
PRESSEINFORMATION vom 23. April 2009
Mosbach. Im Rahmen berufsvorbereitender Maßnahmen fand das interaktive Theater „Grenz-Wert-Ich“ am 22. April in der Aula des Berufsbildungswerkes der Johannes-Anstalten Mosbach (BBW) statt. Ziel der vorbeugenden pädagogischen Initiative war es, junge Menschen darin zu ermutigen, Gewalt Grenzen zu setzen – und dazu hob das Theater Grenzen auf.
Das Forumtheater „Grenz-Wert-Ich“ zog BBW-Rehabilitanden mitten hinein ins Geschehen. Zu klären hatten sie heikle Alltagssituationen: etwa das Chatten im Internet, bei dem nach persönlichen Informationen gefragt wird, oder den Familienbesuch, bei dem Eltern Intimes über die anwesenden Kinder ausplaudern. Silke Emter (Frauennotruf Heidelberg), Angela Betz und Frieder Schmitz (beide angehende Theaterpädagogen), Xenia Linke und Tobias Gerstner (Theaterpädagoge) spielten mit Witz grenzwertige Situationen vor. Nach jeder Szene waren die BBWler gefragt: Sie sollten die Situation kommentieren oder schauspielerisch darstellen, durch welches Verhalten die missliche Lage überwunden werden kann – und dies taten sie eifrig. „Es war cool!“, merkte ein Schüler an, der spontan eine Rolle auf der Bühne übernommen hatte. In dieser hatte er sich erfolgreich dem Druck eines Schulkameraden entgegengestellt.
Nach der Aufführung setzten sich die Theaterpädagoginnen mit den Mädchen und die Theaterpädagogen mit den Jungen zusammen, um das Thema Gewaltvorbeugung in vertraulichen Kreisen zu vertiefen. Organisiert wurde die Initiative von Elke Hoheisel, Sozialdienst des BBW, und Lothar Dörge, Medienstelle des BBW. Der Frauennotruf Heidelberg bietet „Grenz-Wert-Ich“ Schulen und sozialen Einrichtungen an. Mit dem Theaterstück will er jungen Menschen stärken, drohende Gewalt, insbesondere sexuelle, zu erkennen und ihr vorzubeugen. (da)
