
PRESSEINFORMATION vom 20. Dezember 2005
Mosbach. Kaufmännische Erfahrungen sammeln und gleichzeitig soziales Engagement zeigen – dass beides zusammen möglich ist, haben die kaufmännischen Auszubildenden der Johannes-Anstalten Mosbach im Rahmen eines betrieblichen Ausbildungsprojektes in Kooperation mit der Bürgerstiftung für die Region Mosbach auf dem Mosbacher Weihnachtsmarkt unter Beweis gestellt.
Das Ausbildungsprojekt bestand aus mehreren Einzelaufgaben. Es begann mit der Kalkulation „marktfähiger Preise“ für die Produkte, die am Stand der Bürgerstiftung verkauft wurden. Dann sollten ansprechende Preisschilder für den Stand erarbeitet werden. Außerdem hatte jeder Azubi einen Tag lang „Standdienst“. Dafür wurden sie von ihren Ausbildungsabteilungen gerne freigestellt.
Fachlich verfolgen Planung, Durchführung und Bewertung des Ausbildungsprojektes das Ziel, kaufmännisches Know-how eigenständig einzubringen und umzusetzen. „Ganz nebenbei“ würden Handlungs-, Sozial- und kommunikative Kompetenzen gestärkt und die Arbeitsschritte des Projektmanagements wie Ziele definieren, planen, durchführen, kontrollieren und bewerten vollzogen, erläutert die Ausbildungsbeauftragte Ute Kahle .
Heinz-H. Sasse von der Bürgerstiftung ist jedenfalls voll des Lobes über die Azubis der Johannes-Anstalten Lisa Hübler, Melanie Assmann, Katja Weidner, Michelle Bergen, Anastasia Kress und Marion Nies. Sie hätten tollen Einsatz gezeigt und auch dann gut durchgehalten, wenn mal „Flaute“ am Stand geherrscht habe.
PRESSEINFORMATION vom 19. Dezember 2005
Mosbach. Angehörige psychisch kranker Patientinnen und Patienten wünschen sich häufig Informationen über verschiedene Krankheitsbilder wie Depressionen, Schizophrenien, Angst- und Persönlichkeitsstörungen etc., über Umgang mit ihren Angehörigen oder wollen sich einfach in der Gruppe darüber austauschen, was sie bewegt.
Die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach bietet ab Januar 2006 eine Angehörigengruppe unter Leitung von Psychologin Renate Reber und Stationsarzt Wolfram Weiß an. Sie richtet sich an Angehörige derzeitiger oder ehemaliger externer Patientinnen und Patienten.
Die Gruppe trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Besprechungsraum der Klinik, 3. Stock, Zimmer 310. Das erste Treffen ist am 17. Januar 2006. Weitere Informationen und Anmeldungen unter Tel. 06261/88-300 (Sekretariat Klinik).
PRESSEINFORMATION vom 19. Dezember 2005
Mosbach. Rund 2.500 Menschen mit Behinderungen leben, lernen und arbeiten bei den Johannes-Anstalten in Mosbach, Schwarzach und anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises. Ihre Sicherheit hat für die Johannes-Anstalten höchste Priorität. Das hat sich die Einrichtung in den vergangenen Jahren einiges kosten lassen. Dafür erhält sie von Kreisbrandmeister Rainer Dietz Bestnoten.
Was die gesetzlich vorgeschriebenen fünfjährlichen Brandverhütungsschauen in Gebäuden aller Art angeht, ist Rainer Dietz einigen Kummer gewohnt. Zumeist nur widerwillig werde das Allernotwendigste in die Tat umgesetzt. Die Johannes-Anstalten sind für ihn eine rühmliche Ausnahme. Zwar herrscht auch hier eiserner Sparzwang und -wille, in punkto Sicherheit geht die Einrichtung aber keinerlei Kompromisse ein. Schließlich sind viele der Bewohnerinnen und Bewohner nicht in der Lage, im Falle eines Brandes so zu reagieren, wie es der Durchschnittsbürger tun würde. Es gelte, so Dietz, durch technische Mittel menschliche Unzulänglichkeiten zu kompensieren.
Gute drei Millionen Euro haben die Johannes-Anstalten Mosbach in den vergangenen vier Jahren in den Brandschutz investiert. Ergebnis: Durch Nachrüstungen haben heute fast alle Häuser einen zweiten baulichen Rettungsweg. Bis auf einige wenige Häuser, die zumeist leer stehen, sind alle an die Brandmeldeanlage angeschlossen. Es gibt akustische Warnanlagen, beleuchtete Flucht- und Rettungswegehinweise, Sicherheitsbeleuchtung, und natürlich hängt die Brandschutzverordnung an allen relevanten Stellen aus.
Für die Feuerwehren wurden für jedes einzelne Gebäude Einsatzpläne ausgearbeitet. In allen Wohngruppen sind so genannte Brandfluchthauben vorhanden, die das Überleben in verrauchten Räumen für eine gewisse Zeit ermöglichen. Für alle Mitarbeitenden findet einmal pro Jahr verpflichtend eine Brandschutzunterweisung statt. Dazu kommen etliche Einzelmaßnahmen. So hat heute z.B. im Schulkindergarten „Vogelnest“ auf dem Schwarzacher Hof jeder Gruppenraum eine Fluchttür ins Freie.
„Das alles“, so Kreisbrandmeister Rainer Dietz, „ist absoluter Top-Standard.“ Aber schließlich würden all diese Maßnahmen getroffen, um die Wohnqualität der behinderten Menschen zu verbessern und „eine gewisse Behaglichkeit“ zu ermöglichen. So ist es nun kein Problem, wenn gemütliches Holzmobiliar den Stahlschrank und das Eisenbett verdrängt. Und in der vorweihnachtlichen Zeit dürfen auch gerne echte Kerzen auf dem Adventskranz brennen.
Die Statistik spricht eine klare Sprache. In den vergangenen Jahren gab es in den Johannes-Anstalten im Jahresdurchschnitt 200 Vor-Alarme, soll heißen, dass durch die schnelle Warnung der Mitarbeitenden vor Ort ein Eingreifen der Feuerwehr meistens nicht mehr erforderlich war und Schäden minimiert wurden. Daher, so Dietz, würden sich die drei Millionen Euro sehr schnell rechnen. Im Fall des Großfeuers, bei dem Ende Juli eine als Lagerhalle genutzte alte Scheune bis auf die Grundmauern abbrannte, war zwar nichts mehr zu retten. Allerdings war die Feuerwehr dank der guten Ortskenntnisse in der Lage, ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude in dem eng bebauten Bereich zu verhindern.
Dank der immensen Investitionen in den Brandschutz haben die Johannes-Anstalten laut Dietz nun so einen hohen Stand erreicht, dass sie der kommenden Brandverhütungsschau 2006 gelassen entgegensehen können. Dann werden, von einigen wenigen „Altlasten“ abgesehen, größtenteils nur noch Ergänzungen oder Reparaturen notwendig sein.
PRESSEINFORMATION vom 12. Dezember 2005
Mosbach/Schwarzach. In einem feierlichen Gottesdienst mit Prälatin Ruth Horstmann-Speer wurde am Freitag 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Johannes-Anstalten Mosbach das goldene Kronenkreuz verliehen, die höchste Auszeichnung, welche die Diakonie zu vergeben hat. Im Rahmen der Weihnachtsfeiern an den Standorten Mosbach und Schwarzach wurden zudem Ehrungen für das 25-jährige und auch für ein 40-jähriges Dienstjubiläum vorgenommen.
Die feierliche Verleihung der Kronenkreuze findet im jährlichen Wechsel an den Standorten Mosbach und Schwarzach statt, dieses Mal im Rahmen eines Gottesdienstes im Luthersaal auf dem Schwarzacher Hof, den Prälatin Ruth Horstmann-Speer am vergangenen Freitag (9.12.) zusammen mit Pfarrer Richard Lallathin hielt.
Ruth Horstmann-Speer stellte den christlichen Auftrag der Johannes-Anstalten in den Mittelpunkt ihrer Predigt. Dieser Auftrag zeige sich in ganz besonderer Weise „im Umgang miteinander und mit den Menschen, die uns anvertraut sind“. Seine Erfüllung sei nicht immer einfach, dafür brauche jeder immer wieder Kraft und Ermutigung. Ausgehend von Jes. 43,19 („Siehe, ich will ein Neues schaffen“) rief die Prälatin verschiedene Beispiele von Neuanfängen in der Bibel in Erinnerung. An diese Zusage Gottes „wollen wir uns immer dann erinnern, wenn er uns vor neue Herausforderungen stellt“.
Bei der anschließenden Mitarbeiterweihnachtsfeier in der Schwarzach-Halle, zu der auch Bürgermeister Theo Haaf gekommen war, sprach Geschäftsführer Reinhard Adler den Mitarbeitenden seinen ganz besonderen Dank für ihren hervorragenden Einsatz in den verschiedensten Bereichen aus. Er blickte auf die zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2005 zurück – „ein Kraftakt“ – und stellte fest, dass sich die Johannes-Anstalten im 125. Jahr ihres Bestehens gut in der Öffentlichkeit präsentiert hätten.
Trotz nicht guter Rahmenbedingungen seien die Johannes-Anstalten auch 2005 platzmäßig „noch recht gut ausgelastet und mit Arbeit reich gesegnet“ gewesen. „Es ist unser gemeinsamer Auftrag, als soziales Unternehmen in der Diakonie für Menschen Leistungen und Dienste zu unterhalten und nach Möglichkeit zeitgemäß weiterzuentwickeln, die auf Hilfe, Begleitung, Unterstützung und Assistenz angewiesen sind“, sagte Adler.
Adler ging auch auf eine Satzungsänderung im Hinblick auf den Zweck der Johannes-Anstalten ein. Diese könnten nun über Leistungen für Menschen mit Behinderungen hinaus auch Angebote für „Menschen mit vergleichbarem Unterstützungsbedarf“ machen, z.B. über Kooperationen im Pflege- oder im Krankenhausbereich.
Dies wurde auch in das Leitbild der Johannes-Anstalten eingebaut, das nun nach einem mehrjährigen Diskussionsprozess verabschiedet wurde. Als „Vision“ wird darin formuliert, dass „Menschen mit ihren unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten in unserer Einrichtung sowie in den Kommunen und Kirchengemeinden gleichberechtigt miteinander leben und voneinander lernen.“
Diese Vision, so Adler, sei in den schwärzesten Zeiten der Johannes-Anstalten, im Nationalsozialismus, mit Füßen getreten worden. Aber auch in der heutigen Zeit, wo die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen von vielen draußen eher als reiner Kostenfaktor gesehen werde, „können wir feststellen, dass wir noch ein gutes Stück entfernt sind von dieser Vision. Wir wollen aber - trotz aller Finanzprobleme - an diesen Zielen festhalten“, betonte Adler.
Der Geschäftsführer streifte auch die 125-jährige Geschichte der Johannes-Anstalten, die sich über sechs Generationen hin entwickelt habe. Ab 2005 müssten sie sich neuen Herausforderungen stellen. Als Stichworte nannte Adler: Kommunalisierung in der Finanzierung in der Behindertenhilfe, Umsetzung des Paradigmenwechsels mit Bildung neuer, schlankerer und vor allem ambulanter Wohnangebote, Ausbau des persönlichen Budgets usw. Als einen der „entscheidenden Mitstreiter“, der sich im Neckar-Odenwald-Kreis für die Belange von Menschen mit Behinderungen einsetze, würdigte Adler in diesem Zusammenhang den Schwarzacher Bürgermeister Theo Haaf.
Den „Weihnachtspsalm“ des kürzlich verstorbenen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch zitierte Pfarrer Richard Lallathin , und über den Begriff „Erfolg“ philosophierte der Vorsitzende der Gesamtmitarbeitervertretung, Walter Berroth . Erfolg werde von jedem anders wahrgenommen. Erfolgreich könne die Einrichtung nur dann sein, wenn jeder Beteiligte seinen Erfolg habe.
Bereits eine Woche zuvor waren im Rahmen der Mitarbeiterweihnachtsfeier in Mosbach die dortigen Dienstjubilare geehrt worden.
Adlers ganz besonderer Dank galt den Küchencrews beider Standorte, die sich wieder einmal selbst übertroffen hatten, sowie für die musikalische Gestaltung der Weihnachtsfeiern dem Bläser- und Paukenensemble unter Leitung von Hubert Schäfer in Mosbach sowie dem Posaunenchor Aglasterhausen-Unterschwarzach unter Leitung von Frieder Wittmann in Schwarzach.
Das Goldene Kronenkreuz für 25 Dienstjahre in der Diakonie erhielten und zugleich 25-jähriges Dienstjubiläum bei den Johannes-Anstalten Mosbach feierten:
Für den Standort Mosbach:
Geschäftsbereich Wohnen: Ruth Behl, Carola Dörfler, Karlheinz Frank, Rosemarie Jany, Hubert Jusseit, Hardy Körber, Werner Mayer, Hermann Riedinger, Karin Zehr (alle Mosbach)
Ulrike Kreis, Erika Magenreuther (alle Simmersfeld)
Geschäftsbereich Beschäftigung und Gesundheit: Otmar Becker, Michele Leuce, Katharina Röckel, Maria Stiedl, Monika Wagner (alle Mosbach); Doris Arndt, Paul Scheuermann (alle Buchen)
Fachbereich Schulen: Ingeborg Barth, Brigitte Hamberger, Theo Neuer, Angelika Straub
Beamtete Lehrkräfte: Annegret Berroth
Fachbereich BBW: Wilfried Dambach, Herta Hinz, Heinrich Huther, Brigitte Jedamzik-Jimos, Anita Krones, Nora Meuter, Rolf Sander, Ferdinand Schmidt, Hans Werkmann, Michael Würtemberger
Servicebereich: Lothar Edelmann, Franz Stadtmüller, Werner Teicher
Für den Standort Schwarzach:
Geschäftsbereich Wohnen: Gerhard Andres, Trudbert Bernauer, Marion Dietrich, Gisela Emig, Peter Fischer, Roland Fischer, Gerd Freudenberger, Horst Gill, Astrid Hellmuth, Herbert Kronenwett, Otto Liebig, Isolde Lorenz, Elfriede Reichel, Günter Schübel, Klaus Zeth (alle Schwarzach); Kronenkreuz ohne Dienstjubiläum: Johann Nußko, Waltraud Tschakert
Albrecht Hellmuth, Wolfgang Meckler (alle Michelbach)
Marianne Kaufmann (Schluchsee)
Geschäftsbereich Beschäftigung und Gesundheit: Peter Hörr, Klaus Joho, Rüdiger Pluschek, Hans-Jürgen Wäsch
Fachbereich Schulen: Eike Halbländer, Annemarie Leitz
Beamtete Lehrkräfte: Josef Buchfelner
Servicebereich: Andrea Baumgärtner, Walter Dentz, Raimund Frey, Silvia Geiß, Luzia Gramlich
Geschäftsführung, Stabsstellen und Zentralbereiche: Rainer Schindler
Lahrer Werkstätten: Rita Halblaub, Thomas Keller
Das Kronenkreuz erhielten außerdem folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesem Jahr in den Ruhestand gegangen sind und mindestens 15 Jahre bei den Johannes-Anstalten beschäftigt waren:
Edeltraud Emmerling, Gisela Kipry, Brigitte Scheele, Steffi Sigmann, Elfriede Stiedl, Elke Hafner, Elisabeth Link, Ilija Slijepcevic, Klaus Zimmermann
Für 25 Dienstjahre bei den Johannes-Anstalten Mosbach wurden außerdem geehrt:
Für den Standort Mosbach:
Geschäftsbereich Wohnen: Petra Huber, Alfred Pellner
Geschäftsbereich Beschäftigung und Gesundheit: Edith Küpper
Fachbereich Schulen: Annemarie Gramlich
Fachbereich BBW: Gottlieb Brüsemeister, Michaela Sinn
Servicebereich: Elke Hafner, Angelika Schäfer, Ute Tonini
Für den Standort Schwarzach:
Geschäftsbereich Wohnen: Helga Spänig, Thomas Zipfel, Michaela Zipfel
Geschäftsbereich Beschäftigung und Gesundheit: Reinhardt Alexander, Paul Kimmig
Fachbereich Schulen: Margarete Haas , Barbara Kronewirth, Ursula Osterwald-Schmidt
Lahrer Werkstätten: Gudrun Dieterle, Günter Kölli
Auf 40 Dienstjahre bei den Johannes-Anstalten Mosbach bringt es Helga Ziegler. Sie arbeitet auf dem Schwarzacher Hof im Geschäftsbereich Beschäftigung und Gesundheit (s. u.).
Die Jubilare empfingen Dankesworte und Urkunden von den jeweiligen Bereichsleiter: Dr. Peter Rösinger (Geschäftsbereich Wohnen), Dr. Alexander Vater Geschäftsbereich Beschäftigung und Gesundheit), Albert Stelzle (Fachbereich Berufsbildungswerk), Rudolf Link (Fachbereich Schulen), Dr. Helmut Müller (Servicebereich) sowie Rolf Buchholz (Zentralbereich Betriebswirtschaft).
Es gehöre zu den eher seltenen Ereignissen, dass eine Mitarbeiterin für 40-jährige Tätigkeit bei den Johannes-Anstalten geehrt werden könne, stellte Dr. Alexander Vater, Leiter des Geschäftsbereiches Beschäftigung und Gesundheit fest, als er Helga Ziegler bei der Mitarbeiterweihnachtsfeier in Schwarzach zum Dienstjubiläum gratulierte.
Helga Ziegler hat am 10. Juni 1965 ihren Dienst als Krankenschwester in den Johannes-Anstalten in Mosbach begonnen. Die damalige Situation in den Johannes-Anstalten sei wohl kaum mit der heutigen Einrichtung vergleichbar, stellte Dr. Vater fest. Der Vorstand fasste in diesem Jahr weit reichende Beschlüsse, zu denen z.B. die Regelung der Altersversorgung, insbesondere für ältere Mitarbeiter, und die Verabschiedung der Urlaubsregelung gehörte.
Bald darauf wechselte die Jubilarin auf den Schwarzacher Hof, wo schon kurze Zeit später auch ihr Mann Heinz Ziegler zu den neuen Mitarbeitern zählte. Ihr Name sei fortan mit zwei Begriffen verbunden gewesen: Medikamente und Hygiene.
Seit gut zwei Jahren befindet sich Helga Ziegler in der so genannten Freistellungsphase der Altersteilzeit. Für den „dritten Lebensabschnitt“ wünschte ihr Dr. Vater alles Gute und dankte ihr im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Leitung der Johannes-Anstalten Mosbach ganz herzlich für ihren geleisteten Dienst.
PRESSEINFORMATION vom 7. Dezember 2005
Mosbach. Zu einem Dankgottesdienst mit einem anschließenden Empfang für Ehrenamtliche lud das Freiwilligenzentrum Neckar-Odenwald am vergangenen Sonntag anlässlich des Internationalen Tags des Ehrenamtes in die Johanneskirche der Johannes-Anstalten Mosbach ein. Landrat Dr. Achim Brötel bezeichnete dabei die Bereitschaft zum Ehrenamt als „das wertvollste Kapital, das wir im ländlichen Raum überhaupt haben“.
Keine Nikolausruten, sondern Barbarazweige hatte Pfarrer Richard Lallathin mitgebracht. Winterkahle Äste, am Barbaratag, dem 4. Dezember, vom Kirschbaum geschnitten und an einem warmen Ort in die Vase gestellt, fangen um die Weihnachtszeit herum an zu blühen – mitten in der dunklen und kalten Winterzeit. Für Lallathin ein anschauliches Beispiel für Visionen von blühendem Leben in einem trostlosen Zustand. Solche Visionen zu haben, bedeute, das Leben nicht einfach so hinzunehmen wie es ist oder es „denen da oben“ zu überlassen, anstehende Aufgaben zu bewältigen.
Kirche und Gesellschaft, das gesamte demokratisch verfasste Gemeinwesen lebten davon, dass sich Menschen mit ihren Kompetenzen einbringen und engagieren – als Haupt- und Ehrenamtliche, als Fachleute mit Ausbildung und Herz, oder, so Lallathin, „als Menschen, die eine Vision vom blühenden Leben haben und sich mit dem Beklagen von Zuständen oder mit dem Hinnehmen von scheinbar Unabänderlichem nicht zufrieden geben.“
Aber auch das gehöre zur ehrenamtlichen Arbeit: Man brauche oft Geduld und einen langem Atem, bis man etwas „erblühen“ sehe. Daher wünschte Lallathin den Ehrenamtlichen, „dass Sie in Ihrem Engagement und in Ihrer Arbeit den sie tragenden Grund spüren“.
Dass es in Baden-Württemberg um das Ehrenamt gar nicht mal so schlecht steht, hatte Dr. Alexander Vater, Stellvertreter des Geschäftsführers der Johannes-Anstalten Mosbach, ausgemacht. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – nirgendwo in Deutschland werde dieser Satz von Erich Kästner von so vielen Menschen beherzigt wie im „Ländle“. 40 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger seien ehrenamtlich engagiert: vom Sportverein bis zur Unterstützung alter, kranker und behinderter Menschen.
Im Neckar-Odenwald-Kreis sei das Freiwilligenzentrum Neckar-Odenwald die Anlaufstelle für solche Bürgerinnen und Bürger. Hier wollten der Kreis mit der Freiwilligenbörse, der Betreuungsverein, der Kreisseniorenrat, der Stadtseniorenrat und schließlich die Johannes-Anstalten mit ihrer Assistenzagentur einen Teil der Freiwilligenarbeit organisatorisch begleiten und Menschen zusammenbringen, die helfen und die Begleitung benötigen. Aus Sicht der Johannes-Anstalten fügte Vater ein konkretes Beispiel an: Die beschränkten Personalressourcen machten es häufig unmöglich, individuelle Wünsche nach einem Spaziergang oder dem Besuch einer Sport- oder Kulturveranstaltung zu erfüllen. Man sei sehr dankbar, dass es im Kreis Menschen gebe, die hier ihre Hilfe anböten.
Dr. Vater verband mit dem UN-Tag des Ehrenamtes die Hoffnung, dass sich der Kreis der ehrenamtlichen Helfer vergrößere. Zumal auch die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag fest auf das Ehrenamt baue. Freiwilligendienste seien, so Vater, zwar keine alleinige Antwort auf die so genannte Sozialstaatskrise, aber sie seien eine solidarische Ergänzung, die das Leben menschenwürdiger, wärmer und harmonischer mache. Hierfür dankte er den Ehrenamtlichen sehr herzlich.
Landrat Dr. Achim Brötel sah „viele, viele schöne Beispiele“ für gute Taten im Neckar-Odenwald-Kreis, die sich häufig im Verborgenen abspielten. Ohne dieses bewundernswerte Engagement wäre das soziale und kulturelle Leben im Kreis ganz sicher um vieles ärmer, betonte er. „Das wertvollste Kapital, das wir im ländlichen Raum haben und das uns deutlich von der Anonymität, Unpersönlichkeit und sozialen Kälte der Ballungszentren abhebt, ist die Tatsache, dass die Menschen bei uns noch wissen, wie man das Wort ‚helfen', schreibt, ohne dafür irgendeine Gegenleistung zu erwarten.“
Der Gottesdienst wurde von der Orffgruppe und dem Singkreis der Johannesgemeinde unter der Leitung von Peter Bechtold umrahmt, die den Ehrenamtlichen einen musikalischen Dank entboten: „Engel brauchen keine Flügel.“ Zum Abschluss wurde zum Stehempfang geladen, den in diesem Jahr der Kreisseniorenrat ausrichtete.
PRESSEINFORMATION vom 5. Dezember 2005
hat der Weihnachtsmarkt auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach. Und so kamen trotz des Nieselwetters am vergangenen Sonntag wieder einige hundert Besucherinnen und Besucher, um den zahlreichen liebevoll geschmückten Ständen einen Besuch abzustatten. Ein üppiges Angebot origineller und kreativer Geschenkideen aus den verschiedensten Bereichen der Johannes-Anstalten wartete dort auf sie.
Die Posaunenchöre aus Schwarzach-Aglasterhausen und Neidenstein sowie die Jugendkapelle Schwarzach taten ihr Bestes, um trotz des wolkenverhangenen Himmels weihnachtliche Stimmung zu verbreiten. Gerne genutzt wurde auch wieder das Angebot, sich im Planwagen über das Gelände kutschieren zu lassen.
Viele nutzten die Gelegenheit, beim benachbarten Staatlichen Forstamt einen frisch geschlagenen Weihnachtsbaum zu erstehen. Und wie immer ließ auch die Palette kulinarischer Genüsse keinen Wunsch offen.
PRESSEINFORMATION vom 1. Dezember 2005
Mosbach. Der traditionelle Weihnachtsmarkt in den Johannes-Anstalten Mosbach erfreute sich wieder großen Zuspruches. Schon zur Eröffnung mit dem Bläser- und Paukenensemble der Johannes-Anstalten waren viele Gäste gekommen. An den weihnachtlich geschmückten Verkaufsständen in der Turnhalle der Sonderschule wurden zahlreiche kreative Produkte, Weihnachtsartikel, Spiel- und Bastelsachen sowie auch leckeres Weihnachtsgebäck der Werkstätten, Wohngruppen, des Berufsbildungswerkes, der Sonderschule und Kliniken angeboten. Ein besonderer Renner waren wieder die Weihnachtssterne aus der Gärtnerei des Berufsbildungswerkes.
Den Nachmittag bereicherte der Posaunenchor Mosbach musikalisch mit Adventschorälen. Den Festgottesdienst gestalteten die Chöre HarmoNixen und Troubadix sowie der Singkreis und die Orffgruppe der Johannesgemeinde. Die Kinder genossen wie gewohnt die Theatergruppe „Guckloch“ am Sonntagnachmittag in der Johanneskirche, in diesem Jahr mit einem weihnachtlichen Stück – „Ein Stern ging auf in Bethlehem“ – unter der Leitung von Horst Weber.
Ein Flohmarktstand zugunsten des Projekts „Cards“ in Indien und ein Bücherstand der Mosbacher Stadtmission mit christlicher Literatur im Foyer der Johanneskirche rundeten das Angebot ab. Mit Kürbissuppe, Glühwein, Waffeln, Bratwürsten und Weihnachtsleckereien war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt.
PRESSEINFORMATION vom 23. November 2005
Mosbach. Schon gewusst? Mit Tierhufen kann man auch Musik machen. Sogar ganz schön laute. Die Jungen und Mädchen aus der Sonderschule der Johannes-Anstalten in Mosbach und ihre kleinen Kollegen vom Schulkindergarten „Kleckse“ wissen das nun ganz genau. Carlos Sánchez-Chinén, der im Rahmen der 125-Jahr-Feier der Johannes-Anstalten zu Gast war, zeigte ihnen noch andere erstaunliche Dinge aus seiner südamerikanischen Heimat.
Ein riesiges Sortiment an Flöten, Rasseln, Trommeln und anderen traditionellen lateinamerikanischen Musikinstrumenten hatte der gebürtige Peruaner in die Johanneskirche mitgebracht, Chaccas, Maracas, Zamponas, Quenas, Pinkillos, Okarinas, und wie sie alle heißen. Er entlockte ihnen Töne, welche seine jungen Zuhörer teils ganz andächtig lauschen ließen. Selbst der größte Zappelphilipp blieb da plötzlich ganz still sitzen. Dazu zeigte der in seiner bunten Landestracht gewandete Gast wunderschöne Diaaufnahmen aus Südamerika.
Beim Stillsitzen und Zuhören blieb es aber nicht. Aus Kürbissen, Samenschoten und anderen Naturmaterialien angefertigte Rasseln wurden im Publikum verteilt, und zu entsprechenden Dias durften die Kinder „Regenwald“ spielen. Auch der „Schlangentanz“ wurde getanzt.
Eine gute Stunde verging wie im Fluge, aber eine bleibende Erinnerung gab es auch: Jedem Kind schenkte Carlos Sánchez-Chinén, der Peruaner aus Meiningen mit Diplomen als Musiklehrer und Orchesterleiter, eine kleine Tonflöte oder eine Kette. Für die Sonderschüler und Kindergartenkinder war das noch mal ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr „125 Jahre Johannes-Anstalten Mosbach“.
PRESSEINFORMATION vom 18. November 2005
Schwarzach. Zum traditionellen Weihnachtsmarkt lädt der Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach auch in diesem Jahr wieder ein. Er findet am Sonntag, 4. Dezember (2. Advent), statt und beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Luthersaal.
Ab 11 Uhr erwartet die Besucher an zahlreichen weihnachtlich geschmückten Buden und Ständen ein großes Angebot an originellen Geschenkideen, Kunstkarten, Bastelarbeiten der Bewohnerinnen und Bewohner des Schwarzacher Hofes sowie Eigenprodukten aus den Schwarzacher Werkstätten. Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt.
Musikalisch umrahmt wird der Weihnachtsmarkt von den Posaunenchören Schwarzach-Aglasterhausen und Neidenstein sowie von der Jugendkapelle Schwarzach. Im Laufe des Tages erscheint auch der Nikolaus. Es werden Kutschfahrten durch das Gelände des Schwarzacher Hofes angeboten, und der Sinnesgarten lädt zur besinnlichen Weihnacht ein. Das benachbarte Staatliche Forstamt führt darüber hinaus einen Verkauf von Weihnachtsbäumen durch.
Die Bevölkerung aus Schwarzach und Umgebung ist zu diesem gegen 17 Uhr endenden Weihnachtsmarkt herzlich eingeladen.
PRESSEINFORMATION vom 16. November 2005
Mosbach. Einer langen Tradition folgend, laden die Johannes Anstalten Mosbach auch in diesem Jahr wieder zu einem Weihnachtsmarkt am Standort Mosbach ein. Er findet am 1. Adventswochenende (26./27. November) in der Turnhalle der Sonderschule und auf dem Vorplatz, Neckarburkener Straße 2-4, statt. Zahlreiche liebevoll dekorierte Stände und Buden sowie ein kleines Rahmenprogramm erwarten die Besucher an beiden Tagen.
Markteröffnung ist am Samstag, 26. November, um 11.30 Uhr mit dem Bläser- und Paukenensemble der Johannes-Anstalten Mosbach unter der Leitung von Hubert Schäfer in der Sonderschulturnhalle. Um 15 Uhr schließen sich in der Turnhalle und vor der Sonderschule Adventschoräle des evangelischen Posaunenchors Mosbach unter der Leitung von Bernhard Monninger an.
Am Sonntag, 27. November, beginnt der Weihnachtsmarkt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst zum 1. Advent in der Johanneskirche. Die Chöre HarmoNixen und Troubadix unter Leitung von Friedemann Buhl sowie der Singkreis und die Orffgruppe der Johannesgemeinde unter Leitung von Peter Bechtold gestalten diesen Gottesdienst musikalisch mit.
Am Nachmittag (15 Uhr) lädt die Theatergruppe „Guckloch“ der Johannes Anstalten Mosbach mit dem Spiel „Ein Stern geht auf in Bethlehem“ unter Leitung von Horst Weber in die Johanneskirche ein. Die Buden und Stände bieten während des Weihnachtsmarktes Geschenkartikel aller Art an, so unter anderem Spiel- und Bastelsachen, Holzspielzeug und kreative Erzeugnisse, die in den verschiedenen Bereichen der Johannes-Anstalten hergestellt wurden. Auch für Essen und Trinken ist bestens gesorgt.
Marktende ist an beiden Tagen um 17.30 Uhr.
Die Bevölkerung aus nah und fern ist herzlich eingeladen.
PRESSEINFORMATION vom 16. November 2005
Mosbach/Buchen. Das Haus „Bergesruh“ der Johannes-Anstalten Mosbach in Buchen-Hettigenbeuern hat nun eine Heimfürsprecherin: Elisabeth Thor ist dem Haus schon seit vielen Jahren verbunden. In einer kleinen Feierstunde wurde sie am 15. November in ihr Amt eingeführt, das ihr – zunächst für zwei Jahre – volles Mitspracherecht bei allen anstehenden Entscheidungen gewährt.
Kirsten Mißbach, Verbundleiterin für die Region Buchen, ging kurz auf die Vorgeschichte ein. Die „altgedienten“ Mitglieder des einstigen Mitwirkungsgremiums im Haus „Bergesruh“, des Heimbeirates, sind inzwischen leider verstorben oder aus Altersgründen nicht mehr in der Lage, ihr Amt auszuüben. Da lag es nahe, stattdessen einen Heimfürsprecher einzusetzen.
Was die Besetzung des Postens anging, „mussten wir gar nicht lange überlegen“, erklärte Kirsten Mißbach. Elisabeth Thor, eine Ur-Hettigenbeuerin, geht seit vielen Jahren im Haus ein und aus, holt Bewohner zum Kaffeetrinken oder Bummeln ab oder bringt ihnen das Uno-Spielen bei. „Sie ist eine absolute Starbesetzung“, freute sich Kirsten Mißbach, dass die neue Heimfürsprecherin trotz vieler anderer Ehrenämter zugesagt hatte, und überreichte stapelweise Infomaterial der Johannes-Anstalten „zum Einlesen“.
Auch Fachbereichsleiterin Andrea Theiß stellte fest, dass „Sie eigentlich schon eine feste Größe im Haus sind“. Beziehungen und Vertrauen seien entstanden, beste Voraussetzungen für dieses Amt. In den kommenden zwei Jahren stünden viele Veränderungen an, meinte sie im Hinblick auf den geplanten Neubau, und es sei gesetzlich geregelt, dass die Heimbewohner hier mitsprechen dürfen. Eine „sehr wichtige Aufgabe“ nannte denn auch Manfred Amend, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Wohnen, das Amt und sprach Elisabeth Thor den ausdrücklichen Dank der Johannes-Anstalten aus. Er ermunterte sie zu einem offenen Dialog und überreichte ihr das Heimgesetz. Paragraph 30 regelt darin genau den Mitwirkungsbereich des Heimfürsprechers.
Elisabeth Thor hat zwei erwachsene Kinder und deshalb nach eigenem Bekunden „Zeit fürs Ehrenamt“. Sie ist seit 12 Jahren Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft und schon doppelt so lange in diesem Team dabei, fungiert als stellvertretende Dekanatsvorsitzende und als Regionalbeauftragte der Diözese Freiburg für Frauen in Not, organisiert Kleidersammlungen für Rumänien und betätigt sich darüber hinaus seit neun Jahren als Familienhelferin im Neckar-Odenwald-Kreis. Im Haus „Bergesruh“ fühle sie sich „ganz einfach wohl“. Und das wohl schönste Kompliment erhielt sie von Bewohnerin Leokadija Kopp: „Sie ist eine so liebe Frau und wie unsere zweite Mama.“
Das Haus „Bergesruh“ ist ein Wohnheim mit 37 Plätzen für ältere Menschen mit geistiger Behinderung. Im vergangenen Jahr feierte es 30-jähriges Bestehen. Für das in die Jahre gekommene Gebäude ist ein Neubau mitten in der Stadt Buchen fest geplant.
PRESSEINFORMATION vom 11. November 2005
Schwarzach/Neunkirchen. „Wenn einem etwas wehtut, dann hat man Wehmut. Dabei kann es zu einer Heulbeschwerung kommen. Wehmut kann aber auch traurig sein.“ So beginnt „Wehmut“, einer von drei Texten, mit denen Martin Walter Preisträger eines Literaturwettbewerbes geworden ist. Gemeinsam mit seiner Mentorin Christel Schölch-Stephan und seinem Betreuer Dietmar Kühner reiste der junge Mann, der autistisch behindert ist und seit früher Kindheit bei den Johannes-Anstalten Mosbach lebt, kürzlich zur Preisverleihung nach Hamburg, die für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.
„Ich getraue mich ins Leben vorzudringen“, war der Literaturwettbewerb für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung überschrieben, den der Verein EUCREA Deutschland gemeinsam mit den Elbe-Werkstätten in Hamburg ausgeschrieben hat. Denselben Titel trägt auch das Buch, in dem die Beiträge der 37 Preisträgerinnen und Preisträger, die aus vielen hundert Einsendungen ausgewählt worden sind, veröffentlicht werden. Neben der „Wehmut“ sind darin noch zwei weitere Beiträge von Martin Walter zu finden: „Die Geschichte vom Gerhard Schröder“ und „Joschka Fischer“.
Mit strahlenden Augen und voller Stolz nahmen die ausgewählten Autorinnen und Autoren im Literaturhaus Hamburg Blumen und eine Ausgabe des druckfrischen Buches entgegen. Die Schauspielerin Nina Petri las einfühlsam eine Auswahl von Geschichten und Gedichten vor und stellte die einzelnen Autoren mit ihren eigenen Stilen vor. In der Laudatio zollte Irene Stratenwerth, Jurymitglied und Redakteurin der Frauenzeitschrift „Brigitte“, den Preisträgern Respekt für ihre Leistungen. Umrahmt wurde die Feier von den „Allstars“, einer Musikgruppe beeinträchtigter Jugendlicher aus der Stiftung Alsterdorf, die mit hohem musikalischem Niveau begeisterten.
Der Titel des Buches geht auf ein Zitat des Südtiroler Schriftstellers Georg Paulmichl zurück. Seine Werke und die Texte der Zeitschrift „Ohrenkuss“ gaben die Anregung zu diesem ungewöhnlichen Literaturwettbewerb.
Martin Walter, 1979 geboren, lebte seit seinem fünften Lebensjahr auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach und ging dort auch zur Sonderschule. Heute ist der junge Mann in einer Außenwohngruppe in Neunkirchen zu Hause und geht einer Beschäftigung in den Schwarzacher Werkstätten nach.
Autistische Menschen wie er haben Schwierigkeiten, all die Wahrnehmungen und Informationen, die auf sie einströmen, zu „sortieren“. Dies versuchen sie auf unterschiedliche Weise zu kompensieren. Martins Denken und Handeln wird bestimmt von seinem Bedürfnis, „Ordnung“ in seiner Welt herzustellen, um überhaupt mit seiner Umwelt kommunizieren zu können. Adäquate Antworten und Struktur gebende Kommunikationsangebote von Seiten seiner Bezugspersonen sind dabei von existenzieller Bedeutung.
Martin hatte das Glück, in seiner Lehrerin, der Heilpädagogin Christel Schölch-Stephan, eine Mentorin zu finden, die sein schier unerschöpfliches Repertoire an Gedanken und Überlegungen zu den unterschiedlichsten Themen und Abläufen erkannte und zu steuern wusste. Die „Dichterstunde“ entstand. Zunächst an der elektrischen Schreibmaschine, später am PC verfasste der heute 26-Jährige kleine Schriftstücke, in denen er Erlebtes und Gedachtes aus seiner ganz eigenen Perspektive wiedergibt. Nicht-autistischen Menschen vermitteln seine Werke neue und mitunter verblüffende Sichtweisen. Und ihre sprachliche Raffinesse macht das Lesen zu einem Genuss. Die „Dichterstunde“ wollen die beiden übrigens auch nach Martins Wechsel von der Sonderschule in die Werkstatt beibehalten.
Christel Schölch-Stephan hat einige Texte von Martin Walter in dem Bändchen „So geht das Leben mit dem ganzen Zeug“ zusammengefasst, das mittlerweile in fünfter Auflage im Eigenverlag erschienen ist. Dank des Literaturwettbewerbs werden nun zumindest drei seiner Werke einem weitaus größeren Leserkreis zugänglich gemacht.
Für die Heilpädagogin steht nach der Preisverleihung fest: „Diese Veranstaltung war ein Beweis dafür, dass ein Großteil unserer Gesellschaft sein Bild von den so genannten ‚Behinderten' ändern muss. Hier wurde deutlich, welche Potenziale in ihnen stecken“, sagt sie und zitiert den Autismus-Experten Professor Dr. Georg Feuser: „Unsere Annahme über die Begrenztheit dieser Menschen charakterisiert unsere Verstehensgrenze und unseren Umgang mit ihnen. Dieses Menschenbild beraubt uns der Wahrnehmung der Vielfalt menschlicher Entwicklungs- und Seinsmöglichkeiten.“
INFO
„Ich getraue mich ins Leben vorzudringen“, Books on Demand GmbH, Oktober 2005, kartoniert, 108 Seiten, ISBN 3833437596, EUR 9,80
PRESSEINFORMATION vom 10. November 2005
Schwarzach. Ein Kamerateam des SWR war dieser Tage zu ganztägigen Dreharbeiten beim „Therapeutischen Reiten“ auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach zu Gast. Im Mittelpunkt des Interesses: Reitlehrer Gerhard Zank, seine zwei- und vierbeinigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Hippotherapie“, „Heilpädagogischem Reiten und Voltigieren“ und „Reiten als Sport für Behinderte", den drei Hauptbestandteilen des Therapeutischen Reitens.
Die Aufnahmen, die unter der Regie von SWR-Redakteurin Marion Rohde entstanden sind, werden als ca. vierminütiger Beitrag im Rahmen des Gesundheitsmagazins „Praxis Dr. Weiss“ am Donnerstag, 8. Dezember, um 18.15 Uhr im Südwestfernsehen („Unser Drittes“) gesendet. Die Sendung trägt den Untertitel „Tiere helfen heilen“ und wird am Montag, 12. Dezember, um 11 Uhr wiederholt.
Das Therapeutische Reiten auf dem Schwarzacher Hof ist kein Freizeitangebot, sondern eine wirksame medizinisch und pädagogisch anerkannte Heilmethode. Sie hat sich seit vielen Jahren bewährt und ist vom Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten anerkannt. Obwohl die Reittherapie in Deutschland seit 35 Jahren als wertvolle wissenschaftliche Therapiemethode geschätzt wird, ist sie im Leistungskatalog der Krankenkassen nicht enthalten. Daher muss ihr Fortbestand über Spenden gesichert werden.
PRESSEINFORMATION vom 8. November 2005
Mosbach. Mehr als 1.100 Menschen mit Behinderung verbringen jährlich ihre Ferien im Ferienheim Schluchsee der Johannes-Anstalten Mosbach. Es bietet Menschen mit Behinderungen ideale Bedingungen für einen erholsamen Urlaub und den geeigneten Rahmen, um Freizeitinteressen zu wecken, soziale Kontakte und damit das Leben in der Gemeinschaft zu fördern. Was bisher fehlte, war ein Kleinbus für Ausflüge in die Umgebung. Denn das Ferienheim ist leider nicht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Hier kam nun die „Aktion Mensch“ zu Hilfe, die sich mit exakt 31.843 Euro an der Anschaffung eines VW T5 Kombis beteiligte.
Dieser Tage wurde der weiße Kleinbus mit dem roten „Aktion Mensch“-Logo ausgeliefert und an das Ehepaar Kaufmann, Leiter des Ferienheims „Lindenhof“ in Schluchsee-Dresselbach, übergeben. Manfred Amend, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen, dankte herzlich für die großzügige Spende. Besonders wichtig: Der Bus ist geeignet für Menschen mit Einschränkungen der Mobilität. Eine Laderampe ermöglicht den bequemen Einstieg von Rollstuhlfahrern.
Stellvertretend für die Bewohnerinnen und Bewohner der Johannes-Anstalten Mosbach nahmen die beiden Vertreter des Heimbeirates, Rudi Neubert (Mosbach) und Uwe Häfker (Schwarzach), die Spende entgegen, verbunden mit einem ganz besonderen Dank an „Aktion Mensch“. Manfred Amend bedankte sich auch bei Sabine Wann, die den Förderantrag vorbereitete, und bei Reinhold Walter, der alle organisatorischen Hürden nahm.
„Diese Spende ist ein Segen für die Bewohnerinnen und Bewohner, die in Schluchsee Urlaub machen. Nun können Ausflüge mit den Bewohnern vom Urlaubsort Schluchsee aus stattfinden. Dies war bisher mit Rollstuhlfahrern nicht realisierbar“, freute sich Heimleiter Otto Kaufmann. Die Aktivitäten werden unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten in Kleingruppen durchgeführt. Ausflugsziele sind z.B. der Freizeitpark Rust, der Feldberg und die Stadt Freiburg. Im Vordergrund steht die Förderung von Teilhabe am Leben in der Gesellschaft für Menschen mit einer geistigen Behinderung.
PRESSEINFORMATION vom 8. November 2005
Mosbach. „Malus Ontario“ lautet die korrekte Bezeichnung des Apfelbäumchens, das Gerhard Lauth, Oberbürgermeister der Stadt Mosbach, Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, und Richard Lallathin , Pfarrer der Johannesgemeinde, dieser Tage direkt vor der Johanneskirche gepflanzt haben. Der Mosbacher OB hatte dies am 7. Juli beim Festakt anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Johannes-Anstalten versprochen. Nun wurde das Vorhaben bei bestem Herbstwetter gemeinsam in die Tat umgesetzt.
Mit einem Spruch von Martin Luther begann Reinhard Adler seine Dankesworte: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Für OB Lauth zeigt dieser Baum die Verbundenheit der Stadt Mosbach zu den Johannes-Anstalten. Seine Früchte sollen das fruchtbare Wirken der Johannes-Anstalten Mosbach symbolisieren. Pfarrer Lallathin hatte den Pflanzplatz bewusst nahe an der Sonderschule gewählt, er hoffe, dass die Schulkinder künftig auf dem Schulweg die Früchte des Baumes genießen können.
Die Johannes-Anstalten Mosbach feierten im Jahr 2005 ihr 125-jähriges Bestehen. Sie wurden am 7. Juli 1880 in der Mosbacher Stiftskirche gegründet. Mit 16 behinderten Kindern hat die pflegerische und pädagogische Arbeit begonnen. Heute sind die Johannes-Anstalten eines der größten sozialen Dienstleistungsunternehmen in Süddeutschland. Sie betreuen 3.100 Menschen mit Behinderungen an verschiedenen Standorten in 16 badischen Städten und Gemeinden.
PRESSEINFORMATION vom 7. November 2005
Mosbach. »Kann Behinderung bewältigt werden?« Mit dieser Fragestellung will die Neurologisch-Psychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten in Mosbach erstmals Angehörige von geistig behinderten Menschen mit Psychiatrieerfahrung ansprechen.
Geplant sind vierteljährliche Veranstaltungen mit verschiedenen Referenten zu Themen, die mit den Sorgen und Nöten der Angehörigen zu tun haben. Eventuell entwickelt sich eine Angehörigengruppe, die sich in kürzeren Abständen trifft.
Der erste Termin ist am Freitag, 11. November, um 15 Uhr im Mitarbeiterspeisesaal (Nebengebäude) geplant. Referent ist Stephan Friebe, Diplom-Pädagoge und Referent der Fachschule für Sozialwesen, Schwarzacher Hof. Kontakt: Neurologisch-Psychiatrische Klinik, Diplom-Psychologe Rolf Müller, Neckarburkener Straße 2-4, 72821 Mosbach, Tel. 06261/88-300.
Die Veranstaltungen sind kostenfrei.
PRESSEINFORMATION vom 3. November 2005
Schwarzach. In einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion der Gemeinde Schwarzach, des Technischen Hilfswerks (THW), des Forstbetriebs des Neckar-Odenwald-Kreises, des Naturparks Neckartal-Odenwald und der Johannes-Anstalten Mosbach wurde am Freitag, 28. Oktober, die Kalte-Klinge-Brücke mit einem behindertengerechten Rundweg ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Gäste, Vertreter der beteiligten Organisationen, ehrenamtliche Helfer, Bewohner und Mitarbeitende des Schwarzacher Hofes nahmen an der Feier teil.
Bei herrlichem Herbstwetter übergab Bürgermeister Theo Haaf aus Schwarzach die neue Kalte-Klinge-Brücke mit dem behindertengerechten Rundweg der Öffentlichkeit. Er dankte allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz bei der Planung und dem Bau des anspruchsvollen Vorhabens. Das THW erstellte das Brückenwerk kostenlos. Der Forstbetrieb sponserte das Bauholz und den Sägezuschnitt. Die Johannes-Anstalten Mosbach leisteten einen beachtlichen Kostenbeitrag, der Naturpark unterstützte das Projekt mit einem Zuschuss aus dem Naturparkprogramm, und schließlich übernahm die Gemeinde Schwarzach die Bauherrschaft und die Restkosten für das hervorragende Projekt. Dank sagte der Bürgermeister auch allen beteiligten Firmen, dem leitenden Diplomingenieur Heinz Ernst, der die Brücke plante, und auch den Mitarbeitenden der Gemeinde. Das gesamte Team war sehr bemüht, den Rundweg und die Brücke möglichst optimal für Menschen mit Einschränkungen der Mobilität zu gestalten.
Auch Geschäftsführer Reinhard Adler von den Johannes-Anstalten Mosbach bedankte sich für den „wunderbaren Rundweg“ und würdigte das besondere Engagement der Gemeinde Schwarzach für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde Schwarzach bereits mehrfach mit einem Preis des Landes Baden-Württemberg für die barrierefreie Gestaltung des Ortes und seiner Umgebung ausgezeichnet wurde. Gruß- und Dankesworte sprachen auch Forstdirektor Dietmar Hellmann für den Forstbetrieb Schwarzach und Geschäftsführer Manfred Robens vom Naturpark Neckartal-Odenwald.
Mit dem Motto: „Wir haben kein Geld und machen das Beste daraus“ sei eine weitere Maßnahme gelungen, die die Lebensbedingungen der Bewohner des Schwarzacher Hofes verbesserten, erklärte Bürgermeister Haaf stolz. Damit sei ein neuer Baustein im Langzeitprojekt „Barrieren abbauen“ gelegt. Den Wunsch nach einem behindertengeeigneten Spazierweg hätten die Eltern und Angehörigen der Bewohner des Schwarzacher Hofes schon vor Jahren an die Gemeinde und die Leitung der Johannes-Anstalten herangetragen. Diesem Wunsch sei man gerne nachgekommen. Der neue Wanderweg ist in der Wanderkarte des Naturparks Neckartal-Odenwald als rollstuhlgeeigneter Rundweg nun auch überörtlich vertreten.
Mit dem Durchschneiden des Bandes erfolgte die symbolische Übergabe der Brücke und des Rundweges an die Öffentlichkeit. Die Gäste der Feier, besonders diejenigen in Rollstühlen, konnten sich sofort vom Erfolg der Maßnahme überzeugen. Neben den Bewohnern des Schwarzacher Hofes waren dies auch Fritz Kaiser von der Rollstuhlsportgruppe Mosbach und sein „Cheftester“ Siegfried Liebig.
PRESSEINFORMATION vom 18. Oktober 2005
Mosbach. Psychische Erkrankungen und dadurch bedingte Arbeitsausfälle sind auf dem Vormarsch. Doch viel zu wenig wird dem Bereich, wo Körper (Soma) und Seele (Psyche) aufeinander treffen, bei der Diagnostik allgemeinmedizinischer Symptome Beachtung geschenkt. „Wie viel Psychosomatik braucht die moderne Medizin?“, dieser Frage ging Prof. Dr. Friedebert Kröger, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Schwäbisch-Hall, anlässlich des Tags der seelischen Gesundheit im Mosbacher Rathaussaal nach.
Seit 1992 gibt es den Welttag der seelischen Gesundheit. Er wurde von der World Federation for Mental Health (WFMH) ins Leben gerufen und findet jährlich im Oktober statt, um auf die Belange von psychisch erkrankten Menschen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr stehen die Veranstaltungen weltweit unter dem Motto „Körperliche und seelische Gesundheit im Verlaufe des Lebens“. Die Neuropsychiatrische Klinik der Johannes-Anstalten Mosbach hat das Leitthema aufgegriffen und zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Diakonischen Werk im Neckar-Odenwald-Kreis zu einer Informations- und Fortbildungsveranstaltung eingeladen. Chefarzt Dr. Burkhard Lang begrüßte dazu zahlreiche Interessierte im Mosbacher Rathaussaal.
Die Fakten sprechen für sich: Krankheitstage durch psychische Erkrankung haben laut Prof. Kröger in den vergangenen vier Jahren um fünfzig Prozent zugenommen. Nur bei 16 Prozent einer Stichprobe von Patienten mit Allgemeinsymptomen lag eine tatsächliche organische Störung vor. Vor allem bei Schmerzen klaffen, so Kröger, Befund und Befinden häufig auseinander. Die ökonomischen Folgen sind beträchtlich: Auf circa 7.000 Euro summieren sich die Kosten für eine Abklärung von Kopf- und Rückenschmerzen. Für Kröger leitet sich daraus ein enormer ökonomischer Nutzen so genannter Simultandiagnostik ab, die medizinische, psychische und soziale Faktoren gleichermaßen einbezieht.
Doch welche Behandlungsformen gibt es? Für Kröger steht fest: „Um einen ambulanten Psychotherapieplatz zu finden – dafür muss man schon sehr gesund sein.“ Häufig sei der Weg ins Krankenhaus für den Patienten der einzig mögliche.
Kröger listete die Vorteile der psychosomatischen Krankenhausbehandlung (incl. Tagesklinik) mit einem interdisziplinären Team auf. Der sofortigen Aufnahme des Patienten mit Krisenintervention folgt ein stufenweises Behandlungskonzept bis hin zur Belastungserprobung. Kröger hat errechnet: Jeder Euro, der in die psychosomatische Medizin investiert wird, spart dem Gesundheitssystem 3,79 Euro. Immerhin 12 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen entstünden durch Diagnostik von Symptomen, deren Ursache im psychosomatischen Bereich liegen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zähle psychosomatische Erkrankungen zu den größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts.
Krögers Fazit: „Eine Reglementierung der Zugangswege und die höhere Direktfinanzierung ärztlicher Leistungen macht Kranke nicht gesünder. Die Fokussierung der Behandlungsstrukturen darf den Blick auf das entscheidende Kriterium der Behandlungsqualität nicht verstellen.“
Nach einer kurzen Diskussion, in der vor allem auf die Notwendigkeit der Stärkung von Eigenkompetenz des Patienten verwiesen wurde, nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Informationsausstellung der sozialpsychiatrischen Leistungsanbieter im Neckar-Odenwald-Kreis zu besichtigen: Vertreten waren: Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, Integrationsfachdienst, Industrie-Service-Odenwald sowie von den Johannes-Anstalten die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Schwarzacher Hof, die Neckar-Odenwald-Werkstätten und die Neurologisch-Psychiatrische Klinik in Mosbach. Die „Drei vom Lande“ umrahmten die Veranstaltung musikalisch.
PRESSEINFORMATION vom 13. Oktober 2005
Mosbach. „Religionslehrer sein zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ lautete das Thema des Religionspädagogischen Tages 2005, bei dem die Johannes-Anstalten Mosbach wieder die Gastgeberrolle übernommen hatten. Mit einer Morgenbesinnung in der Johanneskirche begann das ökumenische Treffen der katholischen und evangelischen Religionspädagogen aus der Region. Schuldekan Willi Biemer begrüßte anschließend in der Aula des Berufsbildungswerks (BBW) im Namen seiner Kollegen knapp 120 hauptamtliche Lehrkräfte für das Fach Religion. Auch BBW-Leiter Albert Stelzle hieß die Gäste herzlich willkommen und stellte das Berufsbildungswerk kurz vor. Schulamtsdirektor Dr. Jürgen Kriege dankte in seinem Grußwort den Lehrkräften für ihren engagierten Unterricht unter nicht immer einfachen Rahmenbedingungen. Der Religionspädagoge Prof. Dr. Werner Tzscheetzsch von der Universität Freiburg stellte in seinem Referat grundsätzliche Überlegungen zum Religionsunterricht an. Glaube habe auch heute Bedeutung für die Lebensgestaltung, allerdings in anderer Form als früher. Durch die Individualisierung aller Lebensbereiche sei der Mensch gefordert, sein Leben selbst zu gestalten. Deshalb wüchsen Kinder und Jugendliche heute in eine Welt hinein, in der sie Erwachsenen begegneten, die sich aus Versatzstücken verschiedener Religionen ihre eigenen Glaubensvorstellungen zusammengestellt hätten. Hier setze nun der Bildungsauftrag des Religionsunterrichtes ein, wobei Bildung im klassischen Sinne die Fähigkeit zur Selbstbildung bedeute. Der Religionsunterricht heute habe deshalb drei zentrale Aufgaben: Zunächst müsse er Religion zeigen, weil Kinder und Jugendliche ein Recht auf Religion hätten, denn Religion trage auch heute zur Weltdeutung bei. Ferner müsse der Religionsunterricht in die eigene Tradition einführen und dabei kritisch aufklärend Erinnerungsarbeit leisten. Schließlich müsse er zivilisierend tätig sein: Er müsse Wesen und Unwesen von Religion im Auge haben, um Schüler zu befähigen, zwischen Religion und Missbrauch der Religion zu unterscheiden. Damit der Religionsunterricht diese zentralen Aufgaben leisten könne, müssten die Religionslehrer eine doppelt-reflexive Distanz ausbilden: Sie müssten zum einen in der Lage sein, sich von der eigenen religiösen Biografie zu distanzieren, um sie anschauen und deuten zu können, zum anderen müssten sie in Distanz zum Gegenstand des Unterrichts treten können. Ferner bedürfe es einer reflexiven Distanz zur Lebenswelt der Schüler. Im zweiten Teil seines Referats führte Prof. Tzscheetzsch in die Ergebnisse einer Umfrage ein, in der 4.000 Religionspädagogen aus Baden-Württemberg zur Situation des Religionsunterrichts und ihrer Rolle als Unterrichtende befragt worden waren. Nach einer Aussprache hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Religionspädagogischen Tags Gelegenheit, in zehn verschiedenen Workshops ihre Unterrichtserfahrungen auszutauschen. Mit einem Reisesegen endete die Tagung. Text: Gunnar Kuderer, Pfr.
PRESSEINFORMATION vom 6. Oktober 2005
Schwarzach. Glück gehabt. Freundlich zeigte sich der Himmel zwar nicht, dennoch blieb das Erntedank- und Herbstfest am vergangenen Sonntag auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Anstalten Mosbach vom Regen weitgehend verschont. Und so fand das bewährte Programm wieder verdienten Zuspruch von vielen hundert Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern. Das Fest begann mit dem Erntedankgottesdienst im herbstlich geschmückten Luthersaal, der von Pfarrer Erich Bährle gehalten wurde. Er stellte das Thema Dankbarkeit in den Mittelpunkt seiner Predigt. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Aglasterhausen/Unterschwarzach unter Leitung von Frieder Wittmann. Zwei festliche Lieder, von Hans und Verena Knörzer kunstvoll gesungen und von Bernadette Karl am Klavier begleitet, bereicherten den festlichen Rahmen. Die Orgel spielte Gottfried Broschwitz. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Johannes-Anstalten Mosbach gab es anschließend einen Mitarbeiterempfang im Speisesaal, zu dem auch Beate Weber, Oberbürgermeisterin der Stadt Heidelberg, gekommen war. Ein leckeres Büffet wartete auf die Gäste. Geschäftsführer Reinhard Adler würdigte den Einsatz der Mitarbeitenden über acht Generationen hinweg. Er erwähnte die harte Arbeit in den Gründerjahren, die Aufbauphase danach, die Übernahme des Schwarzacher Hofes 1936, die extremen Belastungen während des Naziregimes sowie den Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg. Er hob auch die bewegten Jahre von 1965 bis 1980 hervor, die mit einem großen Ausbau der Johannes-Anstalten und mit einem Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe einhergingen: von der Fürsorge zu mehr Selbstständigkeit. Heute müsse man sich neuen Herausforderungen stellen, legte Adler dar: »Wir brauchen neue Wohn- und Finanzierungskonzepte wie ambulante Wohnformen, persönliches Budget und flexiblere Beschäftigungsformen.« Er wünschte den Mitarbeitenden, Bewohnern und Angehörigen viel Kraft, Zuversicht und Gottes Segen für die Herausforderungen der Zukunft. Ein buntes Bild vom »Miteinander leben« und »Voneinander lernen« in den Johannes-Anstalten vermittelte das von vielen fleißigen Helferinnen und Helfern auf die Beine gestellte Programm. Spiel, Spaß und Unterhaltung sowie »Informationen satt« über das vielfältige Angebot der Johannes-Anstalten und befreundeter Organisationen wie der Lebenshilfe stellten eine ausgewogene Mischung dar. Dank der Unterstützung von Musikvereinen der Region war auch musikalisch jede Menge geboten. Viel Beifall erhielten auch die Darbietungen in der Aula und der Turnhalle der Sonderschule: »Hänsel und Gretel« tricksten die böse Hexe aus, »Beethoven und Tanz« lautete das Motto der Tanz AG, und die Theatergruppe Haus Wachtbuckel hatte sich - meteorologisch gesehen - ein ganz aktuelles Thema ausgesucht: »Als die Sonne nicht mehr kam.« Trübsal herrschte jedoch nur am Himmel - auf dem Schwarzacher Hof war davon keine Spur!