Johannes-Diakonie Mosbach

  1. Wer wir sind
  2. Standorte
  3. Seelsorge
  4. Mitarbeit
  5. Produktpalette
  6. Info-Material
  7. Links
  8. Presse
  9. Ansprechpartner
  10. Spenden
  11. Impressum

 

 

PRESSEINFORMATION vom 17. März 2009

Allzeit bereit: Dank eines modernen Fuhrparks sind die Werkstätten der Johannes-Anstalten Mosbach in der Lage, Waren und Materialien beim Kunden abzuholen und auszuliefern.

„Die Krise ist angekommen“

Werkstätten für behinderte Menschen leiden unter Auftragsschwund – Mehr Dienstleistungsangebote und Eigenproduktionen als Ausweg

Mosbach. Die Wirtschaftskrise ist in aller Munde. Auch in den Johannes-Anstalten Mosbach macht sie sich dort bemerkbar, wo Industriebetriebe die Auftraggeber sind: den Werkstätten für behinderte Menschen. Bei schwacher Auftragslage ihrer Kunden fällt auch für die Werkstätten, die für Industrieunternehmen z.B. Verpackungs- und Montagearbeiten übernehmen, immer weniger Arbeit an.

„Die Krise ist bei uns angekommen“, stellt Rüdiger Pluschek, Koordinator der Werkstätten, fest. Nicht nur die Akquirierung von Neukunden sei in Zeiten großer Verunsicherung schwierig. Auch treue Altkunden seien in Anbetracht leerer Auftragsbücher zur Zurückhaltung gezwungen.

Besonders dramatisch macht sich der Auftragsschwund in den Buchener Werkstätten der Johannes-Anstalten Mosbach bemerkbar. Grund: Hier stammen die Kunden vor allem aus der Automobil-Zuliefererbranche, die besonders stark unter der Konjunkturkrise leidet. Entgegen früherer Zeiten ist in den anderen Werkstätten nicht mehr genügend Arbeit vorhanden, um den Rückgang hier kooperativ auszugleichen. Insgesamt ist in den sieben Werkstätten der Johannes-Anstalten in Mosbach, Schwarzach, Neunkirchen, Buchen, Heidelberg und Lahr ein Schwund des Auftragsvolumens im sechsstelligen Eurobereich zu verkraften.

Um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken und ein Stück Unabhängigkeit von der allgemeinen Wirtschaftslage zu erlangen, wollen die Johannes-Anstalten Mosbach zum einen den Dienstleistungssektor ihrer Werkstätten ausweiten. Die Schwarzacher Werkstätten unterhalten bereits eine Dienstleistungsgruppe, die unter anderem Pflegearbeiten im Wildpark der Gemeinde übernimmt. „DAZ“ nennt sie sich: Dienstleistungen von A (wie Aufräumen) bis Z (wie Zebra ausmisten). Künftig sollen noch mehr solcher Arbeitsgruppen Dienstleistungen aller Art anbieten.

Zum anderen sollen Eigenproduktionen wieder eine größere Rolle spielen. Die Werkstätten bieten bereits eine breite Produktpalette an, vom Vogelhäuschen bis zur Töpferscheibe, die unter anderem im Online-Shop der Johannes-Anstalten erworben werden können (www.jamos.de).

Werkstätten für behinderte Menschen müssen nicht nur auf ihren Umsatz achten, sie haben einen doppelten Auftrag: Zum einen müssen sie als Partner der Industrie terminlich zuverlässige, preislich faire und qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Zum anderen müssen sie Menschen mit Behinderungen fördern und ihnen einen ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsplatz bieten. Für jeden Beschäftigten gibt es eine mit ihm abgestimmte Förderplanung, die kontinuierlich weiterentwickelt wird. Primäres, aber selten zu verwirklichendes Ziel ist es, Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln. Daher bieten die Werkstätten Arbeitsplätze an, die denen in der Industrie und im Handwerk ähnlich sind.

Trotz der „Krise“ bleibt Rüdiger Pluschek zuversichtlich: „Wir haben bei der Industrie einen guten Namen, verfügen über eine gute Ausstattung, einen leistungsstarken Maschinenpark und eine vielseitige Fahrzeugflotte.“ Das mache die Werkstätten für viele Auftraggeber attraktiv. Optimistisch stimmt ihn auch der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre. Dieser mag einen Grund auch darin haben, dass Aufträge, die an Werkstätten für behinderte Menschen vergeben werden, auf die Ausgleichsabgabe angerechnet werden können, die alle Arbeitgeber zahlen müssen, wenn sie weniger als die gesetzlich vorgeschriebene Quote von Menschen mit Behinderungen beschäftigen.