Sie dafür, dass der Schwarzacher Hof ein Hort der Freude und Menschlichkeit bleibt«, appellierte er an Erika Knappmann. Diese zeigte sich über den warmen Empfang an ihrer neuen Wirkungsstätte sehr erfreut und bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen hatten.


PRESSEINFORMATION vom 13. April 2006

Verhaltensauffälligkeiten in Bewegung

Interdisziplinärer Austausch bei der 9. Fachtagung der Fachschule für Sozialwesen, Schwarzacher Hof

Schwarzach. Zum neunten Mal veranstaltet die Fachschule für Sozialwesen der Johannes-Anstalten Mosbach (Schwarzacher Hof) eine zweitägige Fachtagung. Sie beschäftigt sich diesmal mit den Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung aus dem Blickwinkel verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen: Sonderpädagogik, Psychologie, Sportwissenschaft und Medizin.

„Verhaltensauffälligkeiten in Bewegung – Ein interdisziplinärer Austausch“ lautet der Titel der Fachtagung am Donnerstag und Freitag, 11. und 12. Mai 2006, im Saal des Hauses Luther, Schwarzacher Hof, unter Schirmherrschaft von Landrat Dr. Achim Brötel. Der interdisziplinäre Zugang soll für „Bewegung“ im übertragenen Sinne sorgen mit dem Ziel, gemeinsam angemessene individuelle Handlungsansätze und Unterstützungsbedingungen zu entwickeln.

Mit Referaten und einer Podiumsdiskussion werden die gängigen Erklärungs- und Interventionsansätze für Verhaltensauffälligkeiten dargestellt und vor dem Hintergrund ihrer praktischen Anwendbarkeit und Effizienz erörtert. Die Bedeutung von Bewegung wird bei den Vorträgen innerhalb der theoretischen Konzepte wie auch der praktischen Anwendungsmöglichkeiten einbezogen.

Mit Verhaltensauffälligkeiten sind Verhaltensweisen umschrieben, die im jeweiligen Lebenskontext von Menschen mit geistiger Behinderung als selbst- oder fremdgefährdend, störend oder teilweise sogar als systemsprengend erlebt werden. Die Ausweitung von Kompetenzen, die Entwicklung der Persönlichkeit und die soziale Teilhabe sind dadurch erschwert.

Verhaltensauffälligkeiten stellen kein einheitliches Phänomen dar. Aufgrund der Komplexität dieser Verhaltensweisen gibt es keinen einheitlichen Funktionszusammenhang. Individuell unterschiedliche Ursachen und Bedingungen spielen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des Verhaltens eine Rolle, und daraus folgernd sind auf den einzelnen Menschen abgestimmte Maßnahmen erforderlich. Es ist daher für die Betreuung sinnvoll, die verschiedenen Erklärungsansätze zu kennen und auf der Grundlage eines übergeordneten theoretischen Konzepts geeignete Interventionsmaßnahmen zu entwickeln.

PROGRAMMABLAUF

Donnerstag, 11. Mai 2006

9.30 Uhr: Begrüßung und Eröffnung der Fachtagung, Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach; Grußwort: Dr. Achim Brötel, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises

10 Uhr: „Was ‚bewegt’ Menschen, deren Verhalten uns auffällt? Verstehensmöglichkeiten und pädagogische Konsequenzen“, Prof. Dr. Theo Klauß, Heidelberg

11.45 Uhr: „Bewegung, Spiel und Sport als Medium der Erziehung bei verhaltensschwierigen Kindern“, Prof. Dr. Gerd Hölter, Dortmund

13 Uhr: Mittagessen

14.30 Uhr: „Die Schlüsselworte in der elementaren Bewegungserziehung: Vielseitige Bewegungsmuster!“, Prof. Dr. Krista Mertens, Berlin

16 Uhr: Podiumsdiskussion, Prof. Dr. Theo Klauß, Heidelberg; Prof. Dr. Gerd Hölter, Dortmund; Prof. Dr. Krista Mertens, Berlin; Prof. Dr. Hermann Rieder, Heidelberg; Dr. Karsten Rudolf, Schwarzach; Moderation: Thomas Buttendorf, Schulrat, Heidelberg

18.30 Uhr: Abendbuffet

Freitag, 12. Mai 2006

8.30 Uhr: „Lebensweltbezogene Behindertenarbeit – unter besonderer Berücksichtigung von Menschen mit geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten“, Prof. Dr. Georg Theunissen, Halle

10 Uhr: „Bewegung, Spiel und Sport als Lebenshilfe“, Prof. Dr. Peter Kapustin, Würzburg

12 Uhr: Mittagessen

Information und Anmeldung:

Fachschule für Sozialwesen der Johannes-Anstalten Mosbach, Sekretariat Frau Konrad, E-Mail: Ulrike.Konrad@jamos.de, Tel. 06261/88-707, Fax: 06261/88-778.

Pressevertreter/innen sind zur Fachtagung herzlich willkommen! Für den ersten Veranstaltungstag ist ein Pressegespräch geplant. Bitte melden Sie sich bei Pressereferentin Annette Peters, Tel. 06261/88-577, E-Mail: Annette.Peters@jamos.de.


PRESSEINFORMATION vom 6. April 2006

Neuropsychiatrische Klinik lädt wieder
Angehörige psychisch Kranker ein

Angehörigengruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat

Mosbach. Zum vierten Treffen der Angehörigengruppe unter Leitung von Dipl.-Psychologin Renate Reber und Stationsarzt Wolfram Weiß lädt die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach Angehörige psychisch kranker ehemaliger und anderer Patientinnen und Patienten ein. Es findet statt am Dienstag, 18. April, von 15 bis 17 Uhr im Besprechungsraum der Neuropsychiatrischen Station, Zimmer 310 im 3. Stock der Klinik. Die weiteren Treffen sind an jedem dritten Dienstag im Monat.

Im Mittelpunkt stehen Informationen über verschiedene Krankheitsbilder, der Umgang mit psychisch Erkrankten sowie der Austausch in der Gruppe.

Informationen und Anmeldungen unter Tel. 06261/88-300, Sekretariat der Klinik.