Johannes-Diakonie Mosbach

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PRESSEINFORMATION vom 26. Mai 2009

„Sie haben aus dem Haus ein Juwel gemacht!“

Im Haus „Tannenburg“ endete eine Ära: Heimleiterin Christine Waidelich verabschiedet

Mosbach/Simmersfeld. Viele kennen sie auch heute noch als „Schwester Christel“, ein Hinweis auf ihre frühere Profession als Kinderkrankenschwester. Doch den meisten ist sie in ihrer Funktion als Heimleiterin des Simmersfelder Hauses „Tannenburg“, einer Einrichtung der Johannes-Anstalten Mosbach, bekannt. 35 Jahre lang hat Christine Waidelich dort gewirkt, nun wurde sie in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Eine Ära ging zu Ende.

„Ein Ereignis etwas wehmütiger Natur“ nannte denn auch Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, die Verabschiedungsfeier. Denn jeder, der das Glück gehabt habe, mit Christine Waidelich zusammenzuarbeiten, wisse, welche Fülle von Erfahrung, Gewissenhaftigkeit und Einsatzbereit sich im Laufe der Jahre segensreich für das Heim ausgewirkt habe.Geschäftsführer Reinhard Adler verabschiedet Heimleiterin Christine Waidelich.

Christine Waidelich trat 1974 als examinierte Kinderkrankenschwester ihren Dienst im Haus „Tannenburg“ an, das im selben Jahr von den Johannes-Anstalten übernommen worden war und Kinder mit schweren Behinderungen aus den Standorten Mosbach und Schwarzacher Hof sowie aus der näheren und weiteren Umgebung von Simmersfeld beherbergen sollte. Bereits zwei Jahre später wurde sie zur „Lehrgruppenleiterin“ und Stellvertreterin des Heimleiters ernannt. Seit dem 15. September 1983 hatte sie die Leitung des Hauses inne, das heute als Wohn-Pflege-Heim ein Zuhause für 48 schwerst-mehrfach-behinderte Erwachsene ist und ihnen tagesstrukturierende Maßnahmen bietet.

Ein Meilenstein in Christine Waidelichs beruflicher Laufbahn und gleichzeitig die Erfüllung eines persönlichen Wunsches war die Einweihung des Neubaus im Oktober 2004. Mit Bravour habe sie gemeinsam mit ihrem Team die Doppelbelastung gemeistert und aus dem Haus ein Juwel gemacht, Ein herzliches Willkommen für die Nachfolger Werner Volz (2.v.re.) und Nils-Peter Fischer (li.) durch Geschäftsführer Reinhard Adler (2.v.li.) und den Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen, Jörg Huber.würdigte Adler die Lebensleistung der scheidenden Heimleiterin. „Sie dürfen stolz darauf sein, was Sie hier mit Leidenschaft geschaffen haben“, stellte auch Jörg Huber, Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen fest.

Viel habe sich seit der Schwester Christel von damals geändert, blickte Fachbereichsleiter Nico Lauerwald auf die 35 Jahre ihres Wirkens zurück. 1974 waren nur die Leitungskräfte ausgebildete Mitarbeiter. Nachdem sich für den Dienst auf den Wohngruppen beinahe niemand gefunden habe, seien 18 türkische Mitarbeiter eingestellt worden. Dieser Umstand habe einer Frau als Gruppenleitung die Arbeit nicht gerade leicht gemacht. Die Bewohner waren in Vier- bis Sechsbettzimmern untergebracht, teilweise ausgestattet mit Gitterbetten, die über ein Dach verfügten, und es gab nur ein Bad, ausgestattet mit Waschbecken und Sitzbadewanne.

Seit dieser Zeit habe sich in der Behindertenarbeit und vor allem auch im Haus Tannenburg vieles verändert. Dort gebe es nun viel mehr qualifizierte Mitarbeiter, überwiegend individuell ausgestattete Einzelzimmer, moderne Pflegebetten, und die Mahlzeiten würden nicht mehr im großen Speisesaal eingenommen. All diese positiven Veränderungen habe Christine Waidelich als Leiterin des Hauses maßgeblich mitgestaltet. Lauerwald hob vor allem ihren unermüdlichen Einsatz für die Bewohner, aber auch für die Mitarbeiter des Hauses Tannenburg hervor.

Dies konnte Werner Volz im Namen der Mitarbeiterschaft nur bestätigen. Der bisherige stellvertretende Heimleiter übernimmt nun mit dem neu hinzugekommenen Pflegedienstleiter Nils-Peter Fischer die Führung des Hauses. Beiden wünschte Geschäftsführer Reinhard Adler für die neue Aufgabe eine glückliche Hand.

Sichtlich bewegt bedankte sich Christine Waidelich für die würdigenden Worte und auch bei ihren Vorgesetzten, „die mir manchmal mehr zugetraut haben als ich mir selbst“. Kein Wunder, dass ihre Bindung zum Haus Tannenburg über ihren Abschied hinaus reichen wird: „Wenn Not am Mann ist, sage ich nicht nein.“