
PRESSEINFORMATION vom 30. Januar 2009
Heidelberg. „Yes, we can“, hat wohl Joachim Schleicher, Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Werkstätten (RNW), einer anerkannten Werkstatt für chronisch psychisch kranke Menschen in Heidelberg, geantwortet auf die Frage, ob seine Mitarbeitenden eine Kantine bewirtschaften können. Gefragt hatte die Heidelberger Niederlassung der Daimler AG, die ihren Kantinenservice auslagern wollte, um sich stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren zu können.
Gesagt – getan: Seit wenigen Tagen versorgen nun die RNW die Mitarbeiter und Gäste des Autohauses mit Mittagessen und Frühstücksverpflegung. Gekocht werden die Essen im Team von behinderten und nicht behinderten Mitarbeitern in der Küche der RNW. Die Portionierung und Ausgabe der Speisen erfolgen vor Ort in der Kantine des Kunden. Auch bei diesen Aufgaben werden in Kürze drei RNW-Mitarbeitende mit chronisch psychischer Erkrankung auf sogenannten Außenarbeitsplätzen tätig sein. Sie werden zurzeit noch auf ihren Einsatz vorbereitet. Außenarbeitsplätze sind Arbeitsplätze einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), die sich bei einem auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätigen Unternehmens befinden.
Die RNW planen, die Außenarbeitsplätze für behinderte Beschäftigte sukzessive auf sechs Plätze auszubauen. „Es ist zu erwarten, dass mit steigender Zahl der Essensgäste durch externe Besucher mehr Außenarbeitsplätze für behinderte Beschäftigte geschaffen werden können. Für die Mitarbeitenden auf den Außenarbeitsplätzen bedeutet das eine enorme Aufwertung, denn sie fühlen sich dadurch wirklich integriert und anerkannt. Für sie wird Teilhabe damit real“, bestätigt Joachim Schleicher, RNW-Geschäftsführer. Und auch der Auftraggeber freut sich. „Die Möglichkeit, unseren Kantinenservice in professionelle Hände zu vergeben und gleichzeitig dadurch Menschen mit Behinderung sinnvoll zu beschäftigen haben uns veranlasst, die Zusammenarbeit mit den RNW aufzunehmen“, bestätigt Andreas Kistner, Leiter Betriebswirtschaft/Controlling, Daimler AG Niederlassung Mannheim.
„Was Menschen mit Behinderung leisten können, wenn man sie lässt, beweist einmal mehr die Kooperation mit Daimler“, meint Schleicher. „Wünschenswert wären mehr solcher Unternehmen, die Außenarbeitsplätze ermöglichen. So würden Teilhabe und Integration nicht nur hehre gesetzliche Ziele bleiben, sondern gelebt werden“, ergänzt der RNW-Geschäftsführer noch.
Die Rhein-Neckar-Werkstätten bestehen seit 1979. Dort werden rund 160 Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen in den Bereichen Catering, Grünanlagenpflege, Büroservice, Elektromontage, Schreinerei und Montage/Metall beschäftigt und betreut. Träger der RNW sind die Johannes-Anstalten Mosbach, die eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden sind.
Ruth Wilde