
PRESSEINFORMATION vom 10. Mai 2009
Über das Ergebnis harter Arbeit freuten sich alle: Am Sonntag, dem 10. Mai, um 17:07 Uhr endete nach genau drei Tagen die Aktion "72 Stunden – Uns schickt der Himmel" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Rund 2.500 Aktionsgruppen mit 100.000 Kindern und Jugendlichen packten in sieben Bundesländern und 14 Bistümern für eine gute Sache an – auch für die Johannes-Anstalten Mosbach und deren Bewohner.
Die Spannung unter den Jugendgruppen war groß gewesen, bevor Pfarrerin Petra Hasenkamp, Pfarrer Klaus Dörner und Bürgermeister Wilhelm Götz als Schirmherr die 72-Stunde-Aktion in Dallau eröffneten: Welche Aufträge an die Teams steckten in den bis dahin „streng geheimen“ Briefen? Eiligst öffneten die Jungen und Mädchen die Umschläge.
Auch das „Bistro-Team Dallau “ hatte sich der Herausforderung gestellt, eine gemeinnützige Aufgabe in der vorgegebenen Zeit zu erfüllen. Sein Auftrag: Es sollte in Kooperation mit den Johannes-Anstalten Mosbach ein „Inklusionsfest“ am Sonntagnachmittag im evangelischen Gemeindehaus in Dallau veranstalten. Zunächst aber musste die Frage aus dem Team beantwortet werden: „Was ist ein Inklusionsfest?“ Projektleiter Pfarrer Richard Lallathin erklärte: „Das ist eine Feier, bei der Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen“. Dann konnte es sofort losgehen, denn die Jugendgruppe ist darin erfahren, regelmäßig Veranstaltungen im Gemeindehaus zu organisieren.
Am folgenden Tag stellte das Team fest: „Es läuft gut, wir liegen im Zeitplan.“ Das gute Dutzend Mädchen und Jungen hatte die Aufgaben unter sich verteilt, den Bau der Rampe für Rollstuhlfahrer zum Gemeindehaus in Angriff genommen und war losgezogen, um in den Johannes-Anstalten und in Dallau zum Fest einzuladen. Dabei berieten Heidi Gutbier und Marianne Kratzmann die Gruppe. Die zwei Mitarbeiterinnen der Besucherbetreuung der Johannes-Anstalten konnten auf die vorherige Koordinationsarbeit von Sigfried Grünewald aufbauen. Aber auch Freunde, Verwandte, Geschäfte und Unternehmen unterstützen das Projekt des „Bistro-Teams“.
Auf 100 Gäste hoffte es – trotz des Mosbacher Frühlingsfestes, das ebenfalls Besucher in örtlicher Nachbarschaft anlockte. Würde das Fest am Ende aber wirklich ein Erfolg? Etwas aufgeregt waren die Mädchen und Jungen kurz vor der Eröffnung dann doch. Aber dazu gab es keinen Grund, denn die Gäste kamen zahlreich, unterhielten sich bei Kaffee und Kuchen, tranken unter blauem Himmel Cocktails an der Bar, bastelten im Gemeindehaus mit Papier und stellten sich im Sinnes- und Rollstuhl-Parcours auf die Probe. „Allein von den Johannes-Anstalten kamen drei Busse mit Gästen, und Besucher aus Dallau sind auch da“, freute sich der emsige Kreis. Spontan schaute auch Dr. Ulrich Fischer, evangelischer Landesbischof in Baden, trotz seines engen Terminplans beim Team vorbei, das sich aus einer ehemaligen Konfirmandengruppe gebildet hatte. Dr. Fischer informierte sich über den Projektverlauf und ließ sich für einen Test der Rampe in einen Rollstuhl setzen und diese hochschieben – die Rampe erwies sich als funktionstüchtig und sicher.
Ein anderes, vielseitiges Projekt lief nach dem Auftakt mit Bürgermeister Erich Dambach, Gemeinderat Hans Knörzer, Ortsvorsteher Rainer Herkert, Diakon Franz Jünger und Pfarrer Helmut Löffler als Aktionspate in Michelbach an: Beim Kurzzeitheim der Johannes-Anstalten Mosbach haute das Team „GLK´08 & Friends“ des Dekanats Mosbach-Buchen rein.
Während es in Dallau gleich zielsicher voranging, war in Michelbach zunächst Flexibilität gefragt. Dies war ganz im Sinne der 72-Stunden-Aktion: Für alle beteiligten Gruppen hieß es, kreativ zu sein, zu improvisieren und Hilfe zu suchen. Und so ging es dann auch in Michelbach auf vielen Baustellen vorwärts: Nach dem ersten Tag konnte die 14-köpfige Gruppe „GLK'08 & Friends“ melden: „Die Werkzeughütte ist gestrichen, das Boule-Feld fertig und auch die anderen Teilprojekte kommen voran: Wir haben schon die ersten Stufen der Terrassentreppe betoniert und den `Partywaggon´ von außen gesäubert. Aber wir sind noch lange nicht fertig.“ Noch stand es an, eine Schaukel aufzustellen, den Eisenbahnwagen zu streichen und ein Fest zu organisieren. Dass sie auch das noch schafften, davon konnten sich Gäste und Bewohner des Kurzzeitheims bei dem abschließenden Gartenfest überzeugen.
Hier konnten alle Luft holen, die gemeinsam angepackt hatten: das Team „GLK`08 & Friends“, Bewohner, Mitarbeitende und Leitungskräfte des Kurzzeitheims sowie weitere Helfer. „Es war schon etwas Besonderes zu sehen, wie alle Hand in Hand gearbeitet haben“, berichteten viele Beteiligte. Nicht nur ihnen dankten Hermann Fischer und Harald Koppitsch, Verbundleiter und stellvertretender Verbundleiter des Kurzzeitheims, die hier die Aufgaben leiteten und selbst Steine stemmten. Ihre große Dankbarkeit galt auch den vielen Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen aus der Region, die auf verschieden Weise dazu beigetragen haben, die Projekte zu verwirklichen. Ein „Riesen-Gewinn für alle“ - das war das Fazit von Fischer aus den vorangegangen 72 Stunden. „Mir gefällt´s!“ stimmte ihm ein Bewohner vor der neuen Schaukel zu.
Die 72-Stunden-Aktion sollte Arbeit, Spiritualität und Feiern vereinen – Helfen soll schließlich auch Sinn und Spaß machen. Und was überwog? „Arbeit und Freude – die Spiritualität war mehr in uns“, lachten einige Malerinnen am Eisenbahnwaggon. Bei einer vergleichbaren Aktion wären sie wieder dabei – „vor allem mit diesem tollen Team“. Ebenfalls positiv war die Rückmeldung des „Bistro-Teams“. Auch dieses würde sich das nächste Mal an einer solchen Aktion wieder beteiligen.
Die Idee der 72-Stunden-Aktion wurde zum ersten Mal 1993 umgesetzt und zog seitdem immer größere Kreise. Heute organisiert der BDKJ als Dachverband die gemeinsame Sozialaktion aller katholischen Jugendverbände in Deutschland. (da)
Gesponsort und unterstützt wurde das Projekt der „GLK'08 & Friends“ in Michelbach durch: Linz und Hinninger, Tiefbau, Andreas Weber, Zimmerei (Asbach), Dupli-Color, Farben (Neckarzimmern), Firma Düe, Farben (Mosbach), Metallwarenfabrik Helmstadt, Gartenmöbel, Tankstelle Welz (Schwarzach), Bäckerei Banschbach (Aglasterhausen), Getränke Lauer (Altheim), Hotel Stumpf (Neunkirchen), Kosmetik-Bucher (Schwarzach), Wildpark-Apotheke (Schwarzach), Autohaus Lukossek, Fundgrube (Haßmersheim), Optik J. Fenzel (Aglasterhausen), Christlicher Buchladen (Aglasterhausen), Bäckerei Eberle (Eberstadt), Metzgerei Eberle (Eberstadt), Bäckerei Seitz (Gerichtstetten), Fahrschule Michael Hölzner (Schwarzach/Oberderdingen), Auto Jung (Sinsheim), THW, Johannes-Anstalten Mosbach sowie viele Privatpersonen.
Sponsoren und Unterstützer des „Bistro-Teams Dallau“ waren: Sägerei Weinmann (Elztal), Sparkasse (Neckar-Odenwald-Kreis), Dunz, Schreibwaren (Mosbach), Blumen Weber (Elztal), Schreiner Richard Wiczorek, Architekt Augustin Müller, Herr Weber und Fußballverein Dallau sowie viele Spender von Kuchen und Geldmitteln. Für die Verpflegung des Teams sorgten: Gasthof „Zur Pfalz“, Schenkebäcker, Metzgerei Mehl, Pizzeria La Grotta, EDEKA Hölzer, Elisabeth Trübenbach, Beate Weinmann, Martina Schmid-Markert und Birgit Schmidt.
Fotos: Bistro-Team Dallau und Dirk Adler
