
Ambulant vor stationär! Diesen Grundsatz setzen wir konsequent um. Wir bieten daher Betreuungsformen, die es Menschen mit Behinderung erlauben, in ihrer angestammten Umgebung, in der Familie oder in der Gemeinde wohnen zu bleiben.

Das »Betreute Wohnen« ist ein Angebot für erwachsene Menschen mit Behinderung, die in ihrer eigenen Wohnung leben, aber vorübergehend oder auf Dauer nicht zur völlig selbstständigen Lebensführung in der Lage sind. Wir sehen unsere Aufgabe in der Unterstützung der Selbstorganisation der behinderten Menschen in allen Belangen des täglichen Lebens.
Den Teilnehmern wird die Möglichkeit geboten, ein großes Maß an Unabhängigkeit zu erleben und ihre Lebensumstände zu normalisieren.
Vor der Aufnahme in das »Betreute Wohnen« stehen ausführliche Gespräche der Interessenten mit den betreuenden Fachkräften. Sind die Voraussetzungen für eine Aufnahme gegeben, kann ein Betreuungsvertrag geschlossen werden. Zum »Betreuten Wohnen« gehört die soziale Begleitung urch eine Bezugsperson, die – soweit sinnvoll – Verlässlichkeit und Kontinuität herstellt. Neben Beratung und Assistenz im lebenspraktischen Bereich bieten wir individuelle Hilfeplanung bei Problemen in Ausbildung, Beruf und Freizeit.
Unser Angebot »Begleitetes Wohnen in Familien« ist zugeschnitten auf volljährige Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung jeden Grades, die in einer Gastfamilie oder bei ihren Geschwistern leben. Qualifiziertes Fachpersonal der Johannes-Diakonie Mosbach betreut und berät die Familien, die sich ihrerseits um angemessene Unterbringung, Bekleidung, Ernährung und medizinische Versorgung kümmern.
Die Betreuer der Johannes-Diakonie organisieren zum Beispiel die Teilnahme an Freizeit- oder Bildungsveranstaltungen. Sie vermitteln Kontakte und tagesstrukturierende Maßnahmen. Sie beraten bei Behördengängen oder leisten Hilfestellung bei schriftlichen Anträgen. Sie informieren auch über die Voraussetzungen für den Bezug von Betreuungsgeld, das die Familien für ihre Leistungen gegebenenfalls erhalten.
Die Betreuung orientiert sich am individuellen Hilfebedarf. Sie zielt darauf ab, die soziale Integration der Menschen mit Behinderung zu fördern und den Aufenthalt in einer stationären Einrichtung zu vermeiden oder zu verzögern. In besonderen Lebensphasen oder bei Problemlagen kann auf spezielle Angebote von ambulanten Diensten zurückgegriffen werden oder eine Kurzzeitunterbringung in der Johannes-Diakonie Mosbach organisiert werden.
Natürlich besteht für die familienbetreuten Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, einer Beschäftigung in unseren Werkstätten oder auf dem freien Arbeitsmarkt nachzugehen. Uns ist es wichtig, dass sie in der Gestaltung ihres Alltags weitgehend autonom sind und am öffentlichen Leben teilnehmen können.
Der Prozess der Betreuung ist immer zugleich auch eine persönliche Begegnung und Beziehung. Dies bedeutet Respekt vor der Persönlichkeit, was in einem partnerschaftlichen Umgang miteinander resultiert. Es werden normale, dem Lebensalter angemessene Lebensbedingungen angestrebt.
Im Rahmen des »Familienentlastenden Dienstes« haben wir vielfältige Angebote entwickelt, um Menschen mit Behinderung und ihre Familien zu beraten, zu begleiten, zu entlasten und zu informieren. Es werden rechtliche und pädagogische Fragen erörtert, Themen- und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Zum »Familienentlastenden Dienst« gehören außerdem Kontaktkreise, Elterntreffs, Erwachsenenbildung für Menschen mit Behinderung, Ausflüge, Theaterfahrten für Menschen mit geistiger Behinderung.
Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen sind mehr als andere Menschen auf Hilfe und soziale Unterstützung angewiesen. Ihre Lebensqualität steht in direktem Zusammenhang mit der Qualität der Anbieter, die sie bei der Erfüllung ihrer besonderen Bedürfnisse unterstützen und begleiten. Ziel unserer Arbeit ist es, Menschen mit Behinderung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Je höher der Hilfebedarf Von Menschen mit Behinderung ist, desto größer ist die Gefahr ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung. Für sie und ihre Angehörigen sind daher Hilfen notwendig, die ihnen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft ermöglichen und die der sozialen Isolation entgegenwirken.
Menschen mit Behinderungen sind oftmals auf kleine Hilfen oder Dienstleistungen anderer Menschen angewiesen. Die Kontaktbörse für Ehrenamtliche ist Ansprechpartner für ehrenamtliche Helfer und behinderte Menschen, die allein, in der Familie oder in der Johannes-Diakonie Mosbach leben und eine Begleitung im Bereich Freizeit oder Bildung wünschen. Die Vermittlung ehrenamtlicher Helfer durch die Kontaktbörse für Ehrenamtliche ist ein zentraler Baustein der Offenen Hilfen. Menschen mit Behinderung haben wegen ihrer Beeinträchtigung oft nicht die gleichen Möglichkeiten, ihre Freizeit nach ihren Bedürfnissen zu gestalten wie Menschen ohne Behinderung, ob es um die Nutzung von Bildungsangeboten geht oder schlicht darum, sich in ein Café zu setzen oder ein Fußballspiel live zu verfolgen.
Seit 2008 haben Menschen mit Behinderung und vergleichbarem Unterstützungsbedarf einen Rechtsanspruch auf ein „Persönliches Budget“. Ziel ist, die Förderung von Teilhabe und Selbstbestimmung.
Mit dem Geld aus dem Persönlichen Budget kaufen und organisieren Menschen mit Behinderung die Hilfen selbst, die sie benötigen. Wir unterstützen sie auf Wunsch bei der Haushaltsführung und Körperpflege, übernehmen Einkäufe und Behördengänge und bieten auch Beschäftigungsangebote in den Werkstätten, im Sinnesgarten und in der Farm in Mosbach und Schwarzach an. Auch Angebote im medizinisch-therapeutischen Bereich wie Therapeutisches Reiten gehören zu unserem Leistungsspektrum. Beantragt wird das Persönliche Budget bei einem Leistungsträger, wie z. B. dem Landratsamt.
Das neu erbaute Wohnheim „Zum kleinen Roth“ bietet Frauen und Männern mit Behinderung im Zentrum von Buchen großzügige Wohnräume in offener Bauweise sowie einen Garten. Zum Angebot gehört ein Kurzzeitplatz und die Seniorenbetreuung, die auch Menschen mit Behinderung offensteht, die Zuhause wohnen.
Das Wohnheim ist Teil eines Wohn- und Beschäftigungskonzeptes im Raum Buchen. Hierzu gehören auch gemeindeorientierte Wohngemeinschaften wie Außenwohngruppen und Betreutes Wohnen.
Diese Angebote stehen an den Standorten Mosbach, Schwarzach, Lahr sowie im Neckar-Odenwald-Kreis, im Rhein-Neckar-Kreis und im Ortenau-Kreis bereit.